Gute Ansätze aber Schlingerkurs bei „bio“ und „regional“

Trägerkreis kommentiert Bilanz des Landwirtschaftsministeriums zum Ausbau und zur Förderung des ökologischen Landbaus

Der Trägerkreis des Volksbegehrens Artenvielfalt - „Rettet die Bienen!“ begrüßt den gestern von Staatsministerin Michaela Kaniber im Landtag berichteten Aufwärtstrend bei Absatz, Fläche und Betriebszahlen der biologischen Landwirtschaft in Bayern. Aus Sicht des Trägerkreises entspricht der Schlingerkurs der Staatsregierung bei der Bewertung von „bio“ bzw. „regional“ jedoch nicht dem Tenor und dem Inhalt des Volksbegehrens Artenvielfalt.

Traktor auf einem Feld | © Hans Riesenthal © Hans Riesenthal
Die Forderung der vier Träger lautet: Um 30 Prozent Bio bis 2030 zu erreichen, müssen vor allen staatliche Einrichtungen ab sofort viel mehr Bioprodukte einsetzen und auch diese Zahlen veröffentlichen.

Stimmen des Trägerkreises

Agnes Becker, Beauftragte des Volksbegehrens und stellvertretende ÖDP-Landesvorsitzende: „Ein wichtiger Schwerpunkt des Gesetzes ist der Ausbau des Ökolandbaus. Jeder ökologisch bewirtschaftete Hektar ist ein Plus für Artenvielfalt, Gewässerschutz und Klimaschutz. Das gesetzlich verankerte Ziel heißt: 30 Prozent Ökolandbau bis 2030. Wie die präsentierten Zahlen zeigen, ziehen die Menschen mit. Allerdings kommt die Staatsregierung ihrer eigenen Einkaufsverantwortung nicht nach. Für die staatlichen Kantinen muss es deswegen endlich klare Vorgaben für den Einsatz von Bio-Produkten geben.“

Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender: „‘Regional‘ ist nicht gleich ‚bio‘ und nur regional reicht nicht. Um die Landwirtschaft zukunftsfest zu machen, brauchen wir den konsequenten Ausbau von Bio-Landwirtschaft mit regionaler Vermarktung. Außerdem muss klar sein: Um 30 Prozent Bioerzeugung zu erreichen, benötigen wir auch 30 Prozent in Ausbildung und Forschung in diesem Bereich. Hier ist noch viel Luft nach oben.“

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag: „Der Positivtrend bei Bio in der Landwirtschaft unterstreicht abermals: Die Menschen in Bayern sind deutlich weiter als die Staatsregierung. Landwirtschaft hat sich über die Jahrhunderte immer wieder verändert. Wir haben den Anspruch, eine positive Weiterentwicklung im Sinne aller zu erreichen. Der Bio-Boom ist sowohl eine große Chance für die Landwirtinnen und Landwirte als auch für mehr Arten- und Naturschutz in Bayern.“

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung: „Das bayerische Landwirtschaftsministerium hatte jetzt fast zwei Jahre Zeit, die gesetzlichen Vorgaben des Volksbegehrens, des Begleitgesetzes und die Empfehlungen des „Runden Tisches“ im eigenen Haus umfassend umzusetzen. Hier müssen wir noch große Fragezeichen machen, zum Beispiel beim Einsatz von Bioprodukten in Kantinen und Ausschreibungen der Staatsregierung.“

 

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