Kontrolle der Steinkauz-Jungvögel

Der Steinkauz ist in Bayern vom Aussterben bedroht. In Deutschland steht er mit einem Bestand von etwa 6.000 Paaren auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet. Er steht wie kein anderer Vogel für den Lebensraum Streuobstwiese. Dreiviertel der bekannten Steinkauz-Vorkommen befinden sich in Streuobstbeständen. Die meisten dieser alten Streuobstwiesen liegen in Unterfranken. Aktuell kontrollieren wir die Brutplätze.

Nisthilfe Steinkauz | © D. Scheffler © D. Scheffler
Im Projektgebiet wurden in den letzten 10 Jahren rund 1.700 Nisthilfen angebracht

Unsere ehrenamtlichen Helfer kontrollieren derzeit die Brutplätze und beringen die Jungvögel. Durch das Beringen kann das Verhalten von einzelnen Vögeln über einen großen Zeitraum verfolgt werden. Dadurch können Erkenntnisse über Sterblichkeit, Fortpflanzung und den Lebensraum gewonnen werden. Der Steinkauz litt in der Vergangenheit vor allem unter dem Verlust von geeigneten Lebensräumen. Alte Streuobstbestände mit großen Baumhöhlen sind selten. Deshalb wurden im Projektgebiet in den letzten 10 Jahren rund 1.700 Nisthilfen angebracht. Im ausgedehnten UNESCO-Biosphärenreservat Rhön konnte die Art hierdurch wieder erfolgreich angesiedelt werden. Die Nisthilfen wurden fast ausschließlich von sozialen Einrichtungen gebaut. 2017 waren es bereits 152 Revierpaare im Projektgebiet, welche mittlerweile wieder 7 Landkreise besiedeln. Vor gut 10 Jahren galten die Steinkäuze dort noch als ausgestorben. Eine tolle Entwicklung!

Steinkauz-Nachwuchs

Junger Steinkauz im Baum | © D. Scheffler © D. Scheffler
Junger Steinkauz nach der Beringung

Der Steinkauz brütet in Mitteleuropa überwiegend in Baumhöhlen bzw. alten Kopfbäumen. Sein Brutplatz kann sich auch an Gebäuden, Bodenhöhlen, Steinmauern oder Felshöhlungen befinden. Abhängigkeit von der Feldmausdichte legt der Steinkauz Mitte April bis Mitte Mai 6 bis 7 weiße, nahezu kugelige Eier. Nach 22 bis 30 Tagen schlüpfen die Jungen. Aktuell sind unsere Jungvögel ca. 4 - 5 Wochen alt.

Steinkäuze bevorzugen offene, grünlandreiche Landschaften mit ganzjährig kurzer Vegetation. Baumreihen oder Baumgruppen müssen als Höhlen und Rufwarten ebenfalls vorhanden sein. Besonders kopfbaumreiche Wiesen und Weiden sowie Streuobstwiesen bieten dem Steinkauz gute Lebensbedingungen. Auch in lichten Parks, Dörfern und Steinbrüchen können die heimlichen Käuze vorkommen.

Übrigens unsere Steinkäuze können Sie auch durch eine Patenschaft unterstützen. Mehr zum Steinkauz-Projekt finden Sie hier!

von Alexander Stark | lbv.de,

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