Emberiza calandra

Grauammer

Emberiza calandra (Syn.: Miliaria calandra)

Ruf der Grauammer - hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Grauammer auf sitzt auf einem Zweig |©Zdenek Tunka ©Zdenek Tunka
Die Grauammer

Volkstümliche Namen

Die volkstümlichen Bezeichnungen des Vogels beziehen sich u.a. auf sein Erscheinungsbild, Ähnlichkeiten zu nah verwandten Arten, seinen Gesang: Baumlerche, Dickkopf, Grauer Emmeritz, Grauer Ortolan, Große Ammer, Größter Hortulan, Kornquaker, Krautvogel, Lerchenammer, Trillerjahn, Winterammer.

Kennzeichen

Mit einer Länge von etwa 16-19cm und einem Gewicht von 32g bis 67g ist die Grauammer die größte Ammer der westlichen Paläarktis. Sie ist größer und erheblich schwerer als eine Goldammer. Sie verfügt über einen kräftig gebauten Körper sowie Schnabel und einen mittellangen Schwanz ohne weiße Außenkanten. Häufig wirkt sie großköpfig; Beide Geschlechter sind gleich gefärbt – lerchenähnlich. Oberseits ist das Gefieder graubraun und dunkel gestreift, unterseits beigeweiß mit dunkler Strichelung auf Kehlseiten, Brust und Flanken. Im abgetragenen Gefieder des Sommers fließt die Bruststrichelung oft zu unregelmäßigen, dunklen Flecken zusammen. Beine und Schnabelseiten sind gelblichrosa. Im Jugendkleid fehlen Grautöne auf der Oberseite, sie ist heller warm beigebraun. Tiefbraun gefärbt sind dagegen Schulterfedern und Oberflügeldecken. Sobald die Jungvögel im Herbst ihre erste Vollmauser hinter sich gebracht haben, lassen sie sich nicht mehr von adulten Vögeln unterscheiden. Kurze Strecken fliegt die Grauammer häufig mit hängenden Beinen.

Stimme

Ausschließlich männliche Grauammern singen. Der relativ monotone Gesang ist fast ganzjährig zu hören. Er besteht aus einer dreiteiligen, häufig wiederholten, kräftigen Strophe. Sie endet mit einem rasselnden Triller, der einem klirrenden Schlüsselbund gleicht. Zum Singen bevorzugen die Männchen eine erhöhte Singwarte mit freiem Rundblick wie Telefon- oder niedrigen Stromleitungen, Spitzen einzelner Büsche oder Bäume, Zäune oder Heuballen.

Lebensraum

Ursprünglich Bewohner von Steppenlandschaften. In Europa brütet die Grauammer heute vor allem in extensiv genutztem, offenem Feldgelände bei Getreide-, Grünfutter- oder Gemüsefeldern. Waldnähe wird gemieden. Sie benötigt erhöhte Singwarten wie Einzelbäume und -büsche, Stromleitungen oder Zaunpfähle.

Nahrung

Adulte Grauammern ernähren sich überwiegend von Sämereien von Wildkräutern und Getreide. Je nach Witterung und Angebot fressen sie auch Wirbellose ­– Insekten und deren Larven sowie Spinnen. Nestlinge füttert die Grauammer bei guter Witterung jedoch vor allem mit Insekten (z.B. Schmetterlinge, Heuschrecken, Käfer) und Spinnen, aber auch mit kleinen Schnecken und anderen Wirbellosen. Bei schlechtem Wetter wird auf weiche Getreidekörner und andere Pflanzensamen zurückgegriffen. Nahrung sucht die Grauammer hauptsächlich am Boden; im Sommer auch auf Bäumen und Sträuchern.

Verbreitung

Die Grauammer besiedelt große Teile Europas, Nordafrikas und Asiens. Man geht davon aus, dass die Grauammer als Brutvogel ursprünglich auf die mediterrane Zone und die Steppenzone beschränkt war, und sich durch den Ackerbau des Menschen nach Norden und Westen in die gemäßigte und die boreale Zone ausgebreitet hat. Die Art ist je nach Verbreitung Teilzieher, Kurzstrecken- oder Mittelstreckenzieher.

Bestand

In Bayern ca. 600-950, in Deutschland ca. 25.000 – 44.000 Brutpaare

Nest

Nester am Boden, sehr gut versteckt in der Vegetation in busch- oder baumfreier Umgebung, weniger häufig in Stauden oder kleinen Sträuchern, zum Teil in Streu- und Riedwiesen.

Brutzeit

Mitte April bis August mit Schwerpunkt im Mai/Juni; 1 bis 2 Jahresbruten, häufig Ersatzbruten.

Gelege

2 bis 6 Eier

Brutdauer

11 bis 13 Tage

Gefährdung

In Bayern wird die Grauammer in die Gefährdungsstufe 1 (vom Aussterben bedroht) eingeordnet. Laut der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands steht sie auf der Vorwarnliste. Die Gefährdung ergibt sich aus Lebensraum- und Nahrungsverlusten infolge intensiver Landwirtschaft.

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