Alpenstrandläufer

Calidris alpina

Ruf des Alpenstrandläufers

Stimme des Alpenstrandläufers
Ruft surrend oder rau rollend "krrrrü", im trupp kurz, hell twitschernd "plipp-ipp-ipp"; singt im Flug ansteigend, gepresst "RRÜi-RRÜi-RRÜi-RRÜi-...", in fallenden, etwas stockenden, harten Triller übergehend, "rüRRÜÜrürürürürü-rü-ru-ru ru ru ru".

Status

Rote Liste Bayern: ungefährdet
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht

Blick ins Geschichtsbuch

Volkstümlicher Name
Seinen Namen bekam er von Carl von Linne zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der den Alpenstrandläufer in den lappländischen Alpen beobachtete.

Aussehen

Alpenstrandläufer im Prachtkleid | © Frank Derer © Frank Derer
Alpenstrandläufer im Prachtkleid (Calidris alpina)

Größe: ca. 317 - 21 cm

Spannweite: ca. 32 - 36 cm

Gewicht: 40 - 60 Gramm

Alter: bis zu 24 Jahre

Kennzeichen
Der Alpenstrandläufer ist der häufigste Strandläufer. Im Prachtkleid ist er zudem unverwechselbar. Der Rücken ist rostrot, oder rotbraun und schwarz gemustert, der Bauch rein schwarz. Der pinzettenartige schwarze Schnabel ist leicht gebogen. Im Schlichtkleid ist er unauffällig, mit grauem Rücken und weißem Bauch. Bei uns kommen die Unterarten C.a. schinzii und C.a. alpina vor.

Ähnliche Arten
Im Prachtkleid kann der Alpenstrandläufer auf Grund seines schwarzen Bauchflecks mit keiner anderen Art verwechselt werden. Wegen seiner relativen Häufigkeit wird er sogar häufig als Vergleichsmaßstab für die Identifikation anderer Watvögel herangezogen. Im Schlichtkleid, wenn der schwarze Bauchfleck fehlt, besteht eine Verwechslungsmöglichkeit mit dem Bairdstrandläufer.

Vorkommen

Alpenstrandläufer-Schwarm fliegt übers Wasser | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Als Durchzügler in Bayern zu beobachten: Alpenstrandläufer

Bei uns
Kurz-, Mittelstreckenzieher, überwintert in Mittel- und Südeuropa. Von August bis Mai zu beobachten. Da viele Alpenstrandläufer bei ihrem Durchzug noch in der Mauser sind, können sie ihn häufig an seinem noch, bzw. schon leicht schwarzen Bauch erkennen. Im Winter ist er dann eher unauffällig gefärbt.

Verbreitung
Das Areal des Alpenstrandläufers erstreckt sich zirkumpolar zwischen dem Nordrand gemäßigter Breiten bis in die arktische Tundra, in Europa von Großbritannien über das nördliche Mitteleuropa und Skandinavien.

Verbreitung in Bayern
Der Alpenstrandläufer ist alljährlicher Durchzügler in Bayern, wobei der Wegzug gegenüber dem Heimzug deutlich überwiegt.

Lebensweise

Alpenstrandläufer im Watt | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Stochert im Schlamm nach Nahrung: Der Alpenstrandläufer

Verhalten
Er stochert bei der Nahrungssuche mit seinem langen Schnabel im Schlamm herum. Wenn sie in großen Trupps bei uns Rast machen kann man ihre synchronen Flugmanöver bestaunen. Ihre Nester bauen Alpenstrandläufer gut versteckt im Gras. Beide Eltern brüten.

Lebensraum
Der Alpenstrandläufer brütet in der Tundra, Feuchtwiesen und Salzmarschen. Zur Rast und als Winterquartier bevorzugt er Feuchtgebiete, Salzmarschen, das Watt, sowie Strand- und Binnengewässer. In Deutschland an seiner südlich Verbreitungsgrenze gibt es nur noch vereinzelte Bruten.

Nahrung
Der Alpenstrandläufer frisst gerne Insekten und Larven, Würmer, Muscheln, Schnecken und Krebse.

Jungvögel sind in ihrer Entwicklung in besonderem Maße auf leicht zu erbeutendes und auch bei schlechtem Wetter verfügbare Insektennahrung angewiesen. Besonders bei schlechtem Wetter sind die Küken auf ausreichende, energiereiche Nahrung angewiesen, da ihre Dunen nicht wasserdicht sind und sie mit ihrem Schnabeln noch nicht im Boden stochern können. Sie picken kleinste Tiere von Pflanzen und Boden. Die Küken schlüpfen in der Tundra im Juli und damit in einem Zeitraum, in dem ein Maximum solcher Insekten an der Oberfläche der Tundra für sie erreichbar ist.

Nest
Das Nest ist napfförmig und meist gut in einem Grashorst versteckt. Das Weibchen legt zur Brutzeit von April bis Juli bis vier Eier.

Zugverhalten
Der Alpenstrandläufer wechselt zwischen seinem Brutrevier in Nordeuropa und der arktischen Tundra im Herbst in sein Winterquartier. Je nach Herkunft erstreckt es sich von Mittel-bis Südeuropa und Westafrika bis nach Asien. Im Frühling kehrt er zurück in sein Bruthabitat.

Schon gewusst?

Dreiviertel seines Lebens verbringt der "Alpi" auf dem Zug oder im Winterquartier.

Systematik
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes), Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae), Gattung: Strandläufer (Calidris), Art: Alpenstrandläufer

Quelle: Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011. 

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