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Grünten droht von Spaßtourismus überrollt zu werden

Wahrzeichen als „Wächter des Allgäus“ bedroht

Der Grünten im südlichen Oberallgäu ist besonders bei Einheimischen als Wander- und Naherholungsgebiet sehr beliebt. Nach der Aufgabe des Skibetriebs hat sich im Winter eine Nutzung durch Skitouren- und Schneeschuhgänger entwickelt. Doch nun soll der Naherholungsberg der Allgäuer dem Tagestourismus geopfert werden. 

Grünten | © Henning Werth © Henning Werth

Dabei besteht keinerlei Konzept zur Besucherlenkung für die Vielzahl an Besucher, die sich auf den Weg zum Grünten begeben, um von dort eine Aussicht ins Obere Illertal zu erhaschen. So musste bereits heute bei schönem Wetter der Gipfel des Grünten wegen Überfüllung zeitweise geschlossen werden.

Naturverträglicher Tourismus zum Schutz unserer Natur und Umwelt im Allgäu sieht anders aus

Die geplante Doppelnutzung des Gebietes, klassischer Skibetrieb und intensive Sommernutzung durch die neue Gondelbahn bis zur Bergstation und möglicher Abfahrt mit einer Rollglider-Anlage durch einen artenreichen Tobelwald, führt zu einer unzumutbaren Belastung für die Artenvielfalt im Landschaftsschutzgebiet Grünten und das angrenzende Natura 2000 Gebiet”, so Carolin Köpping (BUND Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu).

“Naturverträglicher, nachhaltiger Tourismus zum Schutz unserer sensiblen Natur und Umwelt im Allgäu sieht anders aus”, so die Biologin Brigitte Kraft (LBV). Die geplante Beförderungskapazität von 1.100 Personen pro Stunde im Sommer und 1.500 im Winter belasten die sensible Bergwelt und fördert zudem den Individualverkehr.

In Zeiten des Klimawandels ist es nicht akzeptabel, neue Erschließungen in diesem Ausmaß ohne ein schlüssiges Konzept für die An- und Abreise mittel öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) zu realisieren.

Seit Wochen gehen Schüler und Schülerinnen auf die Straße, um sich für den Klimaschutz und damit für ihre Zukunft einzusetzen. Eine Überflutung des Grünten mit Menschen, die massiven Einschnitte in den Bergwald, ein massiv erhöhtes Verkehrsaufkommen und ein neues Schneibecken sind nicht mit dem 1,5 Grad Ziel der Staatsregierung vereinbar.

Im Alpenraum haben wir bereits jetzt eine doppelt so starke Erwärmung wie im Weltdurchschnitt. Lucia Böck von Fridays for Future-Kempten: “Es ist naiv zu glauben, dass man weiterhin die Berge als Rummelplatz verkaufen kann ohne dass wir, eure Kinder und Enkelkinder die katastrophale Folgen tragen müssen”.

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