Beutelmeise

Remiz pendulinus

Gesang der Beutelmeise - Hier abspielen (www.tierstimmen.de)

Beutelmeise | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Beutelmeise (Remiz pendulinus)

Stimme der Beutelmeise
Ruft sehr fein, dünn pfeifend „tsiiiu“, etwas abfallend, klingt sanft und etwas verträumt (länger als „siü“ der Rohrammer, weicher und mehr abfallend als „tsiiih“ des Rotkehlchens).

Gesang ein einfaches Liedchen mit eingebauten Rufen (oder Ruffragmenten) und hellen Trillern mit vielen Pausen, z.B. „tsiiü.. sirrr… twitwitwitwitwi… tsiiü… zwer’r’r’r’r’r’r… tsiiü…“ (wie ein leiser, hoch klingender Grünfink).

Status

Rote Liste Bayern: Arten der Vorwarnliste
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet

Blick ins Geschichtsbuch

Volkstümlicher Name
Es ist eindeutig woher die Beutelmeise ihren Namen hat, wenn man einmal ihr Nest gesehen hat: Am bemerkenswertesten ist wahrscheinlich das einzigartige, beutelförmige Nest, welches aufwendig aus wolligen Pflanzenteilen oder Tierhaaren konstruiert wird. Beutelmeisen besitzen ein kompliziertes Fortpflanzungssystem und leben polygam.

Aussehen

Beutelmeise am Nest | © Gunther Zieger © Gunther Zieger
Das einzigartige Nest der Beutelmeise

Größe: ca. 10 – 11,5 cm

Kennzeichen
Sehr klein, kennzeichnend feiner, konisch-spitzer Schnabel. Adult fast wie Neuntöter-Weibchen gefärbt, mit schwarzer Maske, hellgrauem Scheitel/Nacken und rotbraunem Mantel. Männchen im Vergleich zu Weibchen mit breiterer Augenmaske und dunkler rotbraunem Mantel sowie ausgeprägterer diffuser rotbrauner Brustfleckung.
Fliegt leicht und etwas hüpfend, klettert sehr geschickt an dünnen Zweigen, hängt oft mit dem Bauch nach oben.
Das Jungendkleid ist matter gefärbt, Maske graubraun und schwach angedeutet (nie schwarz), Mantel gelblich graubraun, Scheitel graubeige, Stirn etwas heller.

Vorkommen

Bei uns
Im Norden Sommervogel, April bis Oktober; Im Mittelmeerraum Jahresvogel. Hat sich in den letzten Jahren weit nach Nordwesten ausgebreitet.

Verbreitung
Das Areal reicht mit Lücken von Spanien bis in Gebiete östlich des Ural.

Verbreitung in Bayern
Die Beutelmeise ist in Bayern nur regional und lokal verbreitet. Das Brutareal konzentriert sich vor allem auf das Maintal zwischen Kulmbach und Volkach und auf das schwäbische und niederbayerische Donautal. Bedeutsame kleinere Vorkommen wurden entlang der Regnitz nördlich von Erlangen, an der mittleren Altmühl und im Erdinger Moos festgestellt.

Bestand in Bayern: 270-380 Brutpaare

Lebensweise

Beutelmeisennest hängt an einem Zweig, im Hintergrund Schilf und ein See | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Beutelmeisennester werden an einem dünnen, herabhängenden Zweige geflochten

Lebensraum
Brütet in Laubbäumen an Flüssen und Seen sowie in buschreichen Sumpfgebieten.

Nahrung
Sie ernährt sich in erster Linie von kleinen wirbellosen Tieren die sie am Röhricht und im Schilf erbeutet. Dazu zählen zum Beispiel Raupen, Zweiflügler und Spinnen. Gerade im Winter ernährt sie sich auch von Pollen und Samen.

Fortpflanzung
Beutelmeisen leben polygam (vor allem Polygynie, was bedeutet, dass ein Männchen innerhalb einer Fortpflanzungsperiode sich mit mehreren Weibchen paart); mehrere Nester können nahe beieinander liegen, jedoch kein Koloniebrüter.

Nest
Braucht für Nestanlage geeignete Bäume mit lang herabhängenden Zweigen (Weiden, Birken, Erlen). Sehr kunstvolles Nest, beutelförmig und mit Einschlupfröhre, geschickt in dünne, herabhängende Zweige geflochten, außen hell und flauschig durch eingewobene Samenwolle von Weiden, Pappeln und Rohrkolben. Abgesehen von der Einschlupfröhre ist dieser Beutel fast komplett geschlossen.

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes), Unterordnung: Singvögel (Passeri), ohne Rang: Passerida, Familie: Beutelmeisen (Remizidae), Gattung: Remiz, Art: Beutelmeise

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