LBV im Aufwind

Starker Mitgliederanstieg auf 95.000 – Dr. Norbert Schäffer als Vorsitzender bestätigt – Klare Forderungen an neue Landesregierung

Die Ergebnisse der Landtagswahl unterstreichen: die bayerische Bevölkerung sieht den Schutz von Natur und Umwelt als zentrales politisches Thema. Dies spiegelt sich auch im Wachstum des LBV wider. Wir haben auf unserer heutigen Delegiertenversammlung in Oberstdorf eine erfreuliche Zunahme auf nun 95.000 Unterstützer bekanntgegeben. Darüber hinaus bestätigten die über 200 anwesenden LBV-Delegierten auf ihrer Jahreshauptversammlung den bisherigen Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer mit 98,5 % der Stimmen in seinem Amt.

LBV-Delegiertenversammlung 2018 | © Hermann Rupp © Hermann Rupp
Die LBV-Delegiertenversammlung in Oberstdorf 2018
1. LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer spricht vor dem LBV-Pult | © Hermann Rupp © Hermann Rupp
Dr. Norbert Schäffer wurde als Vorsitzender wiedergewält

„Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen und freue mich, mich auch weiterhin als erster Vorsitzender für den LBV und somit den Erhalt unserer wunderschönen bayerischen Natur mit ganzem Herzen einzusetzen.“

Unter dem großen Applaus der Delegierten wandte sich Schäffer an den ebenfalls anwesenden Umweltminister Dr. Marcel Huber: „Um den Rückgang der Biologischen Vielfalt umzukehren und dem Wunsch der Bevölkerung nach mehr Naturschutz in der Politik gerecht zu werden, appellieren wir an die zukünftige Bayerische Staatsregierung, unsere Kernforderungen umsetzen.“

Zur LBV-Delegiertenversammlung

Die Delegiertenversammlung ist das Parlament des LBV und tagt einmal jährlich. 72 Kreisgruppen entsenden gewählte Vertreter, welche die große Linie des Verbands diskutieren und inhaltliche Schwerpunkte setzen.

Resolution an künftige Staatsregierung verabschiedet

Der Rückgang der Biologischen Vielfalt setzt sich in vielen Regionen Bayerns ungebremst fort. Dabei zeigen entsprechende Umfragen, wie auch die Ergebnisse der Landtagswahl, dass die bayerische Bevölkerung den Naturschutz in der Politik für immer wichtiger erachtet.

Als höchstes Gremium des bayerischen Naturschutzverbands verabschiedeten die LBV-Delegierten deshalb eine Resolution mit vier konkreten Forderungen an die künftige Staatsregierung aus CSU und Freie Wähler: die Rücknahme der Alpenplanänderung, die Ausweisung von nutzungsfreien Großschutzgebieten, die Reduzierung des Flächenverbrauchs auf 5 ha pro Tag bis 2020 und effektive Maßnahmen zur Sicherung der Biodiversität in der Agrarlandschaft

Erfreuliches Wachstum für den LBV im Jahr 2018

Neben dem aktuellen Aufwind für den Naturschutz in Bayern ist auch der LBV im Aufwind. Das erfreuliche Wachstum des LBV hat sich im Jahr 2018 fortgesetzt. So nehmen mit weit über 60.000 nicht nur immer mehr Menschen an den großen Mitmachaktionen wie der Stunde der Wintervögel teil und immer mehr Naturfreunde engagieren sich in der aktiven Naturschutzarbeit vor Ort.

Auch die Zahl der Menschen, die sich beim LBV finanziell für den Naturschutz einsetzen möchten, wuchs. So erhöhten sich die Mitglieder und Förderer in Bayern allein in diesem Jahr um über 10 Prozent auf 95.000.

Umweltminister Dr. Marcel Huber zu Gast

Bayerischer Umweltminister Dr. Marcel Huber mit dem 1. LBV-Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer | © Hermann Rupp © Hermann Rupp
Umweltminister Dr. Marcel Huber mit dem LBV-Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer

Auch der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber sprach in Oberstdorf vor den LBV-Delegierten:

"Umwelt- und Naturschutz ist ein wichtiger Teil der bayerischen DNA. Wir sind uns der Bedeutung unseres wertvollen Naturerbes bewusst. Für den Erhalt unserer schönen Tier- und Pflanzenwelt brauchen wir eine möglichst breite Mobilisierung aller gesellschaftlichen Kräfte. Der LBV ist dabei ein wichtiger Anker.“

Neuwahlen und Auszeichnungen

Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer, Prof. Dr. Hans Leppelsack und Ehrenvorsitzender Ludwig Sothmann | © Hermann Rupp © Hermann Rupp
v.l.n.r.: Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer, Prof. Dr. Hans Leppelsack und Ehrenvorsitzender Ludwig Sothmann

Der bisherige stellvertretende LBV-Vorsitzende Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack (Pfaffenhofen), trat nicht mehr zur Wahl an und wurde nach 17 Jahren engagierter Vorstandszugehörigkeit in einer Laudatio des LBV-Ehrenvorsitzenden Ludwig Sothmann unter anderem mit den Worten verabschiedet:

„Hans Leppelsack hat seit 2001 die Landesvorstandschaft mitgestaltet und dem LBV Konturen geben. Schön, dass du dies auch weiterhin in deiner Kreisgruppe Pfaffenhofen tun wirst, obwohl du dich schon heute um die Natur in Bayern und den LBV verdient gemacht hast.“

Darüber hinaus wurde Hans-Joachim Leppelsack für seine Verdienste um den Naturschutz mit dem LBV-Verdienstmedaille geehrt. Diese Auszeichnung für herausragende Persönlichkeiten erhielt neben ihm auch Hans Guckelsberger (Starnberg) für seine Verdienste um den Erhalt der bayerischen Natur und die langjährige aktive Mitarbeit in verschiedenen LBV-Gremien.

Abstimmungskarten in gelb für Enthaltung, rot für nein und grün für ja. In orange liegen die Wahlunterlagen | © Hermann Rupp © Hermann Rupp
Wahlkarten für die LBV-Delegierten

Neben Leppelsack trat auch das bisherige Vorstandsmitglieder Ralf Krüger (Würzburg) nach vier Jahren nicht mehr zur Wahl an. Für sie wurden Rolf Helfrich (Bamberg) und als neuer 2. Vorsitzender der Allgäuer Diplom-Agraringenieur Ethelbert Babl (Kempten) in den LBV-Vorstand gewählt.

In ihren Ämtern bestätigt wurden Michael Scharl (Amberg) als Schatzmeister, Dr. Irene Frey-Mann (München) und Frank Reißenweber (Coburg) als Beisitzer und Hans–Joachim Fünfstück (Garmisch-Partenkirchen) als Schriftführer.

Mit dem deutschlandweit renommierten Gewässerökologen Prof. Dr. Jürgen Geist, Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie der TU München, dem Münchner Diplom-Biologen Markus Faas (Referat für Biodiversität am Stmuv) und Diplom-Geograf Rolf Eberhardt (Geschäftsführer Naturpark Nagelfluhkette) verzeichnet auch der wissenschaftliche Beirat des LBV hochkarätige Neuzugänge.

Neuer LBV-Ehrenamtspreis

Preisträger des LBV-Ehrenamtspreises | © Hermann Rupp © Hermann Rupp
Preisträger des LBV-Ehrenamtspreises

Mit dem neu geschaffenen LBV-Ehrenamtspreis zeichnen wir  erstmals aktive Mitglieder für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit im LBV aus.

Die ersten 12 Preisträge sind:

  • Edgar Hoh (Würzburg),
  • Walter Malkmus (Main-Spessart),
  • Gunther Brokt (Forchheim),
  • Hubert Ilg (Neu-Ulm),
  • Martha Stocker (Günzburg),
  • Sepp Willy (Landsberg/Lech),
  • Gerold Schlosser (Coburg, posthum),
  • Pius Bader (Unterallgäu-Memmingen),
  • Heribert Zintl (Bad Tölz/Wolfsratshausen),
  • Irmi und Walter Gründl (Traunstein) und
  • Peter Lenk (Bayreuth).

Positionspapier Landwirtschaft und Resolution zur Vogelschutzrichtlinie

Positionspapier Landwirtschaft

Die LBV-Delegierten verabschiedeten auch ein Positionspapier zum Themenschwerpunkt „Landwirtschaft“. Für die bayerischen Naturschützer ist das Leitbild des LBV ist eine nachhaltige Landwirtschaft, die alle Ressourcen inklusive der Artenvielfalt erhält. Dafür ist das Agrarfördersystem der EU von Grund auf neu auszurichten. Welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind, hat der LBV mit 27 ausführlich begründeten Forderungen in seinem aktuellen Positionspapier zur Landwirtschaft zusammengestellt.

Mit einer zweiten verabschiedeten Resolution setzte das höchste Gremium des LBV auch ein deutliches Zeichen bei einem weiteren aktuellen naturschutzpolitischen Thema. Denn anlässlich des 40-jährigen Bestehens der europäischen Vogelschutzrichtlinie drängt der LBV auf eine verbesserte Umsetzung.

Der LBV wird sich dafür einsetzen, dass die legale Jagd auf bestandsrückläufige und mittlerweile gefährdete jagdbare Vogelarten in den Mitgliedstaaten der EU eingestellt und die illegale Bejagung konsequenter verfolgt wird.

von Nicole Friedrich | lbv.de,

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