Energiesparen und Energieeffizienz

Die beiden Säulen der Energiewende

Photovoltaikanlage auf einem Dach | © Carola Bria © Carola Bria

Energiesparen und Energieeffizienz sind, neben dem Umstieg auf erneuerbare Energien, die zentralen Säulen der Energiewende. Je rascher es gelingt, Erfolge bei der Reduzierung des Energieverbrauchs zu erzielen, umso nachhaltiger wird der umweltgerechte und umweltschonende Umbau der bestehenden Energieinfrastruktur gelingen. Getreu der Devise "nur die nicht benötigte Energie ist wirklich umweltneutral", reduzieren Energiesparen und Energieeffizienz auch den Umfang von Baumaßnahmen zur Errichtung neuer Kraftwerke, Stromtrassen und Energiespeicher. Energiesparen und Energieeffizienz gelten als die umwelt-, wirtschafts- und sozialverträglichste Form des Klimaschutzes und der Energiewende.

Allerdings spielen diese beiden Punkte in der aktuellen Diskussion bisher nur eine untergeordnete Rolle. Der LBV hat daher zusammen mit dem Bund Naturschutz und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit in einer Arbeitsgruppe "Klimaschutz durch Energiesparen" einen 12-Punkte-Aktionsplan (pdf) entworfen, um Möglichkeiten der Energieeinsparung für private Haushalte, Industrie und Gewerbe, sowie Staat und Kommunen aufzuzeigen (siehe Energiespartipps).

Der Stromverbrauch muss sinken

Mit Energieeffizienz ist kein Verlust an Komfort oder Wirtschaftsleistung verbunden, sondern oft sogar deren Erhöhung (z.B. geringere Abwärme und längere Akkulaufzeiten durch effiziente Notebook-Rechner). Stromsparmaßnahmen und energieeffiziente Techniken ermöglichen es, nicht nur den Stromverbrauch erheblich zu senken, sondern auch die Kosten.

Die Arbeitsgruppe fordert daher als Ziel-Vision für Bayern eine Reduktion des Stromverbrauchs um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 und eine Reduktion des Stromverbrauchs um 50 Prozent bis zum Jahr 2050, auf Basis heutiger Verbrauche und Anwendungen. Damit soll auch ein deutliches Zeichen für die Stromeinsparung gesetzt werden.

Noch deutlich höher ist das Energiesparpotenzial im Übrigen im Wärmebereich, insbesondere im Gebäudesektor, wo bereits mit heutigen Techniken über 80 % der Wärme einsparbar wären.

Tipps zum Energiesparen: Das können Sie tun

Man sieht nur eine Hand, die eine Heizung aufdreht | © LBV © LBV

Neuanschaffung Elektrogeräte: Achten Sie bei der Neuanschaffung darauf, dass Sie nur Geräte mit der höchsten Effizienzklasse A++ kaufen. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich in wenigen Jahre.

Stand-by elektronischer Geräte: Geräte mit Stand-By-Funktion (z.b. Fernseher, DVD-Player, Note-Books) verbrauchen auch Energie, obwohl sie ausgeschaltet sind. Verwenden Sie abschaltbare Steckdosenleisten. So können Sie sicher sein, dass die Geräte wirklich außer Betrieb sind und keinen Strom mehr verbrauchen.

Beleuchtung: Tauschen Sie alte Glühbirnen gegen Energiesparlampen oder Halogenlampen. Die lange Betriebsdauer macht die höheren Anschaffungskosten wieder wett. Schalten sie die Beleuchtung aus, wenn Sie kein Licht brauchen oder weggehen.

Heizungsumwälzpumpen: in einem durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt ist die Heizungspumpe für ca 10% der Stromkosten verantwortlich. Durch den Austausch einer alten Pumpe gegen eine hocheffiziente Heizungspumpe kann der Stromverbrauch bis zu 80% reduziert werden.

Heizen: Die meiste Energie im Haushalt wird für die Heizung verbraucht. Hier gibt es eine Vielzahl von Einsparmöglichkeiten. Die energetische Sanierung alter Gebäude sollte hier an erster Stelle stehen. Wenn Sie ihr Thermostat um 1°C senken sparen Sie bereits bis zu 6% Heizenergie.

Weitere Broschüren zum Thema Energiesparen des Landesamtes für Umwelt (LfU) beziehen Sie hier.

Die Energiewende - Energiewende und Ausbau erneuerbarer Energien

Landschaft mit einer Menge Solaranlagen. Am rechten Horizont sieht man mehrere Bäume stehen | © Oliver Wittig © Oliver Wittig

Der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie wird von uns unterstützt. Für den Ausbau der regenerativen Energien fordern wir, dass die Themen Nachhaltigkeit und Erhalt der Biodiversität eine herausragende Rolle spielen. Maßnahmen zum Klimaschutz dürfen nicht zu Lasten der Biodiversität gehen.

Die Energiewende bietet große Chancen, gerade weil sie weitgehend dezentral - unter Einbindung der Kommunen und Bürger - gestaltet werden kann. Drei wesentliche Anstrengungen sind erforderlich, bieten aber gleichzeitig Investitionen in die Heimat und damit in lokale Arbeitsplätze: Energiesparen, Energieeffizienz und der umwelt- und naturverträgliche Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Die Energiewende erfordert neben technischen Lösungen zur Effizienzsteigerung, dass wir zu einer neuen Wertschätzung der Ressource Strom kommen - insbesondere beim Umgang mit energieintensiven Waren, Dienstleistungen und Tätigkeiten.

Tipps für Bauherren - Wie Sie beim Bauen Energie sparen können

Bei einer Baustelle an einem Haus wird eine neue Dämmung gebaut, man sieht durch ein Gerüst | © LBV © LBV

Viele Bauherren wollen heute nicht mehr nur die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen, sondern ein Gebäude schaffen, das auch den Anforderungen der Zukunft genügt und Folgekosten für die Zukunft vermeidet.

Der neue Leitfaden des Bayerischen Landesamtes für Umwelt "Bauen und Sanieren für die Zukunft" richtet sich an Bauherren, Planer, Handwerker und Kommunen. Er skizziert die Anforderungen, die Gebäude in der Zukunft aus Gründen des Klimaschutzes, der Behaglichkeit und der Ressourcenschonung erfüllen müssen. Er zeigt technische Lösungen auf, wie die Anforderungen möglichst systematisch und kostengünstig erreicht werden können. Darüber hinaus geht die Broschüre praxisnah auf viele Fragen angehender Bauherren ein, z.B. nach der Luftdichtheit heutiger Gebäude, der Vermeidung von Schimmel oder der Entscheidung Massiv- oder Holzbau.

Die Broschüre ist als pdf oder kostenloses Druckexemplar unter der Rubrik "Klima/Energie" hier zu beziehen oder direkt hier zu bestellen. Multiplikatoren können auch größere Mengen der Broschüre zum Auflegen oder Weiterreichen bestellen.

Helmut Beran

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Helmut Beran

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