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Ukraine-Krieg: Mehr Nahrungsmittel und mehr Klima- und Naturschutz

Die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fordert, Flächen, auf denen der Naturschutz Vorrang hat, in die Nutzung zu nehmen und darauf auch Ackerbau mit Pestizidanwendung zu betreiben. Unser LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer hat sich daher in einem Brief an Cem Özdemir gewandt, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.

Wiesenpiper | © Jürgen Bartels © Jürgen Bartels

 

Sehr geehrter Herr Minister Özdemir,

 

der russische Krieg in der Ukraine stellt Deutschland und die Welt vor große Herausforderungen. Angesichts drohender Ausfälle von Weizenexporten der Ukraine sind in der EU und auch von Seiten der bayerischen Landwirtschafministerin Kaniber Stimmen laut geworden, die fordern, brach gelegte ökologische Vorrangflächen aus dem derzeitigen Greening und die in der GAP-Reform beschlossenen 4% unproduktive Flächen in die Nutzung zu nehmen und darauf Ackerbau mit Pestizidanwendung zu betreiben. Es wäre der völlig falsche Weg, angesichts des Krieges in der Ukraine die Biodiversitäts und Klimakrise ad acta zu legen, und verstärkt auf die Methoden zu setzen, die das Landwirtschafts- und Ernährungssystem in die Sackgasse geführt haben und die zu einem erheblichen Teil verantwortlich für diese Krisen sind. Stattdessen braucht es mutige Lösungen, die zu einer schnelleren Umsetzung der von der Zukunftskommission Landwirtschaft im Konsens mit den Bauernverbänden erarbeiteten Transformation der Landwirtschaft führen.

 

Biodiversität und ein stabiles Klima sind unverzichtbare Grundlagen für fruchtbare Böden und langfristig produktive Agrarsysteme. Sie garantieren die Lebensmittelversorgung – nur rückwärts gewandte Agrarlobbyisten sehen in Biodiversitäts- und Klimaschutz ein Hindernis.

Ein zentraler Ansatzpunkt zum Erreichen der geforderten erhöhten Weizenmenge liegt im Ackerbau selbst. Nur 20,1% des in Deutschland erzeugten Getreides landet auf dem Teller, fast die dreifache Menge (58,2% bzw. 25,0 Mio t) wandert in die Tröge von Rindern, Schweinen und Geflügel. Weitere 16,4% werden von der Industrie und zur Herstellung von sog. Biosprit verwendet. Durch einen gewissen Abbau der Tierhaltung und des Fleischkonsums zugunsten einer auch gesünderen Ernährung kann eine große Menge an Getreide freigesetzt werden und nach Bedarf in andere Länder exportiert werden. Als Sofortmaßnahme kann die Verwertung von Getreide und Raps als Beimengung zu Kraftstoffen ausgesetzt werden. Dies betrifft allein in Deutschland 3,8 Mio t Getreide. Ein weiterer Hebel ist der enorme Flächenverbrauch für Biogas-Anlagen. Je nach Quelle benötigt eine Biogas-Anlage 20-50 Mal so viel Fläche für ihre Substrate als eine Photovoltaik-Anlage, die die gleiche Energiemenge erzeugt (wobei PVAs vorrangig auf Dächern und versiegelten Flächen ausgebaut werden sollte).

 

Deutschland kann bereits jetzt deutlich mehr Lebensmittel in den Handel bringen, indem die enormen Mengen an Kartoffeln, sämtlichen Gemüsesorten und Obst, die der Handel aufgrund von überwiegend ästhetischen Kriterien nicht abnimmt, auf den Markt gebracht statt eingepflügt oder kompostiert werden. Ebenso sollten die Verbraucher:innen ihre Verantwortung für Lebensmittel wahrnehmen und die Menge der weggeworfenen Nahrung drastisch reduzieren.

 

Sehr geehrter Herr Minister, es gibt wie oben beschrieben sehr wirksame Hebel, die sowohl die Lebensmittelversorgung sicherstellen als auch Fortschritte im Klima- und Naturschutz mit sich bringen. Bitte betätigen sie diese und lassen Sie sich in Ihrem Kurs für eine nachhaltige Landwirtschafts- und Ernährungspolitik nicht beirren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Norbert Schäffer

LBV-Vorsitzender

 

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© Matthias Meyer

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