Pflanzen für den vogelfreundlichen Garten

Vielfalt im Garten schafft Tieren Lebensräume

Je mehr verschiedene Strukturen in Ihrem Garten vorhanden sind, desto mehr Arten finden dort einen Lebensraum, also Nahrung, Versteck- und Nistmöglichkeiten. Und je größer Ihr Garten ist, desto mehr Kleinlebensräume lassen sich einrichten.

Vogelbeere | © Thomas Stephan © Thomas Stephan
63 Vogelarten haben die Vogelbeere auf ihrem Speiseplan

Einheimische Pflanzen

Vögel ernähren sich z.B. von Insekten oder Samen, deshalb sollte generell die einheimische Flora und Fauna gefördert werden. Pflanzen Sie einheimische Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume. Bieten Sie damit den Vögeln eine Vielzahl von Samen und Früchten. Außerdem locken die Pflanzen Insekten an, was wiederum die Insektenfresser unter den Vögeln freut. Zierpflanzen sind oft von vornherein auf Unfruchtbarkeit gezüchtet und werden von Insekten gemieden. Fremdländische Pflanzen hingegen tragen oft Früchte, mit denen die hiesige Vogelwelt nichts anzufangen weiß. Wie vogelfreundlich unsere heimischen Arten sind, wird z.B. an der Vogelbeere (Eberesche) deutlich: 63 Vogelarten fressen die roten Beeren!

Hier finden Sie einheimische Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume (Liste als PDF-Download).

Alte Bäume bieten Unterschlupf und Nahrung

Bäume mit Höhlen (z.B. alte Obstbäume), mit einem hohen Anteil an Totholz oder einem besonders großen Nahrungsangebot für Insekten (z.B. Stieleiche, Bergahorn), sind ein wichtiger Bestandteil eines naturnahen Gartens. Sie strukturieren ihn, bieten Nahrung und Nistmöglichkeiten. Deshalb pflanzen Sie, wenn es die Größe Ihres Gartens zulässt, heimische Baumarten und lassen Sie alte Obstbäume möglichst stehen, selbst wenn sie nicht mehr so stark tragen. Entfernen Sie tote Äste aus ihnen nur wenn sie eine Gefahr durch Herabbrechen darstellen. So erhalten Sie wichtigen Lebensraum.

Hecken, Sträucher und Gebüsche

Hecken und Sträucher sind ein wichtiger Lebensraum für etliche Tier- und Vogelarten. Amseln, Grünfinken, Hänflinge und Gartengrasmücken sind auf das dichte Gestrüpp einer Hecke angewiesen und auch Igel verstecken sich gern dort. Wählen Sie möglichst fruchttragende Gewächse aus, dann bieten Sie nicht nur Versteckmöglichkeiten und Plätze zum Brüten an, sondern auch eine Nahrungsquelle, besonders im Winter. Eine Hecke aus dornigen Pflanzen (z.B. Schlehe oder Weißdorn) bietet kleineren Vogelarten und ihren Nestern Schutz, auch vor Elstern, die gelegentlich Nester ausräubern.

Gehölzschnitt nicht während der Brutzeit

Obstbaumschnitt | © J. Römheld © J. Römheld
Schnitt nicht in der Brutzeit.

Vermeiden Sie es unbedingt, während der Brutzeit Ihre Hecke zu schneiden. Selbst wenn das Nest dabei nicht zerstört wird, kann die Störung zu einer Aufgabe des Geleges führen. Im schlimmsten Fall verhungern dann die bereits geschlüpften Jungvögel.

Ohnehin dürfen an Hecken laut Bundesnaturschutzgesetz zwischen dem 1. März und Ende September nur die Triebe des laufenden Jahres entfernt werden, aber auch dann muss die Hecke vorher unbedingt auf brütende Vögel kontrolliert werden. Das Schnittgut sollten Sie nicht häckseln, sondern möglichst zu Reisighaufen aufschichten. Hier finden viele Arten einen sicheren Schlafplatz und z.B. Rotkehlchen und Zaunkönig nisten hier.

Heimische Wildstauden als Blütenpracht

Garten mit blühenden Bauerngartenblumen | © Birgit Helbig © Birgit Helbig
Farbenvielfalt im Naturgarten: Herrlich bunte Staudenbeete

Bunte Staudenbeete sind ein echter Blickfang im naturnahen Garten. Auch hier sind heimische Wildstauden für die Tierwelt am wertvollsten, denn an diese ist Die Fauna perfekt angepasst. Manche Züchtungen haben hingegen so große Blüten, dass Schmetterlinge und andere Insekten den Nektar nicht mehr erreichen können.

Oder sie produzieren zugunsten größerer und zahlreicherer Blütenblätter gar keinen Nektar mehr. Die an den Pflanzen fressenden Schmetterlingsraupen, aber auch die adulten Insekten, bieten den Vögeln reichlich Nahrung - gerade im Frühling, wenn sie ihre Jungen aufziehen. Aber auch viele Samenstände werden von Vögeln gern gefressen, z.B. Distelsamen vom Stieglitz (Distelfink).

Blumenwiese – Farbspektakel im Wohngebie

Wiese mit Tagpfauenauge | © C. Geidel © C. Geidel
Auf naturnahen Blumenwiesen fühlt sich das Tagpfauenauge wohl

Die Blumenwiese ist das Herz eines jeden Naturgartens. Sie ist das beste Verbreitungsgebiet für Blumen und Wildpflanzen. Viele Schmetterlinge und andere Kleintiere finden hier Verstecke, Unterschlupf und Nahrung, so auch das allseits beliebte Tagpfauenauge. Insekten als Nahrungsquelle locken auch Vögel an. Eine Blumenwiese bietet Farbenpracht und biologische Vielfalt. Wir haben einige Tipps für Sie, wie Sie ein solches Schmuckstück am besten handhaben.

  • Verzichten Sie auf Herbizide und jegliche Düngung.
  • Um den hohen Nährstoffgehalt im vorhandenen Rasen abzubauen, arbeiten Sie Sand ein.
  • Erwerben Sie Wildblumensamen und Wildkräuter und säen diese auf bewuchsfreien Stellen oder magerem, unkrautfreiem (Sand)boden aus (möglichst heimisches Saatgut verwenden).
  • Haben Sie Geduld. Die ganze Schönheit wird sich nicht gleich im Folgesommer zeigen.
  • Die Wiese möglichst wenig betreten. Niedergetrampelte Pflanzen erholen sich nur langsam. Eventuell Wege mit dem Mäher freihalten.
  • Mähen Sie mit Sense bzw. Motorsense 2-mal im Jahr (Ende Juli und Ende Oktober) auf ca. 10 cm Schnitthöhe, Rasenmäher schneiden Pflanzen zu tief ab.
  • Lassen Sie das Schnittgut einige Tagen liegen, damit die Samen ausfallen können.
  • Nahrungspflanzen des Tagpfauenauges sind z.B. Disteln oder Dost. Beliebt sind aber auch Gewürzkräuter wie Lavendel, Salbei oder Thymian.
  • Wichtig: Die Schmetterlingsraupen sind auf die Große Brennessel als Nahrungsquelle angewiesen. Diese sollten sie also auch in ihrem Garten dulden.

Fassadenbegrünung ist Regen- und Windschutz

Begrünte Fassade | © B. Helbig © B. Helbig
Begrünte Fassaden sind nicht nur nützlich, sondern auch ein echter Hingucker.

Kletterpflanzen bieten Vögeln vielfältige Nist- und Versteckmöglichkeiten, sowie eine wichtige Nahrungsquelle. Viele Insektenarten leben und überwintern im dichten Gestrüpp, so z.B. der Zitronenfalter im Efeu. Häufig gibt es die Meinung, Kletterpflanzen würden mit ihren Haftwurzeln Putz und Mauerwerk zerstören. Solange der Putz keine Risse aufweist, ist diese Befürchtung unbegründet. Im Gegenteil: Eine Fassadenbegrünung hält sogar Regen und Wind von Ihrer Fassade ab. Alternativ können Sie auch Pflanzen wählen, die nicht direkt an der Wand entlangklettern, sondern auf eine Kletterhilfe angewiesen sind, wie z.B. die Kletterrose.

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