Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2012

Zusammenfassung der Ergebnisse 2012

Hier finden Sie die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2012. Herzlichen Dank alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Ihr Engagement zugunsten der Vogelwelt.

Haussperling auf Ast | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Wintervogel 2012 in Bayern: der Spatz!

Mit heuer 16.000 Teilnehmern in Bayern (bundesweit 57.000) und 450.000 gezählten Vögeln (1,6 Mio.) ist die Stunde der Wintervögel die größte naturkundliche Mitmachaktion Deutschlands. Die Qualität der Daten spricht für sich. Sie zeigt, wie wichtig "Citizen Science" für die Forschung sein kann. >> Detail-Ergebnisse für Bayern der Stunde der Wintervögel 2012

Spatz wieder Spitze

Der Spatz ist wieder der häufigste Wintervogel in Bayerns Gärten. Das ist die Bilanz der siebten „Stunde der Wintervögel“, zu der LBV und NABU vom 6.- 8. Januar aufgerufen hatten. Insgesamt zählten bei der Aktion allein in Bayern knapp 16.000 Menschen mehr als 450.000 Wintervögel. Platz zwei und drei belegen Kohlmeise und Feldsperling. Der Spatz konnte sich Platz 1 trotz weiterer leichter Rückgänge von der Kohlmeise zurückerobern, die deutlich schlechter abschnitt als im Vorjahr.

Sorge um die Amsel

Amselmännchen im Schnee | © Nadine Wolf © Nadine Wolf
Immer weniger Amseln

Anlass zur Sorge gibt jedoch der Rückgang der Amsel, die nur noch Platz 6 erreichte. Bereits in den vergangenen Monaten waren auffallend wenige dieser Singvögel, die im vergangenen Jahr noch an 3. Stelle lagen, an den Futterstellen beobachtet worden. In Unterfranken hat sich die Zahl der Amseln nahezu halbiert.
Ihr Schwund gibt den Experten Rätsel auf. Ein Zusammenhang mit dem virusbedingten Amselsterben vom Spätsommer 2011 kann zwar nicht ausgeschlossen werden, es kann sich jedoch auch um eine Folge des trockenen Frühlings 2011 handeln. Im harten Boden fanden Amseln keine Regenwürmer, was sich negativ auf die Brut ausgewirkt hat. Die Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel vom 13.-15. Mai werden zeigen, ob der Trend anhält. Auf ihrer Grundlage wird der LBV sein weiteres Vorgehen entscheiden.

Milder Winter und Sturmtief „Andrea“

Rotkehlchen auf Ast | © H. Zinnecker © H. Zinnecker
Häufiger Futterhaus Besucher: das Rotkehlchen

Der milde Winter und das Wetter am Zählwochenende spiegeln sich in den Ergebnissen wider: Die Zahl der Vögel, die pro Garten gesehen wurden, war durchschnittlich 12% geringer als im Vorjahr. Besonders bei Sturm verhalten sich Vögel unauffällig und suchen Schutz. Die regionalen Unterschiede sind jedoch groß: In Schwaben, Oberfranken, der Oberpfalz, Unterfranken und Mittelfranken zeigten sich deutlich weniger Vögel als im Vorjahr, Oberbayern und Niederbayern liegen auf Vorjahresniveau.

In Gärten mit Futterstellen waren im Durschnitt fünf Mal mehr Vögel zu sehen als in Gärten ohne Futterhäuschen. Besonders Rotkehlchen, Schwanzmeise und Stieglitz suchen dabei das menschliche Nahrungsangebot.

Nordische Wintergäste, aber wenig Zugvögel

Bergfink sitzt auf dornigem Hagebuttenzweig im Winter | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Bucheckernliebhaber: der Bergfink

Vögel aus dem europäischen Norden ließen sich auch dieses Jahr beobachten. So war der Erlenzeisig ähnlich häufig wie 2011. Der Bergfink, der sich aufgrund der vielen Bucheckern besonders in der Alpenregion aufhielt, legte bayernweit sogar fünf Plätze zu. Die Wacholderdrossel kam in diesem Jahr sogar zum ersten Mal unter die Top 20.

Die Zählung brachte eine überraschende und deutliche Trendwende bei den „traditionellen“ Zugvögeln Star und Hausrotschwanz. Sie verlassen uns üblicherweise für die kalte Jahreszeit, die Zahl der hier geblieben Tiere hatte in den letzten Jahren aber kontinuierlich zugenommen. Dass sich ihre Anzahl nun jedoch im Vergleich zum Vorjahr halbierte, führt der LBV auf den harten Winter 2010/2011 zurück, den viele Vögel vermutlich nicht überlebten. Allerdings wurden zum ersten Mal seit drei Jahren wieder überwinternde Kraniche aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein gemeldet.

von Timo Rachinger | lbv.de,

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