Wegwarte - Cichorium intybus

Die himmelblauen Blüten öffnen sich nur vormittags | © Patricia Danel © Patricia Danel
Die Wegwarte besticht durch ihre zartblaue Blüte

Die Heilpflanze des Jahres 2020 findet sich an Standorten wie Wegrändern, Ackerrändern oder im Straßenbegleitgrün und dient Insekten dort als Futterquelle.

Die himmelblauen Blüten der Wegwarte öffnen sich nur vormittags und blühen nur einen einzigen Tag. Ihr Standort darf nicht zu feucht sein, sie mag es trocken, warm und braucht Licht zur vollkommenen Entfaltung. Konkurrenz durch sie überwuchernde Büsche und Gräser verträgt sie nur eine Zeit lang. Die Bezeichnung Wegwarte rührt von ihrem Wuchsort her: sie wartet förmlich am Wegesrand - solange diese nicht gemäht werden.

Die in Europa und Westasien heimische Pflanze wird seit dem Altertum genutzt. Die Bitterstoffe, Gerbstoffe sowie Folsäure und Eisen wirken blutstillend, harntreibend und verdauungsanregend, welche die Wegwarte als Heilpflanze auszeichnet. Während Krisenzeiten wurde die Wurzel der Pflanze gemahlen und als Kaffee-Ersatz genossen - der sogenannte Zichorienkaffee.

Verbreitungsstrategie der Pflanze

Wegwarte besiedelt neue Standorte schnell | © Patricia Danel © Patricia Danel
Freie oder ungenutzte Flächen werden von Pionieren wie der Wegwarte schnell erobert

 

Die Wegwarte wird durch Insekten wie Schwebfliegen und Bienen obligat fremdbefruchtet, was bedeutet, dass sie muss bestäubt werden. Eine Eigenbestäubung ist nicht möglich. Ist die Pflanze abgeblüht, werden die Samen ausgebildet und stehen zur Verbreitung über Wind oder Tierfell für die nächste Generation bereit. Eine vegetative Verbreitung über Wurzelstücke oder ähnliches ist nicht möglich.

Die Wegwarte ist Teil der Trittpflanzengesellschaft und somit häufig anzutreffen mit Löwenzahn, Wegerich oder Vogel-Knöterich. Sie hat wenig ausgeprägte Standortansprüche, wodurch sie neue Lebensräume relativ einfach erobert. Diese Eigenschaft macht sie zu einer Pionierpflanze.

 

Problematik für das Habitat der Wegwarte

Wegwarte als Pionier  | © Patricia Danel © Patricia Danel
Nicht genutzte Flächen können so Lebensraum für Flora und Fauna bieten

Problematisch für die Wegwarte ist dabei der Pflegezeitpunkt öffentlicher Flächen. Wird die Ausbildung von Samen in der Vegetationsperiode unterbrochen bedeutet das, die Pflanze kann keine Samen für die nächste Generation ausbilden. Wiederholt sich dies Jahr für Jahr, ist auch die vorhandene Diasporenbank im Boden erschöpft und die Pflanze kann über kurz oder lang auf diesem Standort nicht mehr vorkommen. 

Eine angepasste Pflegestrategie für solche Weg- und Ackerränder oder Straßenbegleitgrün kann dafür sorgen, dass die Flora Zeit genug hat Samen zu bilden. Auch die Tierwelt profitiert davon. Das Pollen- und Nektarangebot bleibt für die Insekten erhalten und bietet gleichzeitig einen Lebensraum zur Überwinterung von Insektenlarven. Hierbei ist es wichtig, dass eine Teilfläche bis ins nächste Frühjahr nicht gemäht wird, um den Reproduktionszyklus nicht zu unterbrechen.

 

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