LBV-Projekt „Igel in Bayern“ wird Teil einer deutschlandweiten Initiative

Derzeit ist Paarungszeit bei den stacheligen Gartenbewohnern – Seit 10 Jahren melden Bayerns Bürger dem LBV gesichtete Igel

Fauchen, Knurren und Schnaufen ist derzeit in der Dämmerung wieder in Bayerns Gärten zu hören. Die Paarungszeit der Igel hat begonnen. Bereits zum 10. Mal rufen wir die Bevölkerung im Freistaat dazu auf, lebendige und tote Igel online unter www.igel-in-bayern.de zu melden.

Igel im Gras | © Andreas Giessler © Andreas Giessler
Die Paarungszeit der Igel hat begonnen.

Unser Bürgerforschungsprojekt „Igel in Bayern“ möchte so noch mehr über den heimlichen Gartenbewohner erfahren. Allerdings ist der Igel nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland gefährdet. Da seine genauen Bestandszahlen jedoch ungewiss sind, haben wir uns mit der Deutschen Wildtierstiftung, NABU|naturgucker und weiteren Partnern zusammengeschlossen und rufen gemeinsam vom 17. bis 27. Mai deutschlandweit zum Igel melden auf. Unser langfristiges Projekt wird Teil einer deutschlandweiten Initiative, um noch mehr über die Verbreitung und Gefährdung des Igels zu erfahren. In Bayern allein erhalten wir jährlich im Schnitt über 12.000 Beobachtungen.

Anlass der nun deutschlandweiten Erfassung ist die Ernennung des Igels zum Tier des Jahres 2024 durch die Deutsche Wildtierstiftung und eine unklare Datenlage. Dabei sind alle Meldungen wertvoll, ob ein Igel im Garten oder Park, ob lebende, tote oder verletzte Tiere. Es wird spannend für uns zu sehen, wie es dem Igel in Bayern im Vergleich zum restlichen Deutschland geht.

Der Lebensraum des Igels ist gefährdet

Sehr heller Igel im grünen Gras guckt direkt in die Kamera | © Andrea Kammer © Andrea Kammer
Durch Insektensterben, Versiegelung von Grünflächen, Sprühen von Gift oder Mähroboter in der Nacht ist der Lebensraum der Igel gefährdet.

Derzeit wird der Igel sowohl in Bayern als auch bundesweit auf der ‚Vorwarnliste‘ der Roten Liste der Säugetiere geführt. Expertinnen und Experten befürchten schon lange einen Abwärtstrend.

Das Insektensterben, die Versiegelung von Grünflächen, das Sprühen von Gift oder die Mähroboter in der Nacht – all dies gefährdet den Lebensraum des Igels. Es steht daher zu befürchten, dass der Igel in naher Zukunft in die Kategorie ‚Gefährdet‘ eingestuft werden muss.

Um einen deutschlandweiten Überblick zu dieser Art zu erhalten, wird unser Meldeprojekt „Igel in Bayern“ vom 17. bis zum 27. Mai Teil der bundesweiten Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“.

Der Maulwurf, ein weiterer Insektenfresser mit ähnlichen Nahrungsansprüchen wie der Igel, soll bei der deutschlandweiten Aktion ebenfalls erfasst werden.

 

10 Jahre „Igel in Bayern"

Bereits zum zehnten Mal werden uns tote oder lebendige Igel in Bayern gemeldet. Wir hatten gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk im Frühjahr 2015 dieses großangelegte, langfristige Citizen-Science-Projekt gestartet. Obwohl der Igel bekannt und beliebt ist, wussten wir recht wenig darüber, wie er in der modernen Landschaft zurechtkommt. Unsere bisherigen Daten zeigen, dass lebende Igel sehr häufig aus Gärten gemeldet werden. Da der Straßenverkehr für den kleinen Kulturfolger oft ein Problem darstellt, werden die meisten toten Igel auf Straßen gesichtet. Daher ruft unser bürgerwissenschaftliches Projekt auch dieses Jahr wieder alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns auf, ihre Igel von März bis Oktober zu melden. In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen werten wir die gesammelten Melde-Daten aus.

Über das Gemeinschaftsprojekt

„Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ ist ein gemeinsames Projekt von der Deutschen Wildtier Stiftung, NABU|naturgucker, dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V., dem NABU Bundesverband und uns. Ziel ist, ein langfristiges Monitoring zu Verbreitung und Vorkommen von Igel und Maulwurf in Deutschland zu etablieren. Sichtungen von Igeln in Bayern werden uns gemeldet, die des Maulwurfs an NABU|naturgucker. Die hieraus gewonnen Erkenntnisse erlauben zukünftig eine Bewertung der Bestandssituation von Igel und Maulwurf. Darauf aufbauend können auch gezielte Artenschutzmaßnahmen initiiert werden.

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© Hansruedi Weyrich

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