Spechte an der Hauswand - Fassadenhacker

Trommler des Waldes verursachen Schäden an Fassaden

Buntspecht an einer Hauswand | © Werner Borok © Werner Borok
Hausfassaden erwecken bei den Spechten den Eindruck eines Baumes

Es lässt es sich nur schwer ergründen, warum Spechte in Fassaden schlagen. Da die meisten Meldungen im Herbst erfolgen, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Jungspechte handelt, die ein eigenes Territorium suchen. Geeignete freie Reviere sind allerdings selten. Mit Bäumen begrünte Siedlungsgebiete in Städten und Dörfern bieten deshalb eine Ausweichmöglichkeit ein Revier zu errichten. Dabei untersuchen und erkunden die Tiere das Territorium und die vorhandenen Bäume und Bauten.

Warum tun die Spechte das?

Offenbar erwecken die Fassaden bei den Tieren den Eindruck eines Baumes: Die raue Struktur des Verputzes gleicht der Baumrinde. Das Dämmmaterial hat in etwa die gleiche Konsistens wie weiches, vermodertes Holz. Und beim Trommel auf Styropor hört es sich ähnlich an wie beim Trommeln auf hohlem Holz. Findet der Specht dort auch noch Insekten, fühlt er sich gleich heimisch und untersucht auch die tieferen Schichten unter der „Rinde“. Wird eine frisch verputzte Wand durch einen Specht aufgehackt, ist dies natürlich sehr ärgerlich. Wir haben für Sie einige Maßnahmen zusammengetragen, mit denen Sie diese Spechtschäden verhindern können.

Achtung bei Eigeninitiativen

Spechtschäden an einer Hauswand | © Werner Borok © Werner Borok
Spechtloch an einer Hausfassade.

Nicht nur die Vögel selbst, sondern auch ihre Nist- und Zufluchtsstätten an Gebäuden stehen unter dem Schutz des Bundnaturschutzgesetzes. Demnach ist Töten, Verletzen, Fangen sowie die Zerstörung der Quartiere oder Veränderungen daran zu jeder Jahreszeit nicht erlaubt.

Sollten derlei Maßnahmen unvermeidbar sein, wenden Sie sich wegen einem Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung an die Höhere Naturschutzbehörde.

Grundsätzlich sollte man die Spechtlöcher möglichst schnell wieder verschließen, damit die isolierende Funktion der Wärmeschutzdämmung erhalten bleibt! Vorsicht: auf mögliche Bruten in den Höhlen achten! Langfristig sollte man Baumaterialien verwenden, die verhindern, dass der Specht die Hausfassaden überhaupt bearbeiten kann. Dafür eignen sich glatte Fassadenverkleidungen, an denen sich die Spechte nicht festhalten können. Auch besonders dicken Verputz können sie nicht durchdringen.

Vergrämungsmaßnahmen

Stören Sie die Vögel so oft wie möglich, auch nachts. Leuchten Sie mit einer Lampe in die Höhle und machen Sie Lärm. Gegenstände, die sich bewegen, die reflektieren oder Töne erzeugen können Sie in der Nähe der Höhle anbringen. Geeignet sind z.B. Flatterbänder, Alustreifen, Vorhänge aus CDs, Wimpelleinen, Flugdrachen oder Vogelscheuchen. Wenn Sie Spechtattrappen an die Höhle montieren, glaubt der Specht, das Revier sei schon besetzt.

Schutz der Fassade

Feinmaschige, straff gespannte Drahtnetze an den Fassaden befestigt, dünne Metallbleche an den Hausecken oder Fassadenbegrünungen verhindern, dass der Specht neue Löcher in den Putz hackt. Die Maßnahmen sollten großflächig angebracht werden, da die Spechte sonst anderweitig ausweichen. Auch kann es sein, dass sie sich z. T. an die Methoden gewöhnen. Man sollte also die Anordnung öfter wechseln und viel Geduld aufbringen!

Schutz des ursprünglichen Lebensraumes

Prinzipiell muss man die Spechte in ihrem natürlichen Lebensraum fördern. Dafür müssen vor allem in Wäldern alte und tote Bäume stehen bleiben. Monotone Fichtenforste müssen in Mischwälder umgewandelt werden. Auch der Erhalt und der Schutz von alten Streuobstbeständen, extensiv bewirtschafteten Wiesen, Weiden und Heidegebieten ist sehr wichtig.

Kostenlose Broschüre zum Thema als PDF

Was tun bei einem Specht an der Fassade? Mit unserer 20-Seitigen LBV-Broschüre geben wir Ihnen Rat an die Hand. Hier zum Download kostenlos erhältlich

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