Ohne Schutzgebiet kein Unesco-Weltnaturerbe

Steigerwald - Staatsregierung muss Richtlinien umsetzen

Der LBV begrüßt zwar grundsätzlich den Vorschlag der Bayerischen Staatsregierung, den Steigerwald als UNESCO-Weltnaturerbe zu melden.

Ausschnitt des Buchenwalds im Steigerwald | © Thomas Stephan © Thomas Stephan
Schützenswerter Buchenwald

"Gleichwohl muss Bayern aber zunächst die Voraussetzungen auf nationaler Ebene schaffen, um so seiner Verantwortung zum Schutz der europäischen Buchenwälder gerecht zu werden und dazu gehört eine Schutzgebietsausweisung nach hochwertigen Kriterien", erklärt der neue LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Verwundert zeigt sich der LBV-Chef deshalb über die Aussage, dass Voraussetzung für die Bestrebungen, Teile des Steigerwalds zum UNESCO-Weltnaturerbe zu machen, der Verzicht auf einen Nationalpark im Steigerwald war.

Der LBV unterstützt die bayerische Staatsregierung in ihrer Ansicht, dass für ein von Bayern vorgeschlagenes Weltnaturerbe zunächst ein landkreisübergreifendes, überzeugendes Schutzkonzept erstellt werden muss. Dieses muss in der Tat eine fachliche Mindestqualität aufweisen. "Die UNESCO fordert in ihren Richtlinien für die Meldung von Welterbestätten ausreichend große Gebiete mit einem hohen Schutzstatus, also Nationalpark oder Kernzone eines Biosphärenreservates, und Nutzungsfreiheit", gibt Norbert Schäffer zu bedenken. "Das Trittsteinkonzept der Bayerischen Staatsforste kann nur als erster Schritt eingestuft werden und ist nach Auffassung des LBV keine ausreichende Grundlage", so Schäffer weiter.

Als völlig inakzeptabel kritisiert der LBV die Ankündigung, dass Ministerpräsident Horst Seehofer im Gegenzug den Geschützten Landschaftsbestandteil "Hoher Buchener Wald" im Landkreis Bamberg außer Kraft setzen will. Der LBV hat die Ausweisung des Schutzgebietes als wesentlichen Teil zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie ausdrücklich unterstützt. "Wir sehen diesen Landschaftsbestandteil als Grundlage für die Ausweisung eines UNESCO-Weltnaturerbes. Konsequenterweise müssen nun in den beiden anderen Landkreisen entsprechende Gebiete ausgewiesen werden, um den Plänen der Staatsregierung gerecht zu werden", erklärt Norbert Schäffer. "Wenn Umweltministerin Ulrike Scharf diesen Landschaftsbestandteil hingegen zu einem anderen, hochwertigen Schutzgebiet umwandeln möchte, wird der LBV darüber gerne mitdiskutieren", sagt Schäffer weiter.

Zudem stellt der neue LBV-Vorsitzende in Aussicht: "Der LBV wird sich in die Entwicklung eines Konzepts zur Ergänzung des Weltnaturerbes Europäische Buchenwälder einbringen, wenn damit eine wirkliche und nachhaltige Verbesserung der Schutzfunktionen dieses wertvollen Waldgebietes verbunden ist und mit einem Nationalpark vergleichbare Ziele erreicht werden."

von Timo Rachinger | lbv.de,

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