Projektstart für mehr Artenvielfalt auf kommunalen Flächen

LBV und Landkreis Roth starten gemeinsames Projekt „Kommunale Biodiversität - Aufbau eines Flächenmanagements im Landkreis Roth“ mit bayernweitem Vorbildcharakter

Ein neues Gemeinschaftsprojekt von LBV und dem Landkreis Roth startet heute unter dem Namen „Kommunale Biodiversität - Aufbau eines Flächenmanagements im Landkreis Roth“. Nach dem erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt im Vorjahr wurde im Anschluss auch immer wieder die Rolle der Kommunen und die Pflege ihrer Flächen thematisiert.

Strukturreiche Kulturlandschaft mit vielen Wiesen, Feldgehölzern und Bäumen | © Bernd Raab © Bernd Raab
Das Vorzeigeprojekt „Kommunale Biodiversität“ setzt sich für mehr Artenvielfalt ein

Gemeinschaftsprojekt von LBV und Landkreis Roth: Bayernweites Vorbild

Das dabei vielerorts übliche häufige Mähen und Mulchen wirkt sich nachweislich negativ auf die Artenvielfalt aus. Unser neues Gemeinschaftsprojekt von LBV und dem Landkreis Roth gibt nun eine kommunale Antwort auf den Wunsch von knapp 1,8 Millionen Bayer*innen nach mehr Artenvielfalt im Freistaat.

In den nächsten drei Jahren wird das vom bayerischen Naturschutzfonds geförderte Projekt beteiligten Gemeinden eine Hilfestellung bieten, ihre kommunalen Flächen im Sinne der Biodiversität zu entwickeln. Das Projekt hat somit einen bayernweiten Vorbildcharakter für alle anderen Kommunen, die auch etwas zur Verbesserung der Biologischen Vielfalt im Freistaat beitragen möchten.

Ziel des Projektes „Kommunale Biodiversität“

Blühfläche links vom Fahrradweg | © Peter Bria © Peter Bria
Wichtiger Teil der Kulturlandschaft: Blühende Flächen am Wegrand

Ziel des gemeinsamen Projektes ist die Erstellung einer Handlungsanleitung, die die Kommunen in die Lage versetzen soll durch ein gezieltes Management dem Schwund der Biodiversität auf kommunalen Flächen entgegenzuwirken.

Wir wollen Empfehlungen zur optimalen Bewirtschaftung und Pflege jeder einzelnen Fläche geben, die dann als Arbeitsgrundlage von den Kommunen genutzt werden kann. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten werden kurz- und langfristig davon profitieren.

Das durch den Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Projekt wird in den Kommunen Allersberg, Heideck, Hilpoltstein, Röttenbach und Thalmässing durchgeführt.

„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass fünf Landkreisgemeinden aktiv mitmachen, dauerhaft und langfristig die Biodiversität ihrer Flächen bewusst zu steigern. Ich hoffe es gelingt auch mit Zukäufen ‚ein Netzwerk für mehr Natur‘ zu schaffen. Deswegen trägt und finanziert der Landkreis das Projekt mit“, so Landrat Herbert Eckstein.

Kommunale Flächen besitzen großes Potenzial für Artenvielfalt

Blühfläche neben der Straße | © Peter Bria © Peter Bria
Fläche am Wegrand: hohes Potenzial für Artenvielfalt

Insgesamt befinden sich im Projektgebiet über 3000 Hektar an Flächen im Kommunaleigentum, das entspricht rund zehn Prozent der Gemeindeflächen.

Kommunale Flächen sind ein wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft. Oft bieten sie ein hohes Potenzial für die Artenvielfalt. Dabei handelt es sich um Flächen an Wegrändern, Feldrainen, Hecken, straßenbegleitende Strukturen sowie innerstädtische Grünflächen und Waldsäume aber auch landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen. 

In den nächsten Monaten wird der Zustand der kommunalen Flächen mittels Geoinformationssystem erfasst. Im Anschluss werden wir flächenscharfe Handlungsempfehlungen für die Gemeinden erarbeiten.

Dabei beziehen wir sowohl das umfängliche Wissen unserer ehrenamtlich Aktiven der LBV-Kreisgruppe Roth-Schwabach ein, als auch die langjährigen Erfahrungen des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken sowie die zuständigen Naturschutzbehörden. Im Rahmen des Projektes soll dann auch eine gezielte Umsetzungsberatung der einzelnen Kommunalverwaltungen aber auch für die Bewirtschafter solcher Flächen erfolgen.

Startschuss in Hilpoltstein

Der Startschuss für das Projekt fiel heute am Naturdenkmal Froschweiher in Hilpoltstein, das ein gutes Beispiel kommunaler Flächen mit einer hohen ökologischen Wertigkeit ist. Hier besteht ein einzigartiger Verbund zwischen wertvollen trockenen Magerrasen mit seltenen Arten wie Heide-Nelke und Golddistel, sowie feuchten Gebieten, in welchen Igelkolben und Laubfrosch einen Lebensraum finden können. Seit Jahren arbeiten hier Naturschutz und Stadt Hilpoltstein erfolgreich zusammen. Unsere Kreisgruppe Roth-Schwabach betreut zusammen mit dem Landschaftspflegeverband dieses Gebiet und unterstützt die Kommune, sodass sich hier die wertvollen Artengemeinschaften erhalten konnten.

Das Projekt soll weitere Gemeinden und Landkreise für mehr Artenvielfalt auf ihren Flächen begeistern und zeigen, wie teilweise sehr einfach dies mit geeigneten Maßnahmen erreicht werden kann.

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