Was macht Nistkästen so wichtig?

Nisthilfen als Ersatz für ursprüngliche Brutplätze

Halsbandschnäpper sitzt am Einflugloch einer Baumhöhle | © Thomas Stephan © Thomas Stephan
Viele Vögel wie dieser Halsbandschnäpper zum Beispiel brauchen Totholz

Die ursprünglichen Lebensräume unserer Gartenvögel waren lichte Wälder oder Offenlandschaften mit vielen Bäumen. Sie zeichneten sich unter anderem durch einen hohen Totholzanteil aus. Totholz wird nicht nur als Nahrungsquelle genutzt - viele Insekten leben darin - sondern vor allem als Nistmöglichkeit. Viele Vogelarten nutzen Höhlen in Bäumen zur Aufzucht der Jungen. An erster Stelle steht natürlich der Specht, der eine Höhle zimmert. Danach ziehen die verschiedensten Arten ein, je nach Größe und Beschaffenheit. Ist das Einflugloch noch klein, nutzen kleine Singvögel wie Meisen, Kleiber und Baumläufer die Höhle. Fault sie aus und wird das Einflugloch größer, wird sie auch von großen Arten wie Tauben, Käuzen oder Dohlen bewohnt. Aber nicht nur Vögel nutzen die Höhlungen, auch Siebenschläfer oder Baummarder nehmen diese Nischen als Quartier an.

Heutzutage gibt es allerdings in den wenigsten Gebieten noch ausreichend Totholz und somit auch nicht genügend Nisthöhlen. Diesem Mangel kann man mit künstlichen Nisthilfen oder -höhlen abhelfen. Allerdings können z.B. Spechte diese Angebote nicht nutzen, da sie ihre Höhlen selbst anlegen. Entwickelt wurden die ersten Nisthilfen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie dienten in erster Linie der biologischen Schädlingsbekämpfung in den Wirtschaftswäldern. Man erkannte damals, dass Vögel Insekten fressen und somit Schädlinge vernichten, die in Wirtschaftswäldern großen Schaden anrichten können. Mit der Zeit wurden immer mehr Nisthilfen für die verschiedenen Arten entwickelt.

Auch wichtig: Ein naturnaher Garten

Garten mit blühenden Bauerngartenblumen | © Birgit Helbig © Birgit Helbig
Ein naturnaher Garten ist sehr wertvoll

Grundsätzlich ist jeder Nistkasten von Nutzen, denn in kalten Nächten schlafen Vögel gerne darin und suchen Schutz. Dabei ist die Bandbreite der Nisthilfen weitaus größer als weithin bekannt. Neben den bekannten Halbhöhlen- und Höhlenbrüterkästen für Gartenvögel wie Meisen und Stare gibt es auch spezielle Hilfen für Kleiber, Rotschwanz oder Zaunkönig.

Sie können vielen Tieren helfen, indem Sie Nistkästen anbringen. Vom einfachen Brettchen für Schwalben bis hin zum großen Eulenkasten. Aber auch Insekten und sogar Fledermäuse werden gerne Ihre Nistkästen annehmen: Nistkästen machen Spaß!

Das Aufhängen von Nisthilfen kann Vögeln helfen. Aber ohne entsprechenden Lebensraum hift auch der beste Nistkasten nicht. Legen Sie deshalb einen naturnahen Garten mit einer Blumenwiese und einheimischen Sträuchern an. In diesen Bereichen tummeln sich viele Arten, darunter auch Insekten, die Vögel für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen.

LBV-Podcast: Alles über Nistkästen

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