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„Giga-Factory“ bei Tirschenreuth gefährdet Artenvielfalt

LBV lehnt Pläne für Holzhausfabrik im Moorwald ab

Der Flächenfraß ist eines der drängendsten Umweltprobleme in Bayern. Immer mehr Gewerbeflächen werden vor allem in Wäldern ausgewiesen. Besonders gravierend ist die geplante 37 Hektar große „Giga-Factory“ im Stadtwald von Tirschenreuth. Dort sollen jährlich 3.000 Holzhäuser produziert werden. Der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer hat heute bei einem Ortstermin auf die enormen Eingriffe in den Moorwald hingewiesen. „Was hier entstehen soll, ist mit der Bewahrung der Schöpfung nicht vereinbar“, empört sich Schäffer. „Hier wird das Tafelsilber des bayerischen Naturschutzes verschleudert“, so der LBV-Vorsitzende weiter.

Moorfrosch im Wasser, er hat eine blaue Färbung | © Manfred Waldhier © Manfred Waldhier
Das Engelmannsholz bildet zusammen mit dem Rothenbürger Weiher und dem europäischen Naturschutzgebiet Waldnaabaue einen großen Biotopverbund, der für zahlreiche weitere Wald- und Moorarten, wie dem europaweit geschützten Moorfrosch, lebensnotwendig ist

Moorschutz ist Klimaschutz!

Christoph Bauer und Norbert Schäffer in Tirschenreuth
Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz und LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer beim Ortstermin in Tirschenreuth, wo die "Giga-Factory" entstehen soll

Der LBV-Vorsitzende betont, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Tirschenreuth Klaus Krützfeldt und dem Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz Christoph Bauer, die Bedeutung des Gebietes als Lebensraum für hochgefährdete Tierarten. „Das Gebiet um den Engelmannsteich ist wichtiger Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Bekassine und dem stark gefährdeten Waldwasserläufer. Beide Brutvögel sind streng geschützte Arten“, so der LBV-Vorsitzende.

Das Engelmannsholz bildet zusammen mit dem Rothenbürger Weiher und dem europäischen Naturschutzgebiet Waldnaabaue einen großen Biotopverbund, der für zahlreiche weitere Wald- und Moorarten, wie dem europaweit geschützten Moorfrosch, lebensnotwendig ist. „Der LBV wird diesem gigantischen Projekt mit aller Entschiedenheit entgegentreten – und behält sich auch rechtliche Schritte vor“, kündigte Norbert Schäffer an.

Der Wald speist das nördlich angrenzende Moorgebiet. Der aktuellen Planung zufolge soll das neue Industriegebiet bis in das Moor hinein gebaut werden. Massive Eingriffe in den Wasserhaushalt wären nötig, um das Projekt zu realisieren. So würde das vor Jahren erst mit großem Aufwand und öffentlichen Geldern renaturierte Moor unumkehrbaren Schaden nehmen.

Moore sind zusammen mit Wäldern die größten Kohlenstoffspeicher und unverzichtbar für die Begrenzung des Klimawandels. „Dass ausgerechnet an diesem Standort eine ‚Giga-Factory‘ mit einem ökologisch nachhaltigen Produkt entstehen soll, kann man nur als Realsatire bezeichnen“, stellt LBV-Bezirksgeschäftsführer Christoph Bauer fest.

Auf wertvoller Feuchtwiese soll Musterhaussiedlung entstehen

Zwei Weißstörche auf einer Wiese suchen nach Futter | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Auf einer Feuchtwiese nördlich des Waldgebietes ist eine Musterhaussiedlung geplant. Die Wiese ist Lebensraum des Weißstorchs, der hier auf Futtersuche für den Nachwuchs geht.

Ende Februar hat der Stadtrat von Tirschenreuth den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan rund um den Engelmannsteich auf den Weg gebracht. Insgesamt sollen 37 Hektar im Stadtwald überplant werden, der größte Teil davon betrifft das Engelmannsholz.

Unmittelbar am Engelmannsteich soll eine Art Erlebnispark mit Café und Naturlehrpfad entstehen. Dazu wollen die Planer den Englmannsteich abgraben und eine Insel anlegen. Auf einer Feuchtwiese nördlich des Waldgebietes ist eine Musterhaussiedlung geplant. „Die Wiese ist Lebensraum des Weißstorchs, der hier auf Futtersuche für den Nachwuchs geht. Das Engelmannsholz und die angrenzenden Wälder sind für die Tirschenreuther ein wichtiges und gerade in der Pandemie stark frequentiertes Erholungsgebiet“, sagt Christoph Bauer.

Auch Klaus Krützfeldt, LBV-Vorsitzender der Kreisgruppe Tirschenreuth, befürchtet, dass die „Giga-Factory“ nur den Auftakt für weitere Gewerbegebiete bis zum Rothenbürger Weiher bildet. „Es entsetzt mich, dass sowohl die Stadtspitze als auch das beauftragte Planungsbüro völlig unkritisch über alle Naturschutzbelange hinweggehen“, ergänzt LBV-Kreisgruppenvorsitzender Klaus Krützfeldt.

Parallel zur Aufstellung des Bebauungsplanes soll der Flächennutzungsplan geändert werden. Zusammen mit der Fläche für die Giga-Factory sollen insgesamt 62 Hektar in dem Bereich einer neuen Nutzung zugeführt werden.

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