Alpensegler

Tachymarptis melba

Flugruf des Alpenseglers

Stimme des Alpensegler
Leicht erkennbarer lauter, nicht allzu schneller Triller, der sich beschleunigt oder (häufig) verlangsamt und zum Schluss etwas abfällt, z.B. „ti ti tititititititititititi-ti-ti-ti-ti-ti tü tü“.

Status

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischen Restriktion

Blick ins Geschichtsbuch

Volkstümlicher Name
Der Gattungsname „Apus“ bedeutet übersetzt „ohne Füße.“ Zwar haben Segler Füße, sie benutzen sie aber kaum, da sie den größten Teil ihres Lebens in der Luft verbringen, was ihnen vermutlich auch den Namen eingebracht hat.

Aussehen

Alpensegler im Flug | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Alpensegler (Tachymarptis melba)

Größe: ca. 20 – 22 cm

Spannweite: ca. 51 – 58 cm

Gewicht: ca. 76 – 125 g

Alter: Das durch Beringung nachgewiesene Höchstalter Schweizer Alpensegler sind 26 Jahre, weitere Vögel wurden 22 und 21 Jahre alt.

Kennzeichen
Großer Segler, langflügelig und deutlich größer als Mauersegler und damit der größte Segler Europas. Seine Flügelschläge sind deutlich langsamer als bei kleineren Arten, wirkt dadurch manchmal wie ein kleiner Falke.
Grundfarbe des Körpers graubraun. Auffällig weißer Bauch der von der ebenfalls weißen Kehle, die von Weitem aber oft dunkel erscheint, durch ein dunkles Halsband getrennt ist.

Ähnliche Arten
Durch seine beachtliche Größe und den weißen Bauch gut von anderen Arten unterscheidbar. Zudem sind Alpensegler deutlich größer als Mauersegler.

Vorkommen

Bei uns
April bis September (Sommervogel), überwintert im südlichen Afrika, Langstreckenzieher 

Verbreitung
Das Areal des Alpenseglers erstreckt sich von Nordafrika und SW-Europa östlich bis Innerasien sowie über N-Arabien bis Indien und Sri Lanka. Ferner kommt die Art in Ost- und Südafrika vor. Die nördlichsten Brutplätze werden im südlichen Mitteleuropa erreicht.

Verbreitung in Bayern
Für lange Zeit war Freiburg im Breisgau die einzige Stadt Deutschlands, in der Brutvorkommen zu verzeichnen waren. Wohl durch den Klimawandel beeinflusst breitet sich der „Weißbauch“ in weiteren Städten im Süden und Westen der Republik aus. Inzwischen sind bereits Stuttgart und Karlsruhe besiedelt. Es ist zu hoffen, dass dieser Große Segler bald auch Augsburg und München erreicht.
Das einzige regelmäßige Brutvorkommen befindet sich in Lindau am Bodensee. Als neue Brutvogelart für Bayern tritt der Alpensegler dort seit 2005 auf.

Bestand in Bayern: 1-3 Paare

Lebensweise

Alpensegler am Gebäude | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Brüten an hohen Gebäuden: Alpensegler

Verhalten
Obwohl Alpensegler eine saisonale Dauerehe führen, treffen sich beide Partner oftmals im Folgejahr am selben Kolonie-Brutplatz wieder. Grund hierfür ist eine ausgeprägte Brutortstreue. Gerne werden schon bestehende Nester besetzt und ausgebessert.

Wie auch Mauersegler verbringen Alpensegler den größten Teil ihres Lebens in der Luft. Gebrütet wird jedoch an Felswänden oder an hohen Gebäuden. Dies können Kirchtürme, Wohnhäuser oder auch Schulen sein, wichtig ist vor allem ein freier An- und Abflug. 

Lebensraum
Brütet kolonieweise an Felswänden und hohen Gebäuden. Als Felsenbrüter kommen sie vor allem in den Alpen vor, haben sich jedoch als Gebäudebrüter in einigen südlichen Städten etabliert.

Nahrung 
Alpensegler ernähren sich von fliegenden und schwebenden Kleintieren, die sie in der Luft fangen. Während der Fütterungszeit können Insekten im Unterzungensack gesammelt und zum Nest transportiert werden.

Nest 
Das Nest, eine runde Schale, besteht aus mit Speichel verklebten Halmen, Blättern, Federn oder Fasern, die in der Luft gesammelt werden.

Schon gewusst?

Alpensegler können bei ihren großen Streifzügen beachtliche Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/ h erreichen.

Gefährdung

Wie viele andere Gebäudebrüter ist auch der Alpensegler durch bauliche Maßnahmen oder mutwillige Zerstörung der Nester an Gebäuden betroffen. Felsenbrüter hingegen leiden unter dem zunehmenden Bergtourismus, insbesondere unter dem Klettertourismus. Aber auch witterungsbedingte Verluste können auftreten.

Bauliche Veränderungen und Renovationen
Die größte Gefahr für den Alpensegler in Mitteleuropa sind bauliche Veränderungen an ihren Nistplätzen. Die unscheinbaren Nester werden bei Renovationsarbeiten oder baulichen Veränderungen im Dachbereich meist unbemerkt verschlossen. Dies kann ohne großen Aufwand verhindert werden. Die Hinzuziehung eines Spezialisten ist zu empfehlen.

Versiegelung der Gebäudefassaden
Bei Renovationsarbeiten und wenn Gebäudefassaden wärmeisoliert werden, werden Fassadenhohlräume meist verschlossen. Damit wird die Anzahl der Nistmöglichkeiten für die Alpensegler stark reduziert.

Mit Nistkasten helfen

Wer sein Haus renoviert oder Alpenseglern etwas Gutes tun möchte kann mit Nistkästen Abhilfe schaffen. Diese müssen jedoch in großer Höhe angebracht werden. Zudem müssen bekannte Schlaf- und Brutplätze der Alpensegler gesichert werden, um diese vor Störungen zu schützen.

Wichtig beim Anbringen von Nistkästen ist allerdings, dass sich der Nistplatz auf mindestens 5 Meter Höhe befindet. Der Alpensegler bevorzugt einen Einflug von unten und benötigt ein Einflugsloch von mindestens 9 cm Durchmesser.

 

Systematik
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes), Familie: Segler (Apodidae), Gattung: Apus, Art: Alpensegler

Quellen:
Lars Svensson: Der Kosmos Vogelführer, Stuttgart 2011.
Bayerisches Landesamt für Umwelt, lfu.bayern.de

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