Frühling erleben und Natur schützen in der Coronakrise

In der Natur gibt es jetzt viel zu entdecken – beim Osterspaziergang auf Wegen bleiben

Bei warmem Wetter und Ausgangsbeschränkungen genießen viele Menschen an den Ostertagen dieses Jahr den eigenen Garten und die Natur vor ihrer Haustüre. Dort lässt sich aktuell viel Spannendes beobachten:

Nest mit hungrigen Amselküken | © Birgit Helbig © Birgit Helbig
Die jungen Amselküken sind in den ersten Lebenswochen besonders empfindlich gegenüber Störungen

Singvögel bescheren uns täglich ein kostenloses Live-Konzert und einige legen bereits die ersten Eier. Blumen sprießen an allen Ecken und die Obstbäume machen sich bereit für die Blüte. Doch gerade jetzt ist von uns Menschen auch besondere Rücksicht gefragt.

In der gerade startenden Brutsaison sind viele unserer bayerischen Vögel besonders empfindlich gegenüber Störungen. Damit der tierische Nachwuchs möglichst sicher durch die erste Zeit kommt, appellieren wir an Spaziergänger*innen, Freizeitsportler*innen und Halter*innen von Hunden oder Katzen, von April bis Ende Juni besonders viel Rücksicht auf Brutvögel und andere Wildtiere in unseren Gärten, am Haus und draußen in der Natur zu nehmen.

Bleiben Sie bitte auf den Wegen und lassen Sie Hunde aus Rücksicht gegenüber am Boden brütenden Vögeln an der Leine.

Brütende Vögel besonders empfindlich gegenüber Störungen

Mensch mit Hund beim Spazierengehen in Feld und Flug, der Hund ist angeleint | © Carola Bria © Carola Bria
Vor allem in Naturschutzgebieten sollten Hunde stets angeleint sein

Der Frühling ist in vollem Gange und zieht viele Naturfreund*innen im Rahmen der derzeit geltenden Beschränkungen raus ins Grüne. Ein Osterspaziergang entspannt, bietet Abwechslung und kann genutzt werden, um die Natur besser kennenzulernen.

Dabei appellieren wir aber an alle Spaziergänger*innen, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu behalten. So ersparen sie Wildtieren viel Stress und schützen den tierischen Nachwuchs.

Denn für viele Vögel beginnt bereits die Brutsaison. So sitzen zum Beispiel Amseln, Stare und Rotkehlchen schon auf ihren Vogeleiern oder versorgen schon die ersten Jungvögel. Während der Brut und in den ersten Lebenswochen der Jungvögel sind die Tiere besonders empfindlich gegenüber Störungen

 

Vorsicht in Naturschutzgebieten

Ein dreieckiges Schild mit einem dicken grünen Rand, einer weißen Innenfläche und einem symobolhaften schwarz-weißen Vogel. Über dem Vogel steht Naturschutzgebiet. | © Carola Bria © Carola Bria
Besondere Regeln gelten für Naturschutzgebiete

Besondere Vorsicht ist in Naturschutzgebieten geboten. Dort gelten strengere Schutzregeln für Tiere und ihre Brutstätten. Hier ist es in den meisten Fällen verboten, die Wege zu verlassen oder Hunde frei umher laufen zu lassen.

Bitte halten Sie sich an diese Regeln. Gerade in der jetzigen Krisenzeit zeigt sich, wie wertvoll eine intakte Natur für uns Menschen ist. Nur wenn wir rücksichtsvoll damit umgehen, können wir auch in Zukunft diese besonderen Orte erleben und genießen.

Der eigene Garten: eine Vielfalt an Leben

Auch im eigenen Garten können Naturfreund*innen beobachten, wie die Natur gerade in ihrer ganzen Vielfalt zum Leben erwacht. In den Nistkästen brüten die ersten Vögel, Bienen und Hummeln besuchen die Frühblüher und die ersten Igel erwachen langsam aus ihrem Winterschlaf. Das Beste für die Tierwelt im eigenen Garten ist, einfach entspannt die Feiertage im Liegestuhl zu genießen und die Natur sich selbst zu überlassen. Denn wer Gehölzhaufen liegen lässt, ermöglicht Igeln ein entspanntes Aufwachen und bietet ganzjährig auch anderen Arten einen geschützten Platz.

Hecken und Bäume dürfen bereits seit März nicht mehr geschnitten werden. Besonders jetzt, wo die ersten Vögel brüten, ist es wichtig, sich an diese Regeln zu halten. Für viele Menschen zeigt sich während der Ausgangssperren, wie wertvoll ein schöner Garten ist, in dem es viel zu entdecken gibt. Wo Blumen blühen und Bienen summen fühlen sich Mensch und Tiere gleichermaßen wohl. Mehr Tipps zum naturnahen Garten gibt es unter www.lbv.de/garten.

Vogelfreundliche Maßnahmen bei Katzen

Katze erbeutet an einem Zaun eine junge Schwalbe. Eine andere konnte sich gerade retten und fliegt davon. | © Nadine Wolf © Nadine Wolf
Vor allem in Siedlungen stellen Katzen eine große Bedrohung für Vögel dar

Wer eine Freigängerkatze hat, kann Maßnahmen zum Schutz der Vogelbrut ergreifen, zum Beispiel die Katze von Mitte Mai bis Mitte Juli – oder auch darüber hinaus – nur nachts herauszulassen, wenn die Vögel schlafen, und in den Morgenstunden im Haus zu behalten, wenn die meisten Jungvögel unterwegs sind.

Viele heimische Straucharten, wie Weißdorn, Schlehe und Wildrosen, schützen darüber hinaus mit ihren Dornen und Stacheln die Vogelbrut ganz natürlich.

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