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Zum Valentinstag: So lieben Vögel

Für immer und ewig oder nur eine Saison? – Die Einen sind ihr Leben lang treu, andere wechseln gerne regelmäßig den Partner

Auch wenn in Bayern noch winterliche Temperaturen herrschen, haben viele Vögel in diesen Tagen bereits Frühlingsgefühle und begeben sich auf Partnersuche. Zum Valentinstag am 14. Februar geben wir Einblicke in das Liebesleben der Vögel.

Blaumeise | © Stefan Deinzer © Stefan Deinzer
Das Blaumeisenweibchen ist eine geschickte Fremdgeherin.

Beziehungen der Vögel

Für den außenstehenden Beobachter verhalten sich viele Vogelarten monogam, sie bauen ein Nest zusammen und ziehen Junge groß. Doch genetische Untersuchungen zeigen meist ein anderes Bild, denn viele Bindungen sind über die Jahre nicht sehr stabil. Einige wenige Vogelarten verpaaren sich auf Lebenszeit, viele haben jedoch jedes Jahr, jede Brutsaison oder sogar für jedes zu befruchtende Ei einen neuen Partner. Das Musterbeispiel einer treuen Seele ist der Seeadler, der Weißstorch wiederum ist seinem Nistplatz treuer als seinem Partner und eine Meisterin im Fremdgehen ist die Blaumeise.

Der treue Seeadler

Seeadler | © Lothar Röttenbacher © Lothar Röttenbacher
Seeadler leben dauerhaft mit ihrem Partner in einem Revier.

Seeadler leben dauerhaft mit ihrem Partner in einem Revier. Jedes Jahr im Herbst und Winter festigen sie ihre Paarbindung in einem imposanten Schauspiel, das seinen Höhepunkt kurz vor der Paarung Ende Februar hat. Dabei rufen die Adler häufig im Duett und beide Partner fliegen dicht neben und oft übereinander. Dieser Balzflug stärkt die Bindung. Diesen majestätischen Vogel kann man auch in Bayern immer öfter beobachten, denn sein Bestand hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erholt und er brütet nur an wenigen Brutplätzen in bestimmten Regionen, wie der Oberpfalz.

Seitensprünge in der Vogelwelt

Haussperlinge | © Gabriele Heckwolf © Gabriele Heckwolf
Feldsperlinge sind für ihre Seitensprünge bekannt.

Bei aller Liebe sind Seitensprünge in der Vogelwelt jedoch nicht unüblich. Die Blaumeise stellt sich dabei als äußerst geschickte Fremdgeherin an. Das Blaumeisenweibchen stiehlt sich in den frühen Morgenstunden aus dem Nest zu ihrem Stell-dich-ein, wenn ihr Partner noch schläft und kommt vor seinem Erwachen wieder zurück. Auch das Weibchen des Haussperlings geht hin und wieder fremd. Doch das Geschrei ist dann groß, denn das betrogene Männchen singt nun lauter als sonst. Das Klagelied soll den Rivalen abschrecken und die Liebste wieder zurückholen, ganz nach dem Motto: Siehst du nicht wie toll ich bin? Aber nicht nur die Spatzenweibchen gehen fremd: je älter die Männchen werden, umso häufiger gehen auch sie stiften.

Ortsehe der Weißstorchen

Weissstorch | © Uwe Liebe © Uwe Liebe
Der Weißstorch ist seinem Nistplatz treuer als seinem Partner.

Wenig romantisch ist auch der Weißstorch: er ist vielmehr mit seinem Nistplatz verheiratet als mit seinem Partner. Kommt ein anderer männlicher Weißstorch früher aus dem Winterurlaub im Süden zurück, kann er einen noch leeren Horst übernehmen. Der verspätete Bewohner aus dem Vorjahr erlebt dann am Nest schon mal sein blaues Wunder, wenn seine Partnerin ihn kurzfristig durch einen anderen ersetzt hat. In der Biologie bezeichnet man das als eine „Ortsehe“.

Polygame Beziehungen

Einige Vogelarten fahren gerne mehrgleisig und leben polygam. Der Star pflegt sein Rockstarimage als schillernder Sänger. Seine zahlreichen weiblichen Fans unterstützt er meist in unterschiedlichem Maße bei der Brut und Aufzucht der Jungen. Auch der Zaunkönig hat manchmal mehr als eine Frau, wenn es die Größe seines Reviers erlaubt.

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