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Keine Abschussquote für Wölfe

Unnötige Debatte durch Agrarminister Schmidt begonnen

Ein Wolf im Schnee, der mit dem Gesicht zur Kamera steht | © Marcus Bosch © Marcus Bosch
Keine Abschussquote für Wölfe

Wir halten die in den vergangenen Wochen von Politikern der CDU/CSU, verschiedenen Interessenverbänden der Nutztierhalter und aktuell auch vom Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes Walter Heidl geführte öffentliche Debatte zur Aufweichung des Schutzstatus von Wölfen für unnötig und fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zum Schutz des Wolfes. „Der Wolf ist nach nationalem und internationalem Recht streng geschützt. In Bayern kann es für ihn derzeit überhaupt keine Abschussquote geben, da wir noch gar kein Rudel haben. Das wissen sowohl Herr Heidl als auch Minister Schmidt“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Keine Herabstufung des Schutzstatus

Ein seitlich stehender Wolf im Schnee, der über seine Schulter nach links blickt | © Marcus Bosch © Marcus Bosch

Die von Heidl und Schmidt angestoßene Debatte gehe in die falsche Richtung, so Schäffer. „Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir mit dem Wolf leben können. Der Wolf gehört zu Bayern und es gibt noch gar kein Rudel, sondern nur durchwandernde Einzelwölfe. Wir fordern von der Politik, und auch von dem für die Jagd und die Nutztierhaltung zuständigen Bundesminister Schmidt, sich klar zum Schutz des Wolfes zu bekennen. Der LBV lehnt eine Herabstufung des Schutzstatus sowie eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht strikt ab. Außerdem müsste das auf EU-Ebene geregelt werden.“ Die EU-Kommission wiederum hat erst vor kurzem nach umfangreicher Überprüfung bestätigt, dass die dafür relevante FFH-Richtlinie in Text und Anhängen nicht geändert wird. Das sollte zumindest Agrarminister Schmidt bekannt sein.

 

Prävention statt Abschuss

Mit Blick auf die vielfach diskutierten Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere sieht der LBV in möglichen Abschüssen keine Lösung. „Bei Übergriffen von Wolfsrudeln auf Weidentiere in anderen Bundesländern wurde festgestellt, dass die Schäden fast immer aus Fehlern beim Schutz der Herden resultierten. Es wäre falsch, den Landwirten jetzt vorzugaukeln, mit dem Abschuss eines einzelnen Wolfes sei ihnen geholfen. Der Rest eines Rudels wird dadurch keine Angst vor Weidetieren bekommen. Und auch die Tötung eines Einzelgänger-Wolfs ist ein völlig ungeeignetes Mittel zum Schutz von Nutztieren“, erklärt Schäffer.

Stattdessen sei es wichtig, die Tierhalter stärker beim Schutz ihrer Herden, beispielsweise durch spezielle Zäune und Herdenschutzhunde, zu unterstützen und diese Maßnahmen ausreichend zu finanzieren. „Gerade in Bayern haben wir in den Alpen spezielle Herausforderungen, die wir gemeinsam meistern müssen“, fordert Schäffer insbesondere die Tierhalter und den BBV auf.

Obwohl die Zuwachsraten der Wolfspopulation außerhalb Bayerns von manchem derzeit als hoch empfunden würden, seien die Wachstumsraten aus biologischer Sicht vollkommen normal. Auch ohne Eingriffe würden sie wieder abflachen. Mit derzeit 46 Rudeln sei der Wolfsbestand in Deutschland keinesfalls ausreichend stabil oder in einem günstigen Erhaltungszustand.

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