Rein ins neue Online-Forum: Vernetzen für den Kiebitz

LBV-Projekt zum Schutz bedrohter Feldvögel – Feuchtes Frühjahr sorgte für gutes Nahrungsangebot

Der Kiebitz hat mittlerweile nahezu überall in Bayern fertig gebrütet. Die auffälligen Vögel mit der markanten Federhaube verlassen jetzt mit ihren flugfähigen Jungen die diesjährigen Brutgebiete, ziehen in Gruppen durch den Freistaat und suchen Nahrung. Wir haben Anfang 2023 das Schutzprojekt "Vanellus Vanellus muss ein Bayer bleiben" gestartet und blicken jetzt zurück auf die diesjährige Brutsaison des bedrohten Feldvogels.

Kiebitz | © Josef Baumgartner © Josef Baumgartner
Das feuchte Wetter im Frühjahr kam den jungen Kiebitzen zu Gute - dennoch gab es in diesem Jahr insgesamt weniger Brutpaare in Bayern.

"Wir sind aktuell noch in der Auswertung der Daten, aber wir können ein erstes positives Fazit bezüglich der Jungvögel ziehen. Bei einigen Brutpaaren konnten wir mindestens einen, in seltenen Fällen sogar drei flügge Jungvögel beobachten", sagt der Projektkoordinator Jan Skorupa. Der Schutz des Kiebitz in Bayern lebt auch vom ehrenamtlichen Engagement. Um mehr über diese Vogelart zu erfahren und sich mit anderen Artenschützer*innen zu vernetzten, können sich ehrenamtlich Aktive jetzt im neuen LBV-Online-Forum anmelden.

Wie viele Brutpaare es in diesem Jahr gab, ist noch nicht eindeutig. Einige Brutgebiete wurden dieses Jahr von den Kiebitzen gar nicht aufgesucht. Unsere Artenschützer*innen analysieren nun, ob diese Paare möglicherweise andere Stellen aufgesucht haben. Es wäre schlecht, wenn die Brutvögel zwar gute Aufzuchterfolge haben, aber die Anzahl der Brutpaare im Gebiet insgesamt zurückgeht. Diese Befürchtung deckt sich mit ersten Rückmeldungen aus anderen bayerischen Regionen.

Wichtig: Kiebitz-Nachwuchs nicht stören

Kiebitz | © Gunther Zieger © Gunther Zieger
"Vanellus vanellus muss ein Bayer bleiben“

Kiebitze bevorzugen Flachwasserstellen wie seichte Ufer ohne Gehölze. Hier kann der Vogel ausgiebig im weichen Boden nach Insekten, Larven und Weichtieren stochern. So profitierte er in diesem Jahr auch von der feuchten Witterung im Frühling. Große Pfützen und Stellen mit aufgestautem Wasser boten vor allem den Küken ein gutes Nahrungsangebot nah am Schlupfort.

"Kühle Nächte sind für die Küken zwar nicht ganz ungefährlich, aber wenn die Elternvögel sie in Ruhe hudern, also wärmen, haben sie gute Chancen zu überleben", erklärt Dr. Marie-Therese Krieger, LBV-Kiebitzexpertin für die Projektflächen im Isar- und Vilstal.

Wichtig ist, dass der Kiebitz-Nachwuchs in dieser Zeit möglichst wenig gestört wird. Bei vermeintlicher Gefahr fliegen die Eltern auf und lassen die Küken am Boden zurück, auf dem sie bei Kälte schnell erfrieren.

Neues Online-Forum für den Kiebitz

Um die Erfahrungen aus den verschiedenen Kiebitz-Gegenden Bayerns zu bündeln, haben wir ein Online-Forum auf den Weg gebracht. Seit Kurzem können sich ehrenamtlich Aktive hier untereinander und mit den Kiebitz-Expert*innen austauschen. "Wir stellen bei unserer Arbeit häufig fest, dass viele Menschen sich für den Schutz der Art vor Ort einsetzen wollen, aber nicht genau wissen, wo sie ansetzen sollen. Hürden sind zum Beispiel fehlende Vorkenntnisse über die Art oder landwirtschaftliche Abläufe. Auch sind die wesentlichen Ansprechpartner vor Ort oder Hintergrundinformationen zu Fördermaßnahmen nicht bekannt", erklärt der Projektleiter Jan Skorupa. Das neue LBV-Forum zum Kiebitz ermöglicht nun, sich zu den wesentlichen Themen zu informieren und gewonnene Erkenntnisse regional gezielt einzusetzen. Kiebitz-Interessierte können sich vernetzen und hier anmelden.

LBV-Schutzprojekt für den Kiebitz

Unser Projekt "Vanellus Vanellus muss ein Bayer bleiben" wird vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Ziel ist einerseits, den Wissenstransfer zum Schutz der Art bayernweit zu fördern und andererseits in den zwei Schwerpunktregionen Isar- und Vilstal sowie Donautal und Gäuboden wirksame Schutzkonzepte im Rahmen der aktuellen Agrarförderperiode umzusetzen. Neben dem neuen Online-Forum sind Workshops und Seminare geplant, um sowohl ehrenamtlich Aktive als auch interessierte Landwirt*innen weiter für das Thema zu sensibilisieren und eine gemeinsame Grundlage zum Schutz der gefährdeten Art zu entwickeln.

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© Hansruedi Weyrich

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