Erste Bilanz zum zweiten Teil des Insektensommers

Ackerhummel auf Platz eins – Naturfreunde haben eine Stunde lang Insekten gezählt

Die Ackerhummel führt aktuell die bayerische Liste der am häufigsten gemeldeten Insekten beim zweiten Teil der Mitmachaktion „Insektensommer“ von LBV und seinem bundesweiten Partner NABU im August an. Auf Platz zwei bis fünf folgen die Honigbiene, der Kleine Kohlweißling, der Große Kohlweißling und der Kleine Fuchs. Mit dem „Insektensommer“ wollen LBV und NABU auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen.

Ackerhummel auf Flockenblume | © Dr. Eberhard Pfeuffer © Dr. Eberhard Pfeuffer
Eine Ackerhummel sitzt auf einer Flockenblume

Die Tiergruppe der Insekten ist stark gefährdet und doch am wenigsten erforscht. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Denn zu den meisten der 33.000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten liegen noch keine Daten vor. Unter den deutschlandweiten Top Ten der am häufigsten gemeldeten Insekten im Hochsommer sind fünf Bienenarten und vier Schmetterlinge, darunter mit dem Taubenschwänzchen ein Wanderfalter aus dem Mittelmeerraum, der immer häufiger bei uns anzutreffen ist.

Häufigster Beobachtungsort und häufigstes Insekt

Honigbiene auf gelber Blüte | © Andreas Hartl © Andreas Hartl
Platz zwei in Bayern: die Honigbiene

Der häufigste Beobachtungsort ist auch dieses Mal der Garten, gefolgt von Balkon und Park. Vor allem die im Hochsommer aktuell fliegenden Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Wespen werden besonders wahrgenommen. Offensichtlich beobachten die Menschen gerne, was in der unmittelbaren Umgebung krabbelt und flattert. 

Warum die Ackerhummel aktuell Platz eins belegt, kann ähnliche Gründe haben, wie bereits bei der Juni-Zählung, wo die Steinhummel – eine typische Art für den Frühsommer – vorne lag. Große Blütenbesucher wie die sehr anpassungsfähige Ackerhummel sind leichter zu beobachten. Sie fliegen Blüten gezielt und beständig an und sind häufig an vielen Orten, wie Wiesen, Feldrändern oder Gärten, zu finden. Hummeln sind insgesamt bedeutend für die Bestäubung von zahlreichen Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise Tomaten, Paprika und Auberginen.

Taubenschwänzchen - Besucher aus dem Süden

Taubenschwänzchen trinkt an Blüte | © Frank Derer © Frank Derer
Der Wanderfalter: das Taubenschwänzchen

Diesen Sommer sind auch viele Taubenschwänzchen unterwegs. Der Schmetterling aus dem Mittelmeerraum, der einem Kolibri gleich von Blüte zu Blüte schwirrt, belegt derzeit Rang acht der deutschlandweiten Top Ten. Taubenschwänzchen sind Wanderfalter, die immer wieder und immer häufiger zu uns kommen.

Beinahe jährlich wandern neben Zugvögeln auch Schmetterlinge aus Südeuropa bei uns ein. Grund dafür sind die aktuellen klimatischen Bedingungen in unseren Breiten, die denen südlich der Alpen sehr ähnlich sind. Taubenschwänzchen lieben kelchige Balkonblumen wie Geranien, Fuchsien oder Petunien. Aber auch Sommerflieder oder Phlox in Gärten. Auch Schmetterlingsblütler wie Rotklee und Luzerne auf Äckern und Wiesen locken die mit langen Saugrüsseln ausgestatteten sirrenden Tiere an. 

Für Juni und August sind bundesweit bislang 7.000 Meldungen bei LBV und NABU eingegangen. Beobachtungen können noch bis zum 19. August unter www.lbv.de/insektensommer online nachgemeldet werden. Die Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst.

von Sonja Dölfel | lbv.de,

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