Eichhörnchen

Sciurus vulgaris

Eichhörnchen | © H.Zinnecker © H.Zinnecker

Das Eichhörnchen wird regional auch Eichkätzchen oder Eichkater, in Südbayern auch gerne Oachkatzl, genannt.

Es hat eine Kopfrumpflänge von 21 bis 25 cm und sein Schwanz ist 15 bis 20 cm lang. Die Haarlänge beträgt 5 bis 8 cm. Der Kopf ist gerundet, die Augen groß, der Schwanz buschig und behaart. Er dient beim Springen von Baum zu Baum als Steuer.

Die Färbung des Tieres ist variabel und mancherorts erhält man den Eindruck es gebe zwei Phasen: Eine schwarze und eine rotbraune. Das komplette Spektrum geht von hellgelb bis braunschwarz. Die intensivste Färbung findet man längs der Wirbelsäule und rein weiße Haare kommen normalerweise lediglich auf der Bauchseite vor. Im Fell der Jungtiere stehen die Leithaare nicht so dicht wie bei ausgewachsenen Exemplaren.

Nahrung

Hauptsächlich Koniferen-Samen, Bucheckern, Eicheln und Haselnüsse. Weiterhin ernährt sich das Tier von Walnüssen, Hainbuchensamen, Beeren, Pilzen, Baumrinde und Vogeleiern. Unterschiedliche Nahrungsauswahl begründet sich in unterschiedlicher Erfahrung. Individuelle Fressgewohnheiten bilden sich nach Verlassen des Nestes. In dieser Phase kann man Eichhörnchen am einfachsten an neues Futter gewöhnen.

Lebensraum des Eichhörnchens

Eichhörnchen auf einem Ast | © A. Schäfer © A. Schäfer

Die Verbreitung deckt sich mit der Waldregion in den nördlichen gemäßigten Breiten vom Atlantik bis zum Pazifik, also fast ganz Europa. Im Hochgebirge bis zur Baumgrenze, ebenso wie in den borealen Wäldern Finnlands und Russlands. Im Mittelmeerraum isolierte Vorkommen, da dort die Waldgebiete zersplittert sind. Nicht auf Mittelmeerinseln anzutreffen.

In neu aufgeforsteten Wäldern kann das Eichhörnchen sein Verbreitungsgebiet schnell erweitern, z.B. in Norddänemark. Einige Inselvorkommen wie auf Texel und Amrum basieren auf ausgesetzten Tieren.

Der Lebensraum besteht aus Wald aller Arten und Zusammensetzungen. Wichtiger als die Art der Zusammensetzung des Waldes ist das Alter der Bäume, da es Baumsamen benötigt, die Bäume erst ab einem bestimmten Alter produzieren. Eichhörnchen halten sich dauerhaft nur in Wäldern, wo der Samennachschub nicht versiegt. Bei regelmäßiger Fütterung überlebt es auch in Parkanlagen oder Friedhöfen.

Feinde

Der ärgste Feind des Eichhörnchens ist der Baummarder. Weiterhin werden viele Tiere von Haus- und Wildkatzen, Wieseln und Luchsen erbeutet. Auch Habicht und andere Greifvögel sind dem Eichhörnchen gefährlich, allerdings entkommt es den Vögeln recht gut, indem es in kreisenden Bewegungen um einen Baumstamm herumläuft.

Fortpflanzung

Vier leuchtend orangerote Eichhörnchen-Jungen sitzen auf einem Baumstamm | © Saskia Selig © Saskia Selig

Früheste Paarungen Ende Dezember/Anfang Januar. Nach einer Tragezeit von 38 Tagen werden die ersten Jungen Anfang Februar geboren. Die Zahl nimmt im März zu, letzte Würfe im August. Der Paarung voraus geht eine Verfolgungsjagd, an der mehrere Männchen teilnehmen können. Ältere Weibchen werfen zweimal im Jahr 3-5 Junge, jüngere nur einmal 2.

Verhalten

Grundsätzlich tagaktiv, kann jahreszeitlich wechseln. Im Frühling und Sommer sind Eichhörnchen von Sonnenaufgang bis zum frühen Vormittag aktiv, ruhen nachmittags und werden vor Sonnenuntergang nochmals aktiv. Im Herbst wird die Ruhepause kürzer, im Winter fehlt sie ganz. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Sogar bei eisiger Kälte verlassen die Tiere bis zu einigen Stunden täglich das Nest. Während den Mahlzeiten sitzen Eichhörnchen aufrecht, damit sie die Umgebung im Auge behalten und bei Gefahr rechtzeitig fliehen können.

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