Marktplatz der biologischen Vielfalt

Modellprojekt zum Schutz der Biodiversität in Bayerischen Kommunen startet

Im neuen Modellprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt – Bayerische Kommunen setzen auf Biodiversität“ sollen zehn Gemeinden bis Ende 2021 bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer eigenen kommunalen Biodiversitätsstrategie unterstützt werden. Alle kreisangehörigen Gemeinden, Märkte und Städte sind aufgerufen, am Projekt teilzunehmen.

Rotvieh mit Kalb | © Julia Römheld © Julia Römheld
Durch den Einsatz des Roten Höhenviehs können ökologisch wertvolle Wiesenflächen erhalten werden

Sie können sich bis zum 30. September 2018 bewerben. Dann werden die Modellgemeinden ausgewählt und beim Erhalt ihrer biologischen Vielfalt unterstützt. Informationen und Bewerbungsunterlagen stehen auf der Website zum Abruf bereit.

Biologische Vielfalt muss in den Kommunen erhalten werden

Ziel des Projektes ist es, den Erhalt der Biodiversität ins kommunale Leben zu integrieren und für die teilnehmenden Gemeinden deutliche Nutzeneffekte – z. B. durch eine Verbesserung der Lebensqualität oder in der touristischen Positionierung – zu erzeugen.

Langfristig erwarten die Projektträger eine sich multiplizierende Wirkung für den Schutz der Arten und ihrer Lebensräume, denn letztlich wird die biologische Vielfalt Bayerns in den bayerischen Kommunen erhalten.

Ermöglicht wird das Projekt durch eine in Bayern einzigartige Kooperation. Die Trägergemeinschaft setzt sich zusammen aus dem Markt Tännesberg und den landesweit tätigen Naturschutzverbänden BUND Naturschutz in Bayern e.V., Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und Wildland-Stiftung Bayern.

Gefördert wird das Projekt über den Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der GlücksSpirale. Zudem wird es unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Bayerischen Gemeindetag.

Marktgemeinde Tännesberg als Vorbild für andere Gemeinden

Nahrungsmittel wie Salami und Leberwurst vom Rotviehprojekt Tännesberg liegen in einem Korb | © Julia Römheld © Julia Römheld
Nahrungsmittel aus dem gemeinsamen Projekt in Tännesberg

Vorbild für diese Initiative ist die Marktgemeinde Tännesberg, die erste Biodiversitätsgemeinde Deutschlands (Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab/OPf.). Seit über 30 Jahren werden hier naturschutzfachliche Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität durchgeführt. Der Erfolg ist sichtbar und das Konzept übertragbar. S

So mündete das Projekt „Natur.Vielfalt.Tännesberg.“ im Dezember 2017 in der Veröffentlichung des „Kommunalen Leitfadens Biodiversität“ . Er fasst freiwillige, kommunalspezifische Handlungsansätze zum Schutz von Arten und Lebensräumen zusammen. Auf Grundlage dieser langjährigen Erfahrung werden nun die neuen Modellgemeinden gemäß ihren jeweiligen Voraussetzungen beraten.

Das Projekt trägt dabei die Kosten für die Entwicklung der gemeindeeigenen Strategien und koordiniert den Know-how-Transfer im Netzwerk aus kommunalen Akteuren sowie externen Fachleuten. Die teilnehmenden Gemeinden müssen Eigenmittel nur für Umsetzungsmaßnahmen vor Ort einsetzen, die zusätzlich über Förderprogramme bezuschusst werden können (z. B. durch die Bayerische Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie).

Arten- und Lebensraumverluste in der Kulturlandschaft sind drängende Themen unserer Zeit mit großen Auswirkungen für die Zukunft. Das Thema „Insektensterben“ ist hierfür ein aktuelles Beispiel. Der Freistaat Bayern hat aus diesem Grund bereits im Jahr 2008 die „Bayerische Biodiversitätsstrategie“ beschlossen und 2014 mit seinem „Biodiversitätsprogramm Bayern 2030“ bekräftigt. Wichtige Akteure zur Umsetzung der dort formulierten Ziele sind Bayerns Kommunen.

von Nicole Friedrich | lbv.de,

Zurück

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern

Newsletter