Menschenkette gegen den Donau-Ausbau

Über 300 Teilnehmer demonstrierten für die freifließende Donau

Keine Doktorspiele am lebendigen Fluss - unter diesem Motto demonstrierten gestern weit über 300 LBV-Aktive und Anhänger von weiteren Naturschutzverbänden in Deggendorf gegen Staustufen in der Donau.

Planungen zur Menschenkette in Deggendorf werden erklärt | © Christian Stierstorfer © Christian Stierstorfer
Mit einer schauspielerischen „Performance“ werden die Planungen der Rhein-Main-Donau Wasserstraßen GmbH karikiert: Nach den Eingriffen mit Staustufe und Schleusenkanal würde die Donaulandschaft bluten

Der Ost-West-Wirtschafts-Club (OWWC) hatte an der Hochschule Deggendorf (HDU) eine Werbeveranstaltung für die Staustufenpläne an der Donau zwischen Straubing und Vilshofen veranstaltet. Alle Teilnehmer der Veranstaltung wurden von einer Menschenkette empfangen, die für die freifließende Donau ohne weitere Staustufen demonstrierte.

Der OWWC behauptet, der Donau müsse mit "Vitamin C" geholfen werden. Gemeint ist ein Donauausbau nach der Variante C 2,80 mit Staustufe, viele Kilometer langen Dichtwänden, Schleusenkanal und Durchstich der Mühlhamer Schleife. Um in diesem medizinischem Jargon zu bleiben: Damit würde die Hauptschlagader des letzten freifließenden Teils der bayerischen Donau eingeengt und von den umliegenden Auen abgeschnitten. Wie ein dauerhaftes Blutgerinnsel würde eine Staustufe zum Infarkt eines der letzten intakten Fluss-Auen-Systeme in Mitteleuropa führen. Die bisherigen "Operationen" an der Donau durch die RMD (Rhein-Main-Donau Wasserstraßen GmbH) waren verheerend. Die freifließende Donau braucht keine Therapie. Verbesserungen für die Schifffahrt sind auch ohne Staustufen möglich.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Infoblatt gegen Staustufen.

von Timo Rachinger | lbv.de,

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