Häufiger heimischer Schmetterling - Tagpfauenauge

Tagpfauenauge sitzt auf einer Pflanze | © A. Hatlapa © A. Hatlapa
Tagpfauenauge – einer der schönsten Edelfalter

Das Tagpfauenauge ist einer der häufigsten und prachtvollsten heimischen Schmetterlinge. Oft findet er seinen Weg aus den Wäldern auch in unsere Gärten. Diese sind gerade auch im Hochsommer ein wichtiger und oft genutzter Lebensraum. Das Tagpfauenauge ist dort ein gerne gesehener Gast, ist er doch wegen seiner auffälligen Augen ein Hingucker für Naturfreunde. Doch dies dient nicht nur dem hübschen Aussehen, sondern auch zur Abschreckung von Fressfeinden. Diese werden in die Irre geführt, da ihnen mithilfe der großen Augen glauben gemacht wird, sie haben es mit einem viel größeren Tier zu tun.

Die vorderen Flügel des Männchens sind ungefähr 2,8 cm lang, wobei größere und kleinere Versionen auch vorkommen. Auf der Oberseite ist der Schmetterling rotbraun und beide Flügel sind mit den charakteristischen Augenflecken (schwarz, blau und gelbe Färbung) geschmückt, die Verwechslungen unmöglich machen. An der Flügelunterseite wechseln sich dunkelgrau und schwarz ab. Die Weibchen sehen genauso aus, sind nur etwas größer.

Atemberaubender Luftkampf

Raupe des Tagpfauenauge.

Im Mai legt ein Schmetterlingsweibchen bis zu 200 winzige grüne Eier an die Blattunterseite von Brennnesseln. Nach 1-2 Wochen schlüpfen die Eier. Die Raupen des Tieres sind schwarz und haben am ganzen Körper feine weiße Punkte und schwarze Dornen, außer am Kopf. Sie erreichen eine Länge von ca. 42 mm. Sie ernähren sich fast ausschließlich von der Großen Brennnessel. Besonders spektakulär ist der sogenannte "Luftkampf": Beim Jagen nach Weibchen beharken sich zwei Männchen und steigen dicht hintereinander in schnellem, nahezu senkrechtem Spiralflug bis in die Wipfelhöhe der Bäume. Tagpfauenaugen, die in Winterquartieren überwintert haben, können Sie von März bis Mai beobachten. Eine Raupengeneration ist von Mai bis Juni zu sehen. Vom LBV erhalten Sie wertvolle Tipps, wie Sie in Ihrem Garten eine Blumenwiese anlegen können, so dass Sie möglichst häufig von diesem schön anzusehenden Gast beehrt werden.

Schmetterlings-Buffet
Schmetterlingbar | © Anita-Schäffer © Anita-Schäffer
Ein Genuss für die schönen Falter: Das Schmetterlings-Büfett

Wenn Sie keine Ressourcen oder keinen Platz haben, um eine Schmetterlingswiese anzulegen, können Sie mit ein wenig Aufwand trotzdem die schönen Falter in Ihren Garten locken. Schmetterlinge mögen nämlich nicht nur Blumen und andere Pflanzen, sondern stehen ebenso auf Süßes und Fruchtiges. Diese Art der Nahrungsquelle können Sie ihnen ganz einfach anbieten.

  • Suchen Sie einen geeigneten Untersetzer heraus. Das kann zum Beispiel ein Plastik- oder Pappteller sein, ein Topfuntersetzer oder Ähnliches.
  • Versehen Sie den Untersetzer seitlich mit Löchern, damit man ihn später aufhängen kann.
  • Nehmen Sie stabiles Material (beispielsweise Draht) zur Hand und befestigen Sie den Untersetzer anhand der Löcher an einem Baum, Balken oder Sonstigem.
  • Nun können Sie verschiedene Breie aus Zucker, Sirup, Obst oder Honig zusammenstellen und den Untersetzer damit bestreichen.

    Hängen Sie das Büffet am Besten in der Nähe von Pflanzen auf, die normalerweise von Schmetterlingen besucht werden. So finden sie die neue Nahrungsquelle viel schneller.
Schmetterlings-Wiese
Schmetterling auf einem Daumen | © Richard Straub © Richard Straub
Lebensraum für Schmetterlinge.

Die Blumenwiese ist das Herz eines jeden Naturgartens. Sie ist das beste Verbreitungsgebiet für Blumen und Wildpflanzen. Viele Schmetterlinge und andere Kleintiere finden hier Verstecke, Unterschlupf und Nahrung, so auch das allseits beliebte Tagpfauenauge. Insekten als Nahrungsquelle locken auch Vögel an. Eine Blumenwiese bietet Farbenpracht und biologische Vielfalt. Wir haben einige Tipps für Sie, wie Sie ein solches Schmuckstück am besten handhaben.

  • Verzichten Sie auf Herbizide und jegliche Düngung.
  • Um den hohen Nährstoffgehalt im vorhandenen Rasen abzubauen, arbeiten Sie Sand ein.
  • Erwerben Sie Wildblumensamen und Wildkräuter und säen diese auf bewuchsfreien Stellen oder magerem, unkrautfreiem (Sand)boden aus (möglichst heimisches Saatgut verwenden).
  • Haben Sie Geduld. Die ganze Schönheit wird sich nicht gleich im Folgesommer zeigen.
  • Die Wiese möglichst wenig betreten. Niedergetrampelte Pflanzen erholen sich nur langsam. Eventuell Wege mit dem Mäher freihalten.
  • Mähen Sie mit Sense bzw. Motorsense 2-mal im Jahr (Ende Juli und Ende Oktober) auf ca. 10 cm Schnitthöhe, Rasenmäher schneiden Pflanzen zu tief ab.
  • Lassen Sie das Schnittgut einige Tagen liegen, damit die Samen ausfallen können.
  • Nahrungspflanzen des Tagpfauenauges sind z.B. Disteln oder Dost. Beliebt sind aber auch Gewürzkräuter wie Lavendel, Salbei oder Thymian.
  • Wichtig: Die Schmetterlingsraupen sind auf die Große Brennessel als Nahrungsquelle angewiesen. Diese sollten sie also auch in ihrem Garten dulden.

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