Seltenes Steinkauzpaar in Mittefranken entdeckt

Zum ersten Mal nach langer Zeit ist im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken wieder ein Steinkauzpaar aufgetaucht und hat erfolgreich Junge großgezogen. Die letzte Brut fand 2007 statt, nachdem es 2005 und 2006 ebenfalls Nachwuchs gab. Die Kauzfamilie hatte sich eine Naturhöhle in einem Apfelbaum ausgesucht. Der Steinkauz steht wie kein anderer Vogel für den Lebensraum „Streuobstwiese“.

Zwei Steinkäuze auf einem Stein füttern sich | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Für Herbert Klein, den Kreisgruppenvorsitzenden, gleicht der diesjährige Bruterfolg mit drei bis vier flüggen Jungen einem kleinen Wunder. Die Hoffnung ist da, dass die Käuze am jetzigen Standort weiter brüten werden und die Jungvögel einen geeigneten Lebensraum finden, um im nächsten Jahr ebenfalls für Nachwuchs zu sorgen.

Ebenso hofft der LBV auf die Zuwanderung von Jungkäuzen aus Gegenden, in denen sich die Steinkauzpopulation wieder gut entwickelt hat. Beispiele dafür seien die Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Allerdings erfordert das viel Geduld und Zeit, da etwa 70 Prozent der Jungen sich lediglich in einer Entfernung von weniger als zehn Kilometern von ihrem Geburtsort ansiedeln und sich nur sehr wenige – knapp zehn Prozent – weiter als 100 Kilometer entfernen.

Künstliche Nisthilfen

Niströhre | © Daniel Scheffler © Daniel Scheffler
Künstliche Nisthilfen bieten dem Steinkauz Schutz

Die LBV-Kreisgruppe Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hat bereits in früheren Jahren sogenannte Steinkauzröhren angebracht und betreut auch derzeit eine größere Anzahl von Nisthilfen. Die müssen regelmäßig kontrolliert und das Nistmaterial anderer Vögel, wie Star und Feldsperling, entfernt werden. Eine Gefahr für Jung- und Altvögel ist der Steinmarder.

Mit aufwendigen Abwehrmaßnahmen – dazu gehören Blechmanschetten oder Folien um den Baumstamm – werden die Brutplätze geschützt. Der Steinkauz, der zu den Kleineulen gehört, war im Landkreis auch früher nie wirklich häufig anzutreffen.

Es gab aber eine immer stabile Population, vor allem im Altkreis Uffenheim. Um 1980 wurden bei Bestandserhebungen noch über 20 Brutpaare erfasst. Im Jahr 2000 brüteten die letzten beiden Paare mit schlechtem Erfolg.

Mitmachen und unterstützen

junge Steinkäuze | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Junge Steinkäuze brauchen Schutz

Für eine erneute Ansiedlung und Ausbreitung sind geeignete Lebensräume entscheidend: Offene Landschaften mit Obstbäumen, auch Kopfweiden mit möglichst reichem Höhlenangebot und in der Nähe kurzgrasiges Grünland, Vieh- oder Schafweiden. Wo Naturhöhlen fehlen wird mit künstlichen Nisthilfen nachgeholfen. 

Potential für Neuansiedlungen bietet die Gegend rund um Uffenheim, die Windsheimer Bucht und das Aischtal bis Dottenheim. Zu den Aufgaben der ehrenamtliche LBV-Mitglieder gehört das Aufhängen von Niströhren und deren Betreuung, gezielte Mahd, Beweidung oder die Pflanzung von hochstämmigen Obstbäumen. Engagierte können in den Kreisgruppen aktiv werden! Oder übernehmen Sie eine Eulen-Patenschaft.

Mehr zum Steinkauz-Projekt erfahren Sie hier.

von Alexander Stark | lbv.de,

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