Schmetterlinge im Garten

Bunte Vielfalt am Tag und auch in der Nacht

Schmetterlinge sind nach Käfern die artenreichste Insektenordnung. Weltweit sind bisher über 180.000 Arten bekannt und jedes Jahr werden mehrere Hundert neue entdeckt. Wir geben Ihnen einen kleinen Einblick in das Leben der Schmetterlinge und was es mit Tag- und Nachtfaltern auf sich hat.

Tagpfauenauge sitzt auf einer Pflanze | © A. Hatlapa © A. Hatlapa
Tagpfauenauge – einer der schönsten Edelfalter

Das auffälligste Bestimmungsmerkmal: Die Flügel

Der Schachbrettfalter ist ist dunkelbraun mit hellen weißen Flecken. Die Ränder der Flügel sind ebenfalls weiß | © Lydia Geisenberger © Lydia Geisenberger
Gut an seiner Musterung zu erkennen: Der Schachbrettfalter

Auffälligstes Merkmal der Schmetterlinge sind die häufig sehr großen, bunten Flügel.

Die größte Flügelspannweite wurde mit bis zu 30 cm bei tropischen Faltern gemessen, die kleinsten mit weniger als 2 mm  ist unter den Motten zu finden. 

Nach dem Schlupf zum ausgewachsenen Schmetterling werden die Adern der vorher in der Puppe eng zusammengefalteten Flügel mit Blut gefüllt und voll entfaltet. Sobald die Flügel getrocknet sind, haben die Flügeladern keine Funktion mehr.

Die Flügel der Schmetterlinge sind wie ihre Körper mit winzigen Schuppen bedeckt.

Färbung und Struktur der Schuppen ergeben einzigartige Flügelmuster, anhand derer sich viele Schmetterlinge erkennen lassen. 

Nahrung(saufnahme) und Gehörsinn von Schmetterlingen

Taubenschwänzchen en saugt an einer Blüte Nektar | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Mit dem Saugrüssel nehmen viele Schmetterlinge Nahrung zu sich (Foto: Taubenschwänzchen)

Schmetterlinge ernähren sich nur von Flüssigkeiten, hauptsächlich Nektar. Die zu feinen Halbröhren umgewandelten Unterkiefer bilden zusammen den Saugrüssel, der bei unterschiedlichen Arten verschieden lang sein kann und in Ruhestellung aufgerollt unter dem Kopf getragen wird.

Einige wenige Arten nehmen im Erwachsenenstadium überhaupt keine Nahrung zu sich, bei ihnen ist häufig auch kein Saugrüssel ausgebildet. Im Sommer bei hohen Temperaturen kann man Schmetterlinge an Pfützen und Wasserstellen beobachten, wo die Tiere neben Wasser auch Mineralsalze aufnehmen.

Eine Besonderheit der Schmetterlinge stellen die "Ohren", die in einer Körpergrube an der hinteren Brust oder im Hinterleib liegen. Eine dünne Haut wirkt hierbei ähnlich dem menschlichen Trommelfell. Einige Nachtfalterarten können Töne selbst im Ultraschallbereich wahrnehmen und so Beute jagendenden Fledermäusen entwischen.

Hierzu lassen sich die Falter beim Hören einer anfliegenden Fledermaus einfach fallen und entkommen so den Feinden.

Tagfalter und Nachtfalter

Insgesamt gibt es weit mehr Nachtfalter als Tagfalter. Den etwa 180 in Deutschland vorkommenden Tagfalterarten stehen über 300 hier beobachtete Nachtfalterarten gegenüber. Die systematische Aufteilung in Tag- und Nachtfalter birgt einige Verwirrung, denn nicht alle bei Tageslicht fliegenden Schmetterlinge sind Tagfalter. 

Zu den Tagfaltern werden alle Schmetterlingsarten gezählt, deren Fühler in kleinen keulenförmigen Verdickungen enden. Tagfalter fliegen hauptsächlich bei Tageslicht. Alle übrigen Schmetterlingsarten werden als Nachtfalter beziehcnet, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass Nachtfalter nur während der Dunkelheit unterwegs sind. 

Tag- oder Nachtfalter? So können Sie sie unterscheiden

Tagfalter besitzen am Ende der fadenförmigen Fühler kleine Keulen. Ihre Flügel halten sie in Ruhestellung ausgebreitet oder senkrecht nach oben zusammengeklappt. Die Flügel sind meist auffällig bunt gefärbt. Tagfalter fliegen bei Sonnenlicht.

Die Fühler der Nachtfalter sind fadenförmig, fächerförmig oder einseitig gezähnt ausgebildet und enden nie in Verdickungen. In Ruhestellung bilden die Flügel eine Dreiecksform oder liegen dachartig über dem Körper zusammengefaltet. Sie sind häufig unauffällig gefärbt, bei vielen Arten sind nur die hinteren Flügel bunter. Unter den Nachtfaltern gibt es einige tagsüber fliegende Arten, die meisten jedoch fliegen nachts.

Beispiel Tagfalter: Großer Fuchs

Großer Fuchs auf einem Blatt, er hat orange-gelbe Flügel mit schwarzen Flecken auf den Flügeln | © Petra Altrichter © Petra Altrichter
Ausgebreitete Flügel und keulenförmige Flügelenden kennzeichnen den Großen Fuchs als Tagfalter

Beispiel Nachtfalter: Buchen-Streckfuß

Nachaufnahme Buchen-Streckfuß | © Thomas Stephan © Thomas Stephan
Die Fühler von Nachtfaltern wie bei dem Buchen-Streckfuß sind häufig fächerförmig ausgebildet

Entwicklung: Vom Ei zur Larve...

Die Raupe des Schwalbenschwanzes ist hellgrün mit schwarzen Streifen und orangefarbenen Flecken | © Willi Kroll © Willi Kroll
Bei der Raupe des Schwalbenschwanzes sind deutlich die vorderen echten Beine und mehrere Bauchbeinpaare zu erkennen

Schmetterlinge unternehmen eine vollkommene Umwandlung vom Ei zur Raupe und Puppe zum ausgewachsenen Insekt. Die Eier werden i.d.R.  auf den Futterpflanzen der Raupen abgelegt und kommen in unterschiedlichsten Ausführungen vor. Auch Raupen erscheinen in variationsreichen Gestalten. Je nach Familien- oder Artzugehörigkeit sind sie schlicht oder auffällig in Form, Farbe und Lebensweise.

Raupen können grellbunt oder wie Borke, Blätter oder Vogelkot getarnt, ihre Körper mit langen Borsten behaart, pelzig oder glatt ausgebildet sein.

Die meisten Raupen sind Einzelgänger, wobei häufig mehrere Raupen derselben Art auf einer Futterpflanze zu finden sind. Die Raupen mancher Arten gesellen sich in Gespinsten aus Raupenseiden zusammen.

Als Larven von Insekten tragen auch die Raupen sechs Beine. Zusätzlich sind an einzelnen Hinterleibsegmenten noch ungegliederte Hautausstülpungen, sogenannte Bauchbeine, die am Ende saugnapfähnlich ausgebildet sind und den Raupen bei der Fortbewegung Halt geben. Die meisten Schmetterlingsraupen haben vier Paar Bauchbeine.

Fast alle Raupen ernähren sich von Pflanzen , wobei einige Schmetterlingsarten auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert sind und ihre Eier nur auf den entsprechend geeigneten Futterpflanzen ablegen.

Nur sehr wenige Schmetterlingsarten ernähren sich im Larvenstadium von anderen Insekten, so z.B. einige Bläulinge.

... bis hin zur Puppe und Schmetterling

Puppe des Schwalbenschwanzes an einem Ast | © Marcus Bosch © Marcus Bosch
Schwalbenschwänze befestigen ihre Gürtelpuppe mit Gespinstfäden an Pflanzen

Nicht nur im Raupen-, sondern auch im Puppenstadium unterscheiden sich Schmetterlingsarten. Mit der letzten Raupenhäutung entsteht die Puppe. Bei Tagfaltern sind die Puppen als Stürzpuppen nach unten hängend oder als Gürtelpuppen mit einem Gespinstfaden um die Mitte an Pflanzenteilen befestigt.

Alle übrigen Schmetterlingsarten verpuppen sich frei im Boden oder geschützt in einem Kokon aus Raupenseide. Anders als Spinnen sitzen bei Schmetterlingen die Spinndrüsen nicht am Hinterleib, sondern an der Unterlippe.

Während der Puppenruhe oder Puppenphase verändert sich das Insekt innerhalb zwei bis vier Wochen von der Raupe zum Schmetterling. Manche Arten überwintern als Schmetterlinge in der Puppe und kommen erst im folgenden Frühjahr zum Vorschein. Schmetterlinge schlüpfen häufig in den frühen Morgenstunden.

Bildergalerie Tagfalter

Mit unserer Bildergalerie "Tagfalter" können Sie bequem Bilder von Tagfaltern aus unsere Flickr-Galerie in einem Slide ansehen. Die Bilder wurden uns von Naturfreunden zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an alle Hobby- und auch Profi-Fotografen für diese tollen Bilder und die Untersützung!

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Tagfalter

Galerie Nachtfalter

Nachtfalter

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