LBV-Garten-Tipp: die drei besten Frühblüher für Insekten

Wiesenschlüsselblume, Lungenkraut und Kuhschelle für den naturnahen Garten oder Balkon im Frühling

Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang. Für viele Menschen in Bayern der Startschuss für die neue Gartensaison. Neben den typischen Gartenpflanzen wie Primel, Narzisse und Hyazinthe sind es vor allem die etwas unscheinbaren, heimischen Pflanzen, mit denen sich die Insektenvielfalt im Garten oder auf dem Balkon stärken lässt.

Echte Schlüsselblume | © Peter Bria © Peter Bria
Die Wiesenschlüsselblume ist eine heimische, mehrjährige Staude, die mit ihren gelben Blüten die ersten bunten Farbkleckse des Jahres bietet.

Optisch schöne, gefüllte Blüten mit ineinander verschachtelten Blütenblättern sind für Insekten leider wertlos. Besser sind ungefüllte Blüten mit frei zugänglichen Staubgefäßen. Zum Beispiel bietet die heimische Hagebutte im Sommer Nektar und Pollen für Insekten und im Herbst Beeren für Vögel. Wir stellen drei bunte Frühlingsboten vor, die mit viel Nektar und Blütenpollen Wildbienen, Schmetterlinge und weitere Insekten im zeitigen Frühjahr unterstützen.

Die Wiesenschlüsselblume ist eine heimische, mehrjährige Staude, die sowohl in Wiesen und Gärten als auch Balkonkästen mit ihren gelben Blüten die ersten bunten Farbkleckse des Jahres bietet. Sie blüht von April bis Juni. Der Nektar der zeitig blühenden Wiesenschlüsselblume ist nach dem Winter die ideale Starthilfe für Insekten mit längerem Rüssel, wie Schmetterlinge oder Hummeln. Besonders Hummelköniginnen sind auf die Verfügbarkeit von Frühblühern angewiesen, um ganz allein einen neuen Staat zu gründen. Die Samen der Wiesenschlüsselblume sind dank ihres hohen ökologischen Wertes häufig in Wildblumenmischungen vertreten.

Die "Nektar-Ampel" des echten Lungenkrauts

Echtes Lungenkraut | © Christiane Geidel © Christiane Geidel
Die rosa, violett und blauen Blüten des echten Lungenkrauts berreichern jeden naturnahen Garten.

Das heimische, echte Lungenkraut ist mit seinen rosa, violetten und blauen Blütenblättern zwischen März und Mai eine weitere Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge.

Die jeweilige Farbe der Blüte zeigt an, wie viel Nektar verfügbar ist. Ist die Blüte rosa, gibt es noch Nektar. Wenn die Blüte zu violett oder blau wechselt, ist kein Nektar mehr zu holen. Diese ‚Nektar-Ampel‘ spart Bestäubern wie der flinken Frühlings-Pelzbiene Zeit und Mühe.

Ein Frühblüher für magere Böden: die gewöhnliche Kuhschelle

Kuhschelle | © Bernd Raab © Bernd Raab
Die Kuhschelle gedeiht gut auf magerem Boden an einem sonnigen Standort.

In der Natur kommt die gewöhnliche Kuhschelle nur noch selten vor. Die Blüte der zierlichen, violetten Pflanze ist wie eine Kuhglocke geformt. Sie schützt sich in ihren natürlichen, eher kargen Lebensräumen mit dichtem Haarwuchs vor zu intensiver Sonneneinstrahlung.

Wer die seltene, frühblühende Kuhschelle an einem sonnigen Standort und auf magerem Boden im Garten pflanzt, tut auch den Insekten etwas Gutes. Ihr reichhaltiges Pollenangebot zieht Blütenbesucher magisch an und das hübsche Aussehen bereichert jeden Naturgarten.

Weitere Tipps für den naturnahen Garten

Neben diesen drei Frühblühern gibt es noch zahlreiche weitere heimische Pflanzen und Stauden, mit denen die Artenvielfalt im Garten oder auf dem Balkon im restlichen Jahr unterstützt werden kann: Wilde Malve, Echter Dost, Hornklee und Knäuel-Glockenblume. Zu den ersten Nektar und Pollenlieferanten des Jahres zählen auch verschiedene Weidenarten, wie zum Beispiel die Sal-Weide, die unzähligen Blütenbesuchern Nahrung bieten.

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© Hansruedi Weyrich

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