Feuersalamander
Salamandra salamandra
Rote Liste Bayern: Gefährdet
Rote Liste Deutschland: Vorwarnliste
Verantwortlichkeit Deutschland: in hohem Maße
Verbreitung und Bestandssituation
Der Feuersalamander ist in ganz Deutschland zu finden, wobei er nach Süden hin häufiger wird. In Bayern zeichnet sich ein lückiges Verbreitungsmuster ab mit starken regionalen Unterschieden. Die Hauptvorkommen befinden sich im Spessart, Odenwald und in der Rhön.
Verschiedene Unterarten in Bayern
Weltweit kommt der Feuersalamander nur in Süd- und Mitteleuropa vor. Rund ein Dutzend Varianten werden unterschieden, die meisten auf der iberischen Halbinsel – mittlerweile gelten einige davon jedoch als “echte” Arten, . In Bayern kommen nur zwei Unterarten vor, die an ihrem Zeichnungsmuster leicht zu erkennen sind: die gebänderte Form (Salamandra s. terrestris) und die gefleckte Form (Salamandra s. salamandra), sowie eine Mischform der beiden.
Die "Salamanderlücke"
In Bayern hat der Feuersalamander auch seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland, der Freistaat steht damit in besonderer Verantwortung für den Erhalt dieser Art. Auffällig ist die “Salamanderlücke” zwischen Baden-Württemberg und Bayern, die zugleich die Grenze der Unterarten markiert: Nur in Spessart, Odenwald und Rhön ist die Mischform anzutreffen.
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© Andreas Hartl
Lebensraum und Lebensweise
Der überwiegend nachtaktive Lurch bevorzugt vor allem strukturreiche, feuchte Laub- und Mischwälder, da diese dem Feuersalamander die nötige Bodenfeuchte bieten. Sie kommen jedoch auch in sonnenexponierten Lebensräumen vor, wenn hier ausreichend feuchte Quartiere wie Felsblöcke oder Blockhalden vorhanden sind. Am aktivsten sind die Tiere zwischen Ende Frühling bis Anfang Sommer. Tagsüber verstecken sie sich unter Totholz, zwischen Wurzeln oder in Gesteinslücken.
Eine erhöhte Aktivität zeigen die Feuersalamander auch im Herbst, wenn sie ihre Winterquartiere aufsuchen. Hierzu werden Wurzellöcher, Kleinsäugerbauten, Felsspalten, Höhlen oder ähnliches benutzt. Selbst die Nähe zu Menschen wird nicht gezwungenermaßen gemieden. So kommt es vor, dass sie auch in Hausgärten, Dörfern oder städtischen Parks beobachtet werden.
Erbeutet wird alles, wogegen sie sich durchsetzen können. Nacktschnecken, Insekten, Spinnen und ähnliches und dies vor allem während und nach Regenereignissen. Aufgrund ihres Giftes haben die ausgewachsenen Tiere kaum natürliche Feinde.
Die Larven des Feuersalamanders werden ab April in Gewässer abgesetzt und sind sofort schwimmfähig. An jedem Beinansatz findet sich bei ihnen ein heller Fleck – das macht sie unverwechselbar zu anderen Amphibienlarven. Optimal für ihre Entwicklung sind sauerstoffreiche, sommerkühle, fischfreie und strömungsberuhigte Fließgewässer in Quellnähe mit neutralem pH-Wert. Laubblätter im Wasser sind die optimale Nahrung für Bachflohkrebse, die Leibspeise der Larven. Nach etwa zwei bis vier Monaten gehen sie als vollständig entwickelte Salamander an Land.
Gefährdung und Beeinträchtigung
- Straßenverkehr, welcher den Lebensraum durchschneidet,
- Ausbau und Begradigung von Bächen,
- Verschmutzung und Verlust der Fortpflanzungsgewässer,
- Salamanderfresserpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz „Bsal“.
Mögliche Schutz-Maßnahmen
- Quellen und Quellbäche renaturieren Mehr zum LBV Quellschutz
- Laubwälder fördern und erhalten,
- Eingriffe in Wälder und an Bächen gering halten,
- Strukturreichtum an Bächen fördern,
- Bachläufe naturnah gestalten,
- Winterquartiere in menschlicher Nähe verbessern (z.B. durch Aufstiegshilfen),
- Hinweisschilder und Wanderhilfen an Straßen anbringen.
Material zum Feuersalamander
Im Rahmen des Artenhilfsprogramms wurde Bildungs- und Informationsmaterial zum Feuersalamander erstellt:
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