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Licht aus für mehr Artenschutz in der Nacht

LBV ruft zur Teilnahme an der Earth Night am 23. September auf – Energiesparen und Artenschutz gehen Hand in Hand

Straßenbeleuchtung, Gebäudestrahler und Werbetafeln: die Nächte werden weltweit immer heller. Die viel zu intensive Nachtbeleuchtung hat bedrohliche Folgen für Insekten, Vögel und weitere Arten. Um auf das Thema Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, unterstützen wir die Aktion Earth Night der „Paten der Nacht“. Die Vereinigung von ehrenamtlich Aktiven zur Eindämmung der Lichtverschmutzung ruft am 23. September ab 22 Uhr – in der ersten Neumondnacht des Monats – bundesweit dazu auf, nächtliches Kunstlicht zu reduzieren.

Lichtverschmutzung | © Dr. Olaf Broders © Dr. Olaf Broders
Künstliche Lichtquellen lassen unsere Nächte immer heller werden

Die Umsetzung des Energiespargesetzes auf Bundesebene verdeutlicht uns derzeit, wie einfach wir an vielen Stellen auf künstliche Beleuchtung verzichten können – und damit eine völlig unnötige Umweltbelastung vermeiden. Wir müssen uns klar machen, dass wir mit künstlicher Beleuchtung Tieren und Pflanzen Lebensräume entziehen. Unser ohnehin stark gestresstes Ökosystem gerät damit weiter unter Druck. Ziel der Earth Night ist es, langfristig einen naturschonenden Umgang mit der Ressource Licht sowie ein allgemeines Umdenken zu fördern.

Auswirkungen der nächtlichen Beleuchtung auf die Natur

Strassenlampe Insekten | © Oliver Wittig © Oliver Wittig
Insekten verenden aufgrund von Erschöpfung an unseren Straßenlaternen

Das seit dem 1. September geltende Energiespargesetz des Bundes hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein Problem gelenkt, dass Naturschützer*innen bereits seit langem schmerzlich bekannt ist: unsere Nächte werden immer heller. Ob das angeleuchtete Nachbargebäude, die ganze Nacht brennende Straßenbeleuchtung oder das in weiter Entfernung sichtbare Logo des ansässigen Unternehmens: Wohin wir auch blicken, begegnet uns in der Nacht künstliches Licht. Die Gefahr für Tier- und Pflanzenwelt durch die viel zu intensive Nachtbeleuchtung ist wissenschaftlich erwiesen. Nachtaktive Insekten werden vom Kunstlicht angezogen und schwirren so lange um die Lichtquelle, bis sie vor Erschöpfung sterben oder ihren Fressfeinden zum Opfer fallen. Diesen sogenannten Staubsaugereffekt an Straßenlaternen hat wohl jeder und jede schon beobachtet. Führt man sich vor Augen, dass Insekten als Nahrungsquelle für unzählige Tiere der Ausgangspunkt unserer Artenvielfalt insgesamt sind und außerdem wichtige Bestäubungsleistungen erbringen, wird klar, dass wir hier vor einem erheblichen Problem stehen. Die negativen Auswirkungen von künstlicher Beleuchtung gehen jedoch über die besonders betroffenen Fluginsekten hinaus. Vögel können durch künstliches Licht in der Nacht irritiert werden und sich durch Kollisionen verletzen. Und auch Bäume werfen im Herbst ihre Blätter nicht ab, wenn sie neben Straßenlaternen stehen.

Mit einfachen Schritten zu weniger Umweltbelastung

Um das Problem übermäßiger künstlicher Beleuchtung in den Griff zu bekommen, muss ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft erfolgen, der über die aktuell vorgeschriebenen Maßnahmen zum Energiesparen hinausgeht. Wenn man um die negativen Auswirkungen der künstlichen Beleuchtung weiß, wird man auf die Frage, ob das Schloss im Ort die ganze Nacht angestrahlt oder die Straßenbeleuchtung an einer Straße leuchten muss, an der kaum ein Auto vorbeikommt, anders beantworten. Neben Unternehmen und Kommunen ist dabei auch jeder einzelne gefragt, seinen Beitrag zur Reduktion der künstlichen Beleuchtung zu leisten. Das Gute an dieser Umweltbelastung ist, dass sie unglaublich einfach zu beseitigen ist. Es reicht sprichwörtlich, den Schalter umzulegen. Wichtig ist, dass wir langfristig ein Umdenken bei den Menschen erreichen. Dazu leistet die Earth Night einen wichtigen Beitrag, indem sie die Wohltat einer natürlichen, dunklen Nacht für Mensch und Natur erlebbar machen will.

Mitmachen bei der Earth Night 2022

Mit der bundesweiten Aktion Earth Night der „Paten der Nacht“ soll ein Bewusstseinswandel angestoßen werden. Am 23. September sind deshalb alle Menschen dazu aufgerufen, ab 22 Uhr so weit wie möglich auf Kunstlicht zu verzichten. Teilnehmen kann jede und jeder: Während Privatpersonen schon durch das Abschalten der Außenbeleuchtung am Haus sowie das Schließen der Jalousien oder Vorhänge viel bewirken können, sind besonders Gewerbetreibende dazu aufgerufen, nachts die Werbebeleuchtung abzuschalten. Auch ganze Gemeinden können sich beteiligen.

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© CABS

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