Ernährungssicherheit gibt es nur mit Natur- und Klimaschutz

Umweltleistungen von Landwirten müssen in Zukunft besser honoriert werden

Im Zusammenhang mit den anhaltenden Bauernprotesten, bei denen der LBV für die Sorgen der Bäuerinnen und Bauern Verständnis hat, möchten wir den Fokus der aktuellen Diskussionen auf die Zukunftsperspektiven der Landwirtinnen und Landwirte lenken. In den nun dringend erforderlichen Dialogen und Programmen muss es darum gehen, dass Landwirtinnen und Landwirte in Zukunft natur- und klimaverträglich wirtschaften können. Schließlich sind sie selbst durch Überflutungen, Dürren, Erosion und Ertragsminderungen aus Mangel an Blütenbestäubern und Artenvielfalt vom Klimawandel und geschädigten Lebensräumen stark betroffen.

Agrarlandschaft | © Christiane Geidel © Christiane Geidel
In den nun dringend erforderlichen Dialogen und Programmen muss es darum gehen, dass Landwirtinnen und Landwirte in Zukunft natur- und klimaverträglich wirtschaften können.

Sinnvoller als Steuerbefreiungen für Agrardiesel und Traktoren ist es, dass die Agrarpolitik Leistungen von Landwirten für den Schutz von Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima angemessen honoriert. Für eine bessere Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe steht aus Sicht des LBV der Handel in der Pflicht, höhere Preise an die Erzeuger zu bezahlen. Bereits wenige Cent mehr pro Liter Milch würden deutlich mehr Einkommen generieren als die von der Bundesregierung geplanten Streichungen ausmachen.

Der LBV hat Verständnis für den Unmut von Bäuerinnen und Bauern wegen überbordender Bürokratie. So würde die Vereinfachung und Flexibilisierung zahlreicher Regeln auch die Motivation für freiwillige und dringend notwendige Umweltmaßnahmen erhöhen. „Deshalb setzen wir uns schon länger beim bayerischen Landwirtschaftsministerium und der Europäischen Kommission für bürokratische Vereinfachungen ein.

Im Zuge der derzeitigen Bauernproteste weist der LBV darauf hin, dass die Zukunftskommission Landwirtschaft den vom Deutschen Bauernverband mitgetragenen Weg bereits aufgezeigt hat, wie das Landwirtschafts- und Ernährungssystem in den nächsten Jahren umgebaut werden muss, um die Herausforderungen Klima- und Biodiversitätskrise, Tierwohl und Ernährungssicherheit zu bewältigen. Als dialogorientierter Umweltverband appellieren wir deshalb an Bauernverbände und Politikerinnen und Politiker, die langfristigen Herausforderungen gemeinsam mit Umweltverbänden anzugehen.

Äußerst irritiert zeigt sich der LBV von der Aussage von Landesbäuerin Christine Singer, die beim Dreikönigstreffen der Freien Wähler sagte, dass die Lebensmittelsicherheit über Klimaschutz und Artenvielfalt stehe. Dabei sind sichere Erträge in der Landwirtschaft langfristig ohnehin nur möglich sind, wenn Wasser, Bodenleben und Insektenvielfalt in gutem ökologischem Zustand sind und das Klima weitgehend stabil bleibt. Der Erhalt der natürlichen Produktionsgrundlagen ist die Voraussetzung für Ernährungssicherheit.

Zurück

© Dr. Olaf Broders

Wir kaufen und pflegen wertvolle Biotopflächen. Unterstützen Sie uns!

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern

Newsletter

Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.  ist mit Freistellungsbescheid des Zentral-Finanzamtes Nürnberg, Steuer-Nr. 241/109/70060, als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt und gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Mehr zur Transparenz