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Herbst in Bayerns Gärten: Igel, Insekten und Vögel herzlich willkommen!

LBV gibt fünf Tipps für mehr Artenvielfalt – jetzt ganz einfach den naturnahen Garten fürs nächste Jahr anlegen

Mit den ersten bunten Blättern kommt nun die ideale Zeit, um den Garten nicht nur fit für den Winter zu machen, sondern auch für die kommenden Jahre naturnah zu gestalten. Wer im Herbst heimische Pflanzen wie Stauden oder Obstbäume und -sträucher pflanzt, bietet Igeln und Insekten Unterschlupf und Nahrung.

Amsel frisst Beeren | © Ingo Rittscher © Ingo Rittscher
Beeren an Sträuchern sind im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel

Als Fleischfresser profitiert der Igel von einem insektenreichen Garten. Um dem Igel und anderen Arten Nahrung und Schutz vor Frost zu bieten, kann jede und jeder jetzt im eigenen Garten etwas tun: eine wilde Ecke, einen Totholzstapel oder einen Laubhaufen anlegen und abgestorbene Pflanzen einfach liegen lassen. Ein naturnaher Garten mit vielen Strukturen nützt nichts, wenn er im Herbst komplett aufgeräumt wird. Harke, Säge und Spaten auch mal liegen zu lassen und die Spätsommersonne zu genießen, ist ein wertvoller Beitrag für den Naturschutz vor der eigenen Haustür. Wir geben deshalb Tipps, wie man jetzt im eigenen Garten ganz leicht etwas für die Artenvielfalt tun kann.

Weniger ist mehr

Bei der Gartenarbeit im Herbst ist weniger oft mehr. Laub, Ast- und Heckenschnitte bieten Insekten und Igeln einen frostsicheren Unterschlupf für den Winter, indem man das abgestorbene Pflanzenmaterial im Hochbeet verteilt, unter der Hecke lagert oder in einer Ecke zu einem Totholzhaufen schichtet. Abgeblühte Stauden schneidet man am besten erst im Frühjahr zurecht, weil sich in den Stängeln von Brombeere, Sonnenblume oder Goldrute Insekten oft zum Überwintern einnisten.

Der Herbst ist auch ein guter Zeitpunkt für die Anlage von neuen Staudenbeeten, für das Stecken von Zwiebelpflanzen, für das Umsetzen von Gehölzen oder für das Pflanzen einer Blühhecke. Heimische Gewächse bieten Unterschlupf und Nahrung für verschiedenste Tiere, wie Gartenvögel, Eichhörnchen und Siebenschläfer. Dem Igel hilft man am meisten mit einem giftfreien Naturgarten mit heimischen Pflanzen, in dem man lieber Komposterde oder Brennnesseljauche statt chemischer Dünger verwendet.

Tipp 1: Laub liegen lassen

Igel | © Andreas Giessler © Andreas Giessler
Der Igel nutzt das Laub der Bäume als Winterquartier

Das farbenfroh herabregnende Laub gehört in den Garten und nicht in Abfallsäcke. Verteilt im Hochbeet oder als Frostschutz unter der Hecke nutzt es vielen Gartenbewohnern. Igel brauchen als Winterquartier einen großen Laubhaufen, der mit Ästen gegen den Wind gesichert ist. Auch Amsel und Kohlmeise drehen emsig die Blätter herum und suchen dort nach Schnecken und Asseln.

Tipp 2: Gartenabfälle recyclen

Wer Material von Ast- und Heckenschnitten oder andere Gartenabfälle hat, sollte diese nicht häckseln oder auf dem Wertstoffhof entsorgen. Besser ist es, sie zu einem Totholzhaufen aufzuschichten, den Käfer gerne bewohnen. Dort fühlt sich auch der Igel während der kalten Jahreszeit wohl.

Tipp 3: Jetzt ein Staudenbeet anlegen

Stauden treiben jedes Jahr wieder aus und erfordern nach dem Einpflanzen weniger Arbeit. Viele heimische Pflanzen, wie Mädesüß, Blutweiderich oder Tauben-Skabiose, sind Nahrung für Schmetterlingsraupen, die wiederum von Vögeln zur Jungenaufzucht im Frühjahr dringend benötigt werden. Zwischen den Pflanzen am Boden finden Igel Tagesverstecke. Je nach Boden, Beschattung und Bodenfeuchte wachsen unterschiedliche Pflanzen.

Tipp 4: Neue Gehölze pflanzen

Auch neue Gehölze können jetzt im Herbst gepflanzt werden. Besonders empfehlenswert für den Naturgarten sind frühblühende Gehölze wie Weide und Kornelkirsche. Sie bieten Insekten im Frühjahr eine erste Nahrungsquelle. Die Insekten wiederum sind dringend benötigte Leckerbissen für rückkehrende Zugvögel. Eine dichte, undurchdringliche Hecke aus heimischen Gehölzen ist auch ein sicherer Unterschlupf für Igel und eine gute Nistmöglichkeit für Singvögel.

Tipp 5: Nistkästen reinigen

Siebenschläfer in Nistkasten | © Hans-Joachim Fünfstück © Hans-Joachim Fünfstück
Vogelnistkästen dienen dem Siebenschläfer als Unterschlupf in der kalten Jahreszeit

Die Brutsaison der Singvögel ist nun abgeschlossen und viele sind schon in den Süden gezogen. Damit sie im nächsten Frühjahr wieder saubere Nistmöglichkeiten in Bayern vorfinden, kann man jetzt Nistkästen öffnen und mit einer Bürste das alte Nistmaterial mitsamt den möglicherweise eingenisteten Parasiten entfernen. So bietet man auch den im Freistaat gebliebenen Singvögeln einen Unterschlupf für kalte Nächte. Auch Siebenschläfer oder Haselmaus nutzen Nistkästen gerne als sicheren Ort für ihren Winterschlaf.

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