Essenziell

Essenzielle Cookies sind für den Betrieb der Webseite unbedingt erforderlich und können daher nicht deaktiviert werden.

Cookie-Informationen

Statistiken

Statistik-Cookies erlauben das Erfassen anonymer Informationen darüber, wie Sie unsere Webseite nutzen. Sie helfen uns dabei, Ihr Nutzererlebnis und unsere Inhalte zu verbessern.

Cookie-Informationen

Externe Medien

Externe Medien-Cookies erlauben das Laden von Medieninhalten aus externen Quellen. Sie können auch während des Besuchs der Webseite aktiviert werden, wenn Sie auf blockierte Medieninhalte stoßen.

Cookie-Informationen

Gänsegeier-Besuch im bayerischen Winter

Seit etlichen Tagen wird im Allgäu immer wieder ein außergewöhnlicher Gast aus dem Süden gesichtet – der ungefährliche Vogel hat mit ungünstigen Bedingungen zu kämpfen

Eine um diese Jahreszeit äußerst ungewöhnliche Meldung erreichte uns vor einigen Tagen aus dem nordöstlichen Landkreis Lindau. Ein Naturfreund hatte dort bei einem abendlichen Spaziergang einen Gänsegeier auf einem Baum entdeckt. Seitdem wurde der Vogel mehrmals in der Umgebung gesichtet.

Gänsegeier hebt zum Flug ab | © Stefan Böhm © Stefan Böhm
Ein ungewöhnliches Bild: Im nordöstlichen Landkreis Lindau hält sich ein Gänsegeier auf.

In den letzten Jahren konnten wir immer wieder Einflüge von Gänsegeier-Trupps in Bayern beobachten. Im Allgäu wurde beispielsweise im Juli 2021 ein einzelner Gänsegeier beobachtet. Dass nun im Winter einer dieser Vögel gesichtet wurde, ist auch für uns überraschend und durchaus etwas Besonderes.

Die aasfressenden Gänsegeier sind völlig ungefährlich und kommen normalerweise in wärmeren Gebieten südlich der Alpen, etwa in Südwesteuropa und Nordafrika vor. Während der Sommermonate halten sich aber vor allem Jungvögel auch gerne fernab ihrer Brutgebiete zum Beispiel in den österreichischen Hohen Tauern auf.

Immer mehr Gänsegeier-Einflüge

In den letzten Jahren häufen sich in Bayern die Einflüge von Gänsegeiern, die meist in Trupps unterwegs sind. Waren es im Jahr 2018 noch 13 Beobachtungen, sind es in diesem Jahr schon 26. Der Klimawandel spielt nach Einschätzungen unserer Geier-Experten bei den steigenden Gänsegeier-Einflügen jedoch noch keine Rolle. Auch ein angrenzendes Verbreitungsgebiet gibt es nicht.

Der Allgäuer Winter-Geier trägt keine sichtbare Markierung. Das lässt darauf schließen, dass es sich um einen wildgeschlüpften Vogel handelt. Denkbar wäre eine Herkunft aus Spanien, wo über 90 Prozent der europäischen Gänsegeierpopulation leben. Aber auch Wiederansiedlungsprojekte in Frankreich tragen zu gelegentlichen Einflügen von Gänsegeiern im nördlichen Mitteleuropa bei.

Ungünstige Bedingungen

Gänsegeier sitzt im Baum | © Stefan Böhm © Stefan Böhm
Der Gänsegeier ist nicht an die Bedingungen in Bayern angepasst.

Der derzeit kalte bayerische Winter kann für den Gänsegeier im nordöstlichen Landkreis Lindau zu einem Problem werden, da er an die vorherrschenden Bedingungen nicht angepasst ist. Die mangelnde Thermik, die aufgrund der kalten Temperaturen derzeit in Bayern herrscht, erschwert es dem Gänsegeier in wärmere Gebiete zu fliegen.

Außerdem benötigt er zum Überleben Energie, die er nur durch ausreichend Nahrung gewinnen kann. Aas ist für ihn in den besiedelten Gebieten Bayerns jedoch schwer zu finden, da tote Wild- und Nutztiere in der Regel schnellstmöglich entfernt werden. Auf der Suche nach Nahrung scannen Gänsegeier den Boden aus der Luft mit ihren Augen nach Kadavern ab. Liegen diese versteckt im Wald, bleiben sie von den Geiern unentdeckt.

Auch wenn Gänsegeier auf Vorrat fressen und anschließend bis zu vier Wochen ohne Nahrung auskommen können, sollte sich der Vogel nicht zu lange im Landkreis Lindau aufhalten. Naturfreunde, die in der Region einen geschwächten Gänsegeier beobachten, sind dazu aufgerufen diesen über das LBV-Naturtelefon unter 09174/4775-5000 zu melden.

 

Hintergrund

Das Verbreitungsgebiet der Gänsegeier erstreckt sich von der iberischen Halbinsel über Italien und den Balkan bis nach Zentralasien und Nordindien. Auch Teile Afrikas und des Nahen Ostens werden von ihnen besiedelt. Das größte europäische Vorkommen befindet sich in Spanien. Dort leben mit mehr als 30.000 Brutpaaren über 90 Prozent ihres europäischen Bestandes.

Zurück

Mit Ihrer Hilfe können wir wertvolle Biotopflächen ankaufen. Unterstützen Sie uns!

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern

Newsletter

Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.  ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Mehr