5-Punkte-Rettungsplan für Steigerwald

Verbände wollen Steigerwald durch Rettungsplan erhalten

Auf einer Pressekonferenz in München haben wir zusammen mit dem BUND Naturschutz in Bayern, dem WWF und dem Bürgerverein Nationalpark Nordsteigerwald einen Fünf-Punkte-Rettungsplan für eine glaubwürdige und aussichtsreiche Weltnaturerbe-Bewerbung für den Steigerwald vorgelegt. Damit soll kurzfristig sichergestellt werden, dass eine derartige Bewerbung überhaupt noch möglich bleibt.

Blick in die Krone einer Rotbuche im Winterzustand | © Thomas Stephan © Thomas Stephan
Auch alte Buchen dienen der Tier- und Pflanzenwelt mit wertvollem Totholz

Gleichzeitig bekräftigen die Organisationen ihre Forderungen nach einem Nationalpark Steigerwald. In einer gemeinsamen Erklärung kritisiert das Bündnis zudem die Staatsregierung für ihre Blockadehaltung beim Waldschutz im Steigerwald scharf. Die Aufhebung des geschützten Landschaftsbestandteiles bei Ebrach sei ein skandalöser "Raubbau am ökologischen Erbe Bayerns", mit dem die Staatsregierung den Einschlag dicker Altbäume im großen Stil ermöglichen will, die noch zu tausenden im vormaligen Schutzgebiet vorkommen.

Die Fünf Punkte im Überblick

Mäusebussard breitet seine Flügel für den Abflug aus | © Thomas Stephan © Thomas Stephan
Der Steigerwald ist Heimat für viele Vogelarten

Die Buchenwälder im Nordsteigerwald zählen zu den naturschutzfachlich besten Buchenwaldgebieten Deutschlands und sind auf Grund ihrer Einstufung äußerst geeignet für eine Weltnaturerbe-Bewerbung. Diese hohe nationale und internationale Wertigkeit verpflichtet die Bayerische Staatsregierung zu ihrem Schutz. Doch der Freistaat Bayern ist nicht bereit, diese Flächen ausreichend zu schützen und missachtet so nationale und internationale Verpflichtungen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt im Freistaat.

Forschungsergebnisse auf bayerischer, deutscher und europäischer Ebene belegen, dass auch naturnahe Bewirtschaftung biologische Abläufe stört. Kein Wirtschaftswaldkonzept kann ein natürliches Ökosystem mit seinen komplexen Zusammenhängen und natürlichen Abläufen imitieren oder ersetzen. Mit internationalen Auszeichnungen, wie „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe der UNESCO“, wären für die gesamte Steigerwaldregion große Chancen hinsichtlich wirtschaftlichem Wachstum verbunden.

  1. Freistaat Bayern soll Weltnaturerbe-Bewerbung vorantreiben und darf Weltnaturerbe nicht durch eine aufgesetzte Weltkulturerbe-Bewerbung verhindern. Potential des Steigerwaldes für Weltnaturerbe ist amtlich bestätigt.

  2. Umgehender Holzeinschlag-Stopp zum Schutz der Bäume auf einer möglichst zusammenhängenden Staatswaldfläche von mindestens 5.000 Hektar.

  3. Ausweisung einer mindestens 5000 Hektar umfassenden, möglichst zusammenhängenden und holznutzungsfreien Staatswaldfläche im Nordsteigerwald und zügiges Umsetzen des „Trittsteinkonzeptes“ auf staatlichen Wirtschaftswaldflächen.

  4. Aufhebung des geschützten Landschaftsbestandteils im Ebracher Forst rückgängig machen.

  5. Potentialanalyse aller Schutzgebietsoptionen im Steigerwald, sachliche Aufklärung der Bevölkerung über die Ergebnisse sowie Einbeziehung der Bürger in einen moderierten Diskussionsprozess.


Mehr Informationen und Details über diesen Rettungsplan und die fünf Punkte erhalten Sie hier.

von Christine Riel | lbv.de,

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