Deutliche Mehrheit will keine Skischaukel im Allgäu

Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der bayerischen Bevölkerung lehnen den Bau einer neuen Skischaukel am Riedberger Horn im Allgäu klar ab. Das ist das Ergebnis einer aktuellen und repräsentativen TNS Emnid-Umfrage, die der LBV in Auftrag gegeben hat.

Westseite des Riedberger Horns im Winter | © Henning Werth © Henning Werth
Westseite des Riedberger Horns im Allgäu.

Sogar 91% der Befragten sprechen sich für den Erhalt des bayerischen Alpenplans ohne Ausnahmen für neue Skigebiete aus und lehnen Neuerschließungen in der so genannten Ruhezone C ab. Die Aussage der bayerischen Staatsregierung, derartige Entscheidungen im Dialog mit den Bürgern zu treffen, ist somit nicht haltbar. Auch unter den befragten CSU-Anhängern sind drei Viertel gegen die Skiverbindung.

Die Befragung wurde bayernweit durchgeführt, da die Änderung des Landesentwicklungsplans eine gesamtbayerische Angelegenheit ist. Zur geplanten Skiverbindung zwischen den Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein gibt die repräsentative Umfrage ein eindeutiges Ergebnis: In der Alpenregion lehnen 78 und bayernweit sogar 80 Prozent diese Skischaukel ab. Nur zehn Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus. Unter den befragten CSU-Anhängern sind es lediglich 17 Prozent, drei Viertel dieser Gruppe sind gegen die neue Skiverbindung. Insgesamt können sich gerade mal sieben Prozent neue Pisten auch in Zone C vorstellen.

Der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer sieht damit den Kurs des LBV und der in der CIPRA zusammengeschlossenen Umweltverbände in vollem Umfang bestätigt: Die Umfrageergebnisse zeigen eindeutig, dass die bayerische Bevölkerung den Alpenplan ohne Abstriche erhalten will. Für uns ist dies der klare Auftrag, uns weiterhin mit aller Kraft für dessen Erhalt einzusetzen. Die geplante Skischaukel am Riedberger Horn hat für uns eine bayernweite Bedeutung und stellt somit das zentrale umweltpolitische Thema der nächsten Jahre in Bayern dar. Wir appellieren daher an alle bayerischen Abgeordneten, bei der anstehenden Abstimmung im Landtag die eindeutige Meinung der bayerischen Bevölkerung zu berücksichtigen und den Alpenplan nicht anzutasten.

Birkhuhn (männlich) im Schnee | © Henning Werth © Henning Werth
Das Birkhuhn kann vom nachhaltigen Tourismus profitieren

Ermöglicht werden derartige geplante Neuerschließungen nur durch hohe staatliche Zuschüsse. Auch dazu haben die befragten Bayern eine klare Haltung. 70 Prozent lehnen Staatszuschüsse für neue Skipisten ab und nur ein Viertel der Befragten sprachen sich für die staatliche Förderung von alpiner Wintersportinfrastruktur aus. Wir sind uns auch deshalb mit den in der Alpenschutzkommission CIPRA zusammengeschlossenen Verbänden einig: Die staatliche Subventionierung von Schneekanonen muss schnellstens beendet werde. Im Hinblick auf den Klimawandel sprechen wir uns dafür aus, diese Fördergelder in die Umsetzung nachhaltiger Tourismuskonzepte umzulenken. Dies könne eine echte Chance für viele Tourismusgemeinden sein, von der auch gefährdete Arten wie das Birkhuhn profitieren können.

 

Hintergrund:

Zwischen 13.12.2016 und 12.01.2017 wurden 1.004 Personen aus Bayern vom Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid in einer repräsentativen Umfrage zu oben genannten Themen befragt. Die bayerische Staatsregierung plant, am Riedberger Horn im Oberallgäu erstmals nach 44 Jahren den Alpenplan außer Kraft zu setzen. Damit soll der Bau einer Skischaukel zum ersten Mal in der streng geschützten Ruhezone ermöglicht werden.

von Nicole Friedrich | lbv.de,

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