Sofortiges Umdenken beim Hochwasserschutz ist nötig

LBV fühlt mit den Betroffenen der Flutkatastrophe – anderer Umgang mit Wasser - Bayern mangelt es an natürlichem Hochwasserschutz

Das aktuelle Hochwasser in Bayern zeigt erneut, dass die Folgen der Klimakrise zu ernsthaften Bedrohungen für die Menschen im Freistaat geworden sind. Der LBV weist darauf hin, dass der technische Hochwasserschutz alleine jedoch nicht zukunftsweisend ist, um die Bevölkerung besser zu schützen. Wir müssen umgehend unser Engagement gegen die Klimakatastrophe deutlich intensivieren, denn sie ist schließlich die Ursache für die Häufung von derartigen Hochwassertragödien. Dafür brauchen wir auch einen anderen Umgang mit Wasser, durch den wir die Wahrscheinlichkeit für Hochwasserereignisse reduzieren können. Bayerns Bürgerinnen und Bürger sollen nicht alle zehn Jahre ein so genanntes Jahrhunderthochwasser erleiden müssen.

Hochmoor vor einem Nadelwald und einem Bergrücken | © Andreas Hartl © Andreas Hartl
Gegen den Klimawandel als Ursache häufigerer Hochwasser braucht es eine Vielfalt an Maßnahmen, wie die Wiedervernässung von Mooren.

Wir fühlen mit allen Betroffenen der Flutkatastrophe und sind dankbar für den immensen Einsatz der Rettungskräfte. Unsere Gedanken sind besonders bei den Angehörigen, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Der Hochwasserschutz der Zukunft muss überall ansetzen, sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft. Der Hochwasserschutz in Bayern beginnt nicht erst am Ende der bayerischen Donau in Passau, sondern beim renaturierten Bach um die Ecke und im eigenen Garagenhof, den man besser nicht versiegelt. Für effektiven Schutz vor Überflutungen, gibt es nicht nur eine technische Lösung wie das Bauen von Poldern. Es braucht eine Vielfalt an Maßnahmen, die vom wiedervernässten Moor bis zum Rückbau des Schottergartens reicht.

Ein Hochwasser ist immer auch Ausdruck einer verfehlten Politik. Der massive Ausbau und die umfassenden Begradigungen von Flüssen und Bächen lässt das Wasser zu schnell abfließen. Feuchtwiesen, Auen und Moore als natürliche Wasserspeicher wurden großflächig entwässert. Und die ungebremste Versiegelung von Flächen im Straßenbau und in neuen Bau- und Gewerbegebieten verhindert, dass Regenwasser im Boden versickern kann.

Hochwasserschutz durch Renaturierung von Mooren und Fließgewässern

Moorrenaturierung im LBV-Schutzgebiet Georgenberg | © Julia Römheld © Julia Römheld
Durch Renaturierung von Mooren und Fließgewässern kann effektiv gegen Hochwasser vorgebeugt werden.

Effektiver Hochwasserschutz muss an den Oberläufen der Flüsse und Bäche beginnen. Aus diesem Grund fordert der LBV schon seit Jahren eine Renaturierung von Mooren oder auch kleinen Fließgewässern. Auch die Gewässerrandstreifen, die im Rahmen des Volksbegehrens Artenschutz – „Rettet die Bienen!“ verbindlich gemacht wurden, helfen dabei. Jeder Kubikmeter Wasser, der ein bisschen langsamer abfließt, und jede Tonne Erde, die in den Feldern bleibt und nicht als Schlamm aus Maisäckern in den Flüssen landet, hilft. Dieser natürliche Hochwasserschutz fördert zudem auch die biologische Vielfalt und ist eine effektive Maßnahme gegen die zunehmende Trockenheit.

Es braucht ab sofort einen grundsätzlich anderen Umgang mit Wasser. So muss das Wasser mit vielfältigen Maßnahmen in der Fläche gehalten werden. Zum einen, damit es zu einer Grundwasserneubildung kommt, zum anderen, um die Hochwasserspitzen bei Starkregenereignissen zu kappen. Wir müssen das Thema Wasser überall mitdenken. Bei jeder Hofeinfahrt müssen wir überlegen, ob die tatsächlich gepflastert werden muss oder ob wir sie so lassen, dass dort bei Starkregen auch mal 30 Liter Regen versickern können. Das muss sich wie ein roter Faden durch alle Maßnahmen durchziehen.

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© Hansruedi Weyrich

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