Ulrike Scharf besucht Fledermaushaus

Umweltministerin lobt Engagement für Große Hufeisennase

Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach ist die Heimat des deutschlandweit letzten Vorkommens der Großen Hufeisennase, einer Fledermausart. Finanziert durch die EU und mit der Unterstützung des  Bayerischen Naturschutzfonds führt der LBV seit 2012 hier ein LIFE-Natur-Projekt durch, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren

Ulrike Scharf besucht Fledermaushaus |  © Christoph Bauer © Christoph Bauer
Norbert Dirscherl, Ulrike Scharf und Norbert Schäffer
Ulrike Scharf besucht Fledermaushaus |  © Christoph Bauer © Christoph Bauer
Norbert Dirscherl und Ulrike Scharf

„Das Fledermaushaus in Hohenburg ist ein herausragendes Beispiel für erfolgreichen Naturschutz in Bayern. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, das Überleben der Großen Hufeisennase in Deutschland zu sichern. Die enge Zusammenarbeit des LBV mit den Menschen vor Ort ist mustergültig“, lobte Umweltministerin Ulrike Scharf das LBV-Projekt. Sie hob besonders die gute Zusammenarbeit mit den Projektpartnern hervor, dazu gehören neben EU und Bundesforst die Verwaltung des US-Truppenübungsplatzes Hohenfels, sowie vor allem auch die Gemeinde Hohenburg, der Naturpark Hirschwald und lokale Landwirte.

„Ein solcher Erfolg im Naturschutz ist nur möglich, wenn starke Partner zusammenarbeiten und die Finanzierung gesichert ist“, betonte Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. Dabei dankte er auch den zahlreichen LBV-Spendern und dem Bayerischen Naturschutzfonds für ihre Unterstützung. Gleichzeitig appellierte er an die Anwesenden, sich für eine Sicherung der Projektfinanzierung über das Projektende 2017 hinaus einzusetzen. „Wir haben viel erreicht, aber die endgültige Rettung der Großen Hufeisennase wird einen langen Atem brauchen.“

Aussterberisiko der Großen Hufeisennase sehr hoch

Ulrike Scharf besucht Fledermaushaus |  © Christoph Bauer © Christoph Bauer
Ulrike Scharf mit Projektleiter Rudi Leitl

Da dieses kleine Vorkommen vollkommen isoliert ist und sich nur auf eine Wochenstube beschränkt, ist das Aussterberisiko nach wie vor extrem hoch: Wenn diese Kolonie z.B. durch eine Infektion vernichtet wird, ist der gesamte Bestand verloren. Darum fördert der LBV das Wachstum der Kolonie, so dass sich neue Kolonien außerhalb der vorhandenen bilden können. Dafür werden in dem seit 2012 laufenden LIFE-Natur-Projekt nicht nur Lebensbedingungen im Quartiergebäude der Kolonie selbst verbessert, sondern im nahen Umfeld auch weitere Jagdgebiete entwickelt. So soll vor allem das Nahrungsangebot vergrößert werden. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Truppenübungsplatzes Hohenfels werden darüber hinaus neue potentielle Quartiere geschaffen.

Schwerpunkt des Life-Natur-Projektes ist die Entwicklung eines vielfältigen Weidesystems. Insbesondere die Wiederherstellung des ehemaligen Hohenburger Hutangers am Schwanenwirtsberg ist ein wichtiger Schritt zu einer Landschaft mit hoher Artenvielfalt, aber auch für ein schönes Landschaftsbild. „Das Wachstum der Kolonie sucht europaweit seinesgleichen: Innerhalb von vier Jahren stieg die Zahl der Hufeisennasen von 67 auf 142 erwachsene Tiere an.“ so Projektleiter Rudi Leitl. Und hoffentlich werden es noch mehr, sodass sich die Hufis irgendwann auch wieder in andere Gebiete ausbreiten können.

von Tim Götschl | lbv.de,

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