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Wird der Gesang der Ortolane in Franken weiter verstummen?

Nach hoffnungsvollen Entwicklungen blickt der LBV nach einem schwierigen Jahr 2020 mit großer Sorge auf die Rückkehr der stark bedrohten Feldvögel

Die Bestände zahlreicher Feldvogelarten zeigen in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Rückgänge. So ist auch der Ortolan, ein mit der Goldammer verwandter Singvogel, in Bayern vom Aussterben bedroht. Im Freistaat kommt er nur noch in den Landkreisen Schweinfurt, Kitzingen, Würzburg und Neustadt an der Aisch vor. Dort versucht der LBV in enger Zusammenarbeit mit Landwirt*innen im Artenhilfsprogramm Ortolan den Rückgang dieses sehr seltenen Feldvogels aufzuhalten.

Ortolan mit Futter im Schnabel | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück

Durch erfolgreiche Schutzmaßnahmen konnten wir die ohnehin kleine Population seit Beginn des Programms im Jahr 2006 zumindest auf ihrem niedrigen Niveau erhalten. In manchen Jahren verzeichneten wir sogar einen Zuwachs.

Im Frühjahr 2020 stellten die Artenschützer*innen allerdings einen deutlichen Rückgang fest. Da die Brutzeit im vergangenen Jahr von häufigen Niederschlägen und Frösten geprägt war, erwartet der LBV nun mit Sorge, wie viele der bedrohten Vögel in diesem Frühling überhaupt aus Afrika in ihre fränkischen Brutgebiete zurückkehren. Während sonst der unverkennbare Gesang des Ortolans in seinen Brutgebieten Anfang Mai meist weithin zu hören ist, blieb sein Ruf im vergangenen Frühjahr in einigen Gebieten aus.

Viele Männchen waren merkwürdig still, scheu und wenig sing-freudig. Gespannt warten die LBV-Artenschützer*innen derzeit auf die Rückkehr des Ortolans im Frühling 2021.

Deutlicher Bestandseinbruch

Ortolan sitzt auf einem Ast | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Im Frühjahr vergangenen Jahres dokumentierte der LBV einen deutlichen Einbruch der Ortolan-Bestände auf nur noch 77 Reviere innerhalb der Probeflächen.

Für die LBV-Biologin ist der markante Gesang aus klaren melodischen und sich wiederholenden Strophen für die Erfassung und Beobachtung des Ortolans in den fränkischen Brutgebieten unverzichtbar.

Auf zehn ausgewählten Probeflächen im Verbreitungsgebiet zeichnen wir jährlich alle singenden Männchen in Karten ein. Der Gesang zeigt uns an, welches Revier die Männchen für sich beanspruchen. Da der Gesang des Ortolans so eindeutig und weithin hörbar ist, können die Artenschützer*innen die Reviere so ohne größere Störungen der brütenden Vögel ermitteln.

Im Frühjahr vergangenen Jahres dokumentierte der LBV einen deutlichen Einbruch der Ortolan-Bestände auf nur noch 77 Reviere innerhalb der Probeflächen. Das ist der drittniedrigste Wert in unserem 15-jährigen Bestandsmonitoring.

In den Jahren 2011 und 2013 registrierten die Artenschützer*innen beeindruckende 104 Reviere. Wir haben für dieses Frühjahr erneut alles darangesetzt, um den Ortolanen günstige Brutmöglichkeiten und möglichst viel Nahrung durch insektenreiche Blühflächen und ungespritzte Getreideflächen anzubieten. Viele kooperative Landwirte helfen mit, diese Flächen anzulegen und so auch günstige Vegetationsstrukturen als Brutplätze für den Ortolan zu schaffen.

Ursache noch nicht geklärt

Warum die letzten bayerischen Ortolane im vergangenen Frühjahr so ungewöhnlich still waren, ist noch nicht vollständig geklärt. Nicht auszuschließen ist, dass Störungen durch Freizeitsuchende dazu beigetragen haben.

Die Nutzung der Natur hat während der Corona-Pandemie stark zugenommen. So stören freilaufende Hunde und viel Publikumsverkehr in der Nähe der Reviere die brütenden Ortolane stark. Die Vögel verhalten sich dann sehr still, um ihren Standort nicht preiszugeben.

Auch der sehr gute Bestand der Feldmäuse der vergangenen beiden Jahre hat dazu geführt, dass sich Fressfeinde des Ortolans, wie Füchse und Greifvögel, stark vermehrt haben. Diese gestärkten Bestände von Fressfeinden üben einen deutlich höheren Druck auf die Singvogelbruten aus.

Wie sich die Bestände in Zukunft entwickeln werden, wird das weitere Monitoring der Artenschützer*innen zeigen.

Hintergrundinformationen

Ortolan | © Frank Derer © Frank Derer
Der Ortolan ist vom Aussterben bedroht

Seit Jahrzehnten befinden sich die Ortolan-Bestände in ganz Mittel- und Westeuropa im Rückgang.

In der jüngsten Roten Liste aus dem Jahr 2016 wird der Ortolan in Bayern als vom Aussterben bedroht eingestuft. Der Einbruch der Population ist dramatisch: Seit den 1980er Jahren sind die Bestände im Freistaat um rund 80 Prozent zurückgegangen.

Trotz der Bestandseinbrüche ist der Ortolan aber immerhin noch nicht aus Bayern verschwunden. Das unterscheidet Bayern von vielen anderen Regionen Süd- und Westdeutschlands, in denen der Ortolan in den letzten Jahrzehnten ausgestorben ist.

Dass ihm dieses Schicksal auch hierzulande ereilt, verhindern bislang nur intensive Schutzbemühungen im Rahmen des bayerischen Artenhilfsprogramms.

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