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Mehr als 1.000 Storchenpaare in Bayern

Zum ersten Mal seit über 120 Jahren knackt Meister Adebar die historische Marke – 1988 war der Bestand auf 58 Paare gesunken

Nachdem fast alle Meldungen der bayerischen Storchenhorstbetreuer*innen bei uns eingegangen sind, haben wir einen historischen Rekord zu vermelden.

Weißstorch mit Jungvögeln im Horst | © Richard Straub © Richard Straub
Rekordjahr: Seit 1900 wurden noch nie so viele brütende Storchpaare in Bayern gezählt.

Die meisten Neuansiedlungen gab es in Westbayern

Zum ersten Mal seit über 120 Jahren gibt es in Bayern mehr als 1.000 Weißstorch-Brutpaare. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnung seines Bestands im Jahr 1900 wurden so viele brütende Störche im Freistaat gezählt wie dieses Jahr. Auch dieses Jahr haben sich überall in Bayern wieder neue Storchenpaare niedergelassen. Die meisten Neuansiedlungen gab es in Westbayern und dort oft in ohnehin schon dicht besetzten Gebieten wie Oettingen im schwäbischen Ries und Uehlfeld im mittelfränkischen Aischtal. Aber auch aus Ostbayern wurden uns neue Nester gemeldet, so zum Beispiel in Döfering im Landkreis Cham oder in Straubing.

Neue Storchenpaare melden

Weißstorchhorste in Rudelstetten | © Heidi Källner © Heidi Källner
Über 1.000 besetzte Storchennester wurden 2022 von uns erfasst, wie hier in Rudelstetten im Landkreis Donau-Ries.

Nach dem alarmierenden Tiefststand vor gerade mal 34 Jahren, als 1988 nur noch 58 bayerische Brutpaare gezählt wurden, steigt die Population des Weißstorchs im Freistaat seit Anfang des Jahrtausends stetig an und lag letztes Jahr bei 950. 2022 sind nun bereits über 1.000 besetzte bayerische Storchennester von uns erfasst worden.

Davon stammen über 60 Neuansiedlungen erneut vor allem aus Schwaben und Mittelfranken. Wir rechnen sogar mit weiteren neuangesiedelten Storchenpaaren, die uns noch gar nicht gemeldet wurden, weil die Anwohnenden oder Hausbesitzenden gar nicht wissen, dass der Bestand der Weißstörche in Bayern von uns erfasst wird. Jeder und jedem, dem vor Ort ein neues Storchenpaar auffällt, kann uns dies per E-Mail melden an .

Auch wenn die aktuelle Brutsaison noch nicht abgeschlossen ist, liegen uns auch schon erste Daten zur Anzahl der 2022 flügge gewordenen Jungstörche vor. Im Mai und Juni haben die meist kurzen Regenschauer zwar für den einen oder anderen Verlust gesorgt, sich aber als weniger schlimm erwiesen, als zuvor befürchtet. Vielerorts sind weiterhin zwei, drei oder mehr Junge im Nest.

Gründe für die Bestandserholung

Mit dem 1984 vom LBV im Auftrag des Landesamts für Umwelt (LfU) gestarteten Artenhilfsprogramm Weißstorch wurden Nahrungsflächen und Nisthilfen in Bayern gesichert und neu angelegt. „Dank der guten Kooperation zwischen LfU und LBV und des Engagements der ehrenamtlichen Storchenbetreuerinnen und –betreuer in den Gemeinden konnte der Weißstorch 2017 aus der Roten Liste der Brutvögel Bayerns als ungefährdet entlassen werden. Als Fachbehörde ist es uns wichtig, die weitere Entwicklung im Blick zu behalten. Deshalb unterstützen wir das Monitoring der Storchenpaare und der Bruterfolge weiterhin“, erläutert Dr. Christian Mikulla, Präsident des bayerischen Landesamtes für Umwelt.

Verändertes Zugverhalten beeinflusst Bestände in Bayern

Weißstörche im Horst in Reimlingen | © Heidi Källner © Heidi Källner
Bereit zum Abflug: Immer mehr Weißstörche überwintern in Spanien.

Im Laufe des Projekts stellte sich heraus, dass der Bestand und Bruterfolg der Weißstörche im Freistaat auch stark von Gefahren auf dem Zug und in den Überwinterungsgebieten abhängig sind. Seit den achtziger Jahren beobachten die Expert*innen einen Wandel im Zugverhalten der Störche.

Ein Großteil der bayerischen Störche, die über die Westroute in den Süden ziehen, überwintert immer häufiger direkt in Spanien. Sie sparen sich dabei die Überquerung des Mittelmeers und weitere Gefahren, wie Nahrungsmangel oder Bejagung, die auf dem Weg in die afrikanischen Überwinterungsgebiete drohen. Dieses veränderte Zugverhalten sorgt dafür, dass immer mehr Störche wieder zu uns nach Bayern zurückkommen.

Bayernkarte mit Weißstorch-Nestern

Eine Weißstorch-Verbreitungskarte auf der unserer Webseite gibt eine Übersicht zu den aktuell besetzten Nestern. Dort kann jede und jeder nachschauen, ob das jeweilige Nest und die aktuellen Informationen zur Brut oder dem Nachwuchs schon gemeldet wurden und gerne auch aktuelle Daten schicken. Wir freuen uns über jeden Weißstorchfan, der ein neues Nest für uns im Auge behält und das gerne auch längerfristig, um so durch einfache Datenmeldungen an uns zur Bestandsüberwachung beizutragen.

Satelliten-Telemetrie-Projekt: Zug der Weißstörche mitverfolgen!

Screenshot der Weißstorch-Telemetrie-Karte, wo man die Zugroute von fünf Weißstörchen sehen kann | © LBV © LBV

Seit 2014 haben im Satelliten-Telemetrie-Projekt der Vogelwarte Radolfzell auch einige bayerische Jungstörche kleine GPS-Sender erhalten. Mit den Sendern sollen weitere Informationen über die Nahrungsflächensituation im Brutgebiet, die Zugrouten sowie die Gefährdungsfaktoren auf dem Zug und im Winterquartier gesammelt werden.

Auf welchem Weg die bayerischen Weißstörche ab etwa Mitte August in den Süden fliegen kann jede*r live im Internet mitverfolgen.

Problematische Neuansiedlungen

Mittlerweile kann es bei neuen Koloniebildungen im Siedlungsbereich oder Neuansiedlungen auf ungeeigneten Standorten auch mal zu Problemen mit Weißstörchen kommen. Für den richtigen, naturschutzfachlichen Umgang mit Storchennestern an problematischen Stellen, wie zum Beispiel an einem beheizten Kamin, geben wir konkrete Tipps und Empfehlungen.

Hausbesitzer*innen und Gemeinden finden hierzu online Antworten im kostenlosen LBV-Leitfaden.

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© Matthias Meyer

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