Der große Wiesenknopf - Sanguisorba officinalis

Der große Wiesenknopf - Sanguisorba officinalis | © Patricia Danel © Patricia Danel
Die unscheinbaren Blüten wirken wie Knöpfe

Trotz des eher knopfig wirkenden Blütenstandes gehört der große Wiesenknopf zu den Rosengewächsen. Sein natürlicher Lebensraum sind Feucht- oder Frischwiesen. Zusammen mit Arten wie der Sumpf-Schafgarbe, der wilden Engelwurz, verschiedenen Kratzdisteln, der Kuckucks-Lichtnelke und dem breitblättrigen Knabenkraut ist der große Wiesenknopf Wertbestimmend für eine Wiese. Besonders in Feuchtwiesen ist ein enormer Rückgang zu betrachten, dieser Lebensraum gehört zu den gefährdetsten seines Typs.

Nicht zu verwechseln ist der große Wiesenknopf mit dem kleinen Wiesenknopf Sanguisorba minor. Die Blätter sind sich sehr ähnlich, allerdings fallen die Blüten etwas üppiger aus. Auch im Lebensraum unterschieden sich kleiner und großer Wiesenknopf. Während der große Wiesenknopf hauptsächlich in Feuchtbiotopen zu finden ist, ist der kleine Wiesenknopf ein häufiger Vertreter in Trockenlebensräumen, aber auch in Aussaat-Mischungen.

Der Dunkle Wiesenknopf ist in der Roten Liste als Vorwarnstufe geführt.

 

Der dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Dunkler Wiesenknopf Ameisenblaeuling | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer
Eine enge Verzahnung zwischen Flora und Fauna

Einen wichtigen Zusammenhang hat die Pflanze mit dem als gefährdet eingestufen Schmetterling Phengaris nausithous, alias dem dunklen Wiesenknopf-Ameinsenbläuling. Die Eier legt der Schmetterling ausschließlich auf dieser Pflanze ab. Schlüpft die Raupe, frisst sie ausschließlich an dieser Pflanze und lässt sie sich zu Boden fallen. Ameisen finden die Raupe und bringen diese in ihr Nest. Im Ameisennest entwickelt sich die Raupe weiter und ernährt sich von deren Brut. Die Ameisen werden mit zuckerhaltigem Nektar von der Raupe bestochen, sie erkennen die Raupe nicht als ihre Beute.

Genaueres zur Lebensweise des Schmetterlings finden Sie hier.

Dies ist ein schönes Beispiel für einen ökologischen Kreislauf zwischen einer Pflanze und zwei Tierarten, welche durch enge Verzahnung miteinander leben.

Was führt zum Rückgang der Arten?

Feuchtwiese mit Sanguisorba officinalis | © Julia Römheld © Julia Römheld
Feuchtwiese mit Sanguisorba officinalis

Da der Schmetterling nur im Zusammenhang mit der Pflanze vorkommen kann, ist das Verschwinden der Pflanze ausschlaggebend für den starken Rückgang des Schmetterlings. Der dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wird in der Roten Liste als gefährdet eingestuft und ist außerdem in der FFH-Richtlinie Anhang II und IV. Durch gezielte Förderung der Pflanze könnte sich beide Bestände erholen. In diesem Fall bedeutet dies: Anpassen des Mahdzeitpunkts.

Der dunkle Wiesenknopf ist eine wüchsige Pflanze, was bedeutet, dass sie nach der Mahd schnell wieder austreiben und Blüten bilden kann. Sind zum Zeitpunkt der Mahd allerdings die Eier des Schmetterlings schon an der Pflanze, ist die nächste Generation Schmetterlinge damit allerdings verloren. Zum Erhalt des Schmetterlings sollte vor dem Eiablage-Zeitpunkt gemäht werden, aber noch früh genug, damit sich bis zum Juli und August die Blütenköpfe gebildet haben, auf welchen die Eier abgelegt werden können.

 

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