Markierungen im UV-Bereich

BirdPen, BirdSticker und Co.

In manchen Situationen, vor allem im Wohnbereich (z.B. Wohnzimmerfenster) finden auch die dezent sichtbaren Muster oft keine Akzeptanz oder die baulichen Voraussetzungen machen eine Anbringung sehr kompliziert. Für solche Fälle wurden Produkte entwickelt, die die Fähigkeit der meisten Vögel im UV-Bereich zu sehen, ausnutzen. Dabei handelt es sich um Markierungen, die für das menschliche Auge weitgehend transparent sind, aber UV-Licht reflektieren und dadurch für den Vogel sichtbar werden.

Totes Rotkehlchen vor einem Fenster | © Anne Schneider © Anne Schneider
Auch an kleinen Fenstern kommt es immer wieder zu Vogelschlag
Folienstreifen | © Anne Schneider © Anne Schneider
transparente UV-Folie in Streifenform

So handelt es sich z.B. bei den BirdStickern um Aufkleber in der bekannten Silhouetten-Form. Da sie aber transparent sind, können sie in der nötigen Dichte (max. handflächengroße Abstände zwischen den Aufklebern) angebracht werden, ohne dass der Lichteinfall und die Aussicht beeinträchtigt werden. Mit dem BirdPen werden wie mit einem Filzstift 2 cm breite Streifen im Abstand von 10 cm auf die Scheibe gemalt. Zudem gibt es verschieden transparente Folien die in Streifenform oder flächig auf die Scheibe aufgeklebt werden können.

Der Nachteil an allen diesen Markierungen ist, dass es noch immer Unklarheiten gibt, wie gut sie sich tatsächlich für die Vermeidung von Vogelschlag eignen. Unbestritten ist, dass sie zwar eine gewisse Wirkung zeigen, der Wirkungsgrad jedoch deutlich unter dem der sichtbaren Markierungen liegt, wie Flugtunnel-Tests einiger Produkte an der Beringungsstation Hohenau-Ringelsdorf (Österreich) belegen. Erfahrungsberichte aus der realen Anwendung lassen andererseits jedoch vermuten, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch eine gute Wirksamkeit vorliegen kann. Welche Faktoren die Wirkung der UV-Markierungen wie beeinflussen, wollen wir in einer aktuellen Praxis-Studie herausfinden.

In Anbetracht der vorliegenden Kenntnisse können UV-Markierungen daher nur eingeschränkt empfohlen werden. Überall dort, wo die wirksameren sichtbaren Markierungen machbar sind, sollten diese auch unbedingt umgesetzt werden. Nur in Situationen, wo tatsächlich keine dieser Möglichkeiten in Frage kommt und die Alternative gar kein Schutz wäre, sind UV-Markierungen dann doch die bessere Lösung.

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Anne Schneider

0 91 74 / 47 75 - 74 38

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