Die Bartgeier kommen näher

Zwischenergebnis für Bayern der 14. Internationalen Bartgeierbeobachtungstage

Im gesamten Alpenraum haben vom 12. bis 20. Oktober die alljährlichen Internationalen Bartgeierbeobachtungstage stattgefunden. Knapp 30 Freiwillige haben sich im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet an der Zählung im Rahmen des Bartgeiermonitorings in den Alpen (IBM) beteiligt. Als Koordinator sind wir zufrieden mit dem Ergebnis der Zähltage.

Bartgeier von unten fotografiert | © Henning Werth © Henning Werth

Leider konnten auf der bayerischen Seite keine Bartgeier beobachtet werden. Aber zwei Beobachtern in Österreich ist der Nachweis von zwei Altvögeln und einem Jungvogel gelungen“, so Henning Werth, LBV-Gebietsbetreuer Allgäuer Hochalpen. Uns erreichten auch Bartgeiermeldungen und –fotos, die vor den Zähltagen aufgenommen wurden.

Bartgeier in den nächsten Monaten wohl häufiger im Allgäu zu sehen

Die Sichtung der drei Bartgeier in der Nähe der bayerisch-österreichischen Grenze ist ein großer Erfolg, belegen sie doch die erste erfolgreiche Brut im Tiroler Lechtal.

„Die beiden Beobachter waren vermutlich die ersten Personen überhaupt, die den Junggeier zum ersten Mal außerhalb des Nestes fliegend dokumentieren konnten“, sagt der LBV-Geierexperte. Der Horst und das Revier der Bartgeier liegt in für die Greifvögel geringer Entfernung zu den Allgäuer Hochalpen.

„Es ist wahrscheinlich, dass die Bartgeier in den nächsten Monaten häufiger auf der Allgäuer Seite auftauchen, wie es bereits im Winter 2018/2019 der Fall war“, so Werth weiter. Bisher brütete der Bartgeier in Österreich ausschließlich im Nationalpark Hohe Tauern.

Zur Situation des Bartgeiers in den Alpen

1986 wurden die ersten Bartgeier in den Alpen ausgewildert. Über 30 Jahre später, 2019, wurden insgesamt 57 Bartgeier-Reviere und 38 ausgeflogene Jungvögel erfasst. Es ist zu erwarten, dass sich weitere Reviere in den Ostalpen bilden werden, die dann vielleicht in größerer Nähe zu Bayern liegen.

Wir möchten diese Entwicklung durch Schutzmaßnahmen unterstützen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit Jägern zur Verwendung bleifreier Munition. Eine vom LBV in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur Wiederansiedelung von Bartgeiern zeigt, der Bartgeier hat hier gelebt, er kann hier leben und er soll das auch wieder tun.

Das geeignetste Gebiet für Freilassungen, um die Rückkehr des Bartgeiers in den Ostalpen zu unterstützen, ist der Nationalpark Berchtesgaden.

Bartgeiersichtungen können auch weiterhin geschickt werden an

von Sonja Dölfel | lbv.de,

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