Baumfalke

Falco subbuteo

Baumfalke sitzt auf einem Ast eines Baumes | © Marcus Bosch © Marcus Bosch

Der Baumfalke ist ein kleiner, schnittiger Falke. Von der Größe her ist er mit dem Turmfalken vergleichbar, im Flug fallen aber die längeren und schmaleren, seglerartigen Flügel auf. Auch der kürzere Schwanz des Baumfalken, der im Sitzen nicht über die Flügelspitzen hinausragt, ist ein Unterscheidungsmerkmal.

Die Oberseite des Baumfalken ist schiefergrau, die Unterseite hell und unterschiedlich stark dunkel gestreift oder gestrichelt. Die dunkle Schwanzbänderung ist oft nur undeutlich zu erkennen, im Gegensatz zum Turmfalken, bei dem sich die breite dunkle Schwanzbinde deutlich von den ansonsten hellen Schwanzfedern abhebt.

Bei guten Lichtverhältnissen kann man die rostroten „Hosen“ und Unterschwanzdecken erkennen oder die an den Wanderfalken erinnernde Gesichtszeichnung mit kräftigem Bartstreif zwischen hellen Wangen und heller Kehle.

Nahrung, Lebensraum und Zugverhalten

Baumfalke im Flug | © Herbert Henderkes © Herbert Henderkes

Mit schnellen Flügelschlägen und kurzen Gleitphasen gibt er einen rasanten Luftjäger ab. Bevorzugte Jagdgebiete sind Heiden, Moorlandschaften, Lichtungen und verlandende Gewässer, wo er im Gleitflug oder im schnellen Überraschungsangriff Kleinvögel wie Sperlinge, Finken, Feldlerchen und Mauersegler erbeutet.

Über Schilfgürteln und Feuchtgrünland werden Libellen gejagt. Zur Brutzeit sind Kleinvögel die Hauptnahrung, während im Wintergebiet v.a. Insekten auf dem Speiseplan stehen.

Der Baumfalke brütet an Waldrändern, in Feldgehölzen oder auf Einzelbäumen in der Nähe von geeigneten Jagdgebieten, baut aber keine eigenen Nester, sondern nutzt alte Nester anderer Vögel, besonders von Rabenkrähen.

Als Zugvögel sind Baumfalken bei uns ab April zu beobachten und ab August ziehen die ersten Tiere schon wieder weg, um im südlichen Afrika oder in Südasien zu überwintern. Das Brutgebiet erstreckt sich über ganz Eurasien bis an die Pazifikküste und bis ans Mittelmeer, einschließlich Nordwestafrika und Israel.

Bestand und Gefährdung

Zwei Baumfalken auf einem Rohr | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

In Deutschland ist der Baumfalke mehr oder weniger flächendeckend verbreitet, aber nur in geringen Dichten, mit einem Gesamtbestand von ungefähr 2600-3400 Brutpaaren.

Die Art steht auf der Roten Liste Deutschlands in der Kategorie „gefährdet“.

Gefährdungsursachen im Brutgebiet sind Lebensraumverlust (Abholzen geeigneter Brutbäume und Feldgehölze, Entwässerung, Umwandlung von Grünland in Ackerfläche, Verlust der Nahrungsgrundlage durch Pestizideinsatz) und auch direkte Verfolgung.

Hinzu kommen Gefahren auf dem Zugweg, insbesondere durch Jagd – im Überwinterungsgebiet und auch bei uns

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