Skisubventionen ade

#Zukunftsperspektiven: Umweltschädliche Förderung von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen muss sofort abgeschafft werden

Nachdem zum 1. Mai auch die letzten Skilifte in Bayern schließen, blickt der Freistaat aus Sicht des LBV zum Ende der Skisaison auf eine traurige Bilanz. Erneut mussten bayerische Skianlagen wegen mangelndem Schneefall häufig auf eine extrem energieintensive Beschneiung durch Schneekanonen zurückgreifen. Viele bayerische Skigebiete investieren dennoch weiter in Ausbau und Modernisierung ihrer Liftanlagen. Möglich macht das die Seilbahnförderrichtlinie der Staatsregierung, die Skigebiete mit hohen Summen subventioniert.

Kunstschneepiste | © AdobeStock 500599221 © AdobeStock 500599221

Skisubventionen nicht im öffentlichen Interesse

Möglich macht das die Seilbahnförderrichtlinie der Staatsregierung, die Skigebiete mit hohen Summen subventioniert. Abseits des ökonomischen Desasters ist bei den Skisubventionen kein öffentliches Interesse erkennbar. Mit der Förderung von Skianlagen werden stattdessen öffentliche Gelder der Steuerzahler klimaschädlich eingesetzt. Daher gehören diese umweltschädlichen Förderungen sofort abgeschafft.

Mit der damit ebenfalls verbundenen Intensivierung und dem weiteren Ausbau der Skigebiete schwindet außerdem der ohnehin schon stark begrenzte Lebensraum gefährdeter Alpenarten. Die aktuelle Förderung der bayerischen Skianlagen geht auf Kosten gefährdeter Arten. Es fehlt ein regionales Konzept, das den Artenschutz in den Skigebieten einbezieht.

Förderung muss an Konzepte gebunden werden

Birkhuhn im Schnee | © Henning Werth © Henning Werth
Zum Schutz des Birkhuhns braucht es weitreichende Besucherlenkungskonzepte.

Den Schneemangel in den bayerischen Skigebieten als Folge der Klimakrise mit noch mehr Schneekanonen und erhöhtem Energieaufwand zu bekämpfen, ist insbesondere in der gegenwärtigen Energiekrise aus Sicht des LBV nicht nachhaltig und kann somit keine dauerhafte Zukunftsperspektive sein. Konzipiert war die Beschneiung der Pisten in den Genehmigungsverfahren als „Grundlage am Anfang der Saison“, die dann bei kräftigem Schneefall die Piste dauerhaft sichert.

Jedoch wurde erst 2023 die Richtlinie zur Förderung von Skianlagen gegen eine Petition bayernweiter Naturschutz- und Umweltverbände für drei weitere Jahre verlängert. Wer die Beschneiung fördert, fördert darüber hinaus auch noch damit verbunden Eingriffe in die Landschaft wie Leitungsbau und Schneiteiche und subventioniert den Neubau von Lift- und Bergstationen und eine damit verbundene Kapazitätssteigerung. Mit der weiterwachsenden Infrastruktur wird der Lebensraum selten gewordener Arten verbaut.

Wer die aktuelle Förderung erhalten will, muss aufgrund der Neufassung der Richtlinie jetzt auch in sein Sommerangebot investieren. Das wird ganzjährig zu einem stärkeren Zulauf an den Bergstationen führen und die Störungen der bedrohten Alpenarten werden weiter steigen. Auch die Art und Weise der Fördervergabe kritisieren wir, da Fördergelder von allen abgerufen werden können, ohne dass dabei ein Konzept vorliegt. Eine Fördervergabe dürfte ohne ein weitreichendes Besucherlenkungskonzept, das den Schutz bedrohter Arten, wie Birk-, Auer- und Schneehuhn sicherstellt, überhaupt nicht stattfinden.

Rückbau von Skigebieten zum Schutz der Alpen

Die Alpen sind das herausragende Naturjuwel Bayerns. Ihr Schutz ist von bundesweiter Bedeutung. Wir können nicht noch weitere drei Jahren warten, bis wir erneut eine Diskussion um die Verlängerung der Seilbahnrichtlinie führen, denn sie gehört umgehend abgeschafft. Der Ausbau der bayerischen Skigebiete ist abgeschlossen. Wir sollten uns eigentlich nur noch mit dem Rückbau beschäftigen. Hierzu macht die EU gerade einen Vorstoß, bei dem es um die Wiederherstellung von Natur geht.

#Zukunftsperspektiven

Wie steht es um die Zukunft der Natur in Bayern? Wie können wir den beiden großen Krisen Klimawandel und Artensterben wirkungsvoll begegnen? Mit unserer großen wissenschaftlichen Fachexpertise wissen wir, wie wir krisenresistenter werden. Es gibt Perspektiven, denn Naturschutz ist Krisenvorsorge. Das Ziel: wer unsere geforderten Maßnahmen umsetzt, verbessert damit die Perspektiven unserer Kinder und deren Kinder für eine lebenswertere Zukunft. Wenn wir den Flächenfraß stoppen, die erneuerbaren Energien naturverträglich ausbauen, Bäche renaturieren und die umweltschädliche Förderung von Skianlagen abschaffen, geben wir Bayerns Natur wieder echte Zukunftsperspektiven.

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© Gunther Zieger

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