Delegierte: Für die Alpen ziehen wir vor Gericht

Oberstes Gremium für Klagen gegen Alpenplan-Änderung

Die Delegierten des LBV haben auf ihrer Jahresversammlung in Amberg die Bayerische Staatsregierung eindringlich dazu aufgefordert, den Alpenplan ohne Änderungen fortzuführen. Die 221 Delegierten, welche die bayernweit 80.000 LBV-Mitglieder und Förderer repräsentieren, verabschiedeten einstimmig eine Resolution zum Schutz des Riedberger Horns.

Dr. Norbert Schäffer hält Rede auf der Delegiertenversammlung 2016 | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Vorsitzender des LBV Dr. Norbert Schäffer hält seinen Rechenschaftsbericht

„Wir sind fest entschlossen, auch vor Gericht für die Natur in den Alpen zu kämpfen“, betonte der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer in seinem Rechenschaftsbericht. Gleichzeitig bestehe aber weiterhin das Angebot des LBV an die Region, bei der Entwicklung von naturverträglichem Tourismus zusammenzuarbeiten, so der LBV-Chef weiter.

Mit Nachdruck sprach sich das höchste Gremium des LBV in seiner Resolution zum Erhalt des bayerischen Alpenplans und gegen den geplanten Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn aus. Der Schutz der einmaligen Tier- und Pflanzenwelt im Allgäu darf nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen geopfert werden, um keinen Präzedenzfall zu schaffen, der fatale und unaufhaltsame Auswirkungen für die gesamten bayerischen Alpen hätte, so die Erklärung weiter.

Dritter Nationalpark: Auswahl muss nach fachlichen Kriterien erfolgen

Darüber hinaus begrüßte der LBV die Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung, einen dritten Nationalpark im Freistaat auszuweisen und fordert dafür ein objektives und transparentes Prüfverfahren. Aus Sicht des LBV muss der neue Nationalpark in einem Laubwaldgebiet liegen, eine neue naturschutzfachliche Qualität in das betroffene Gebiet bringen und darf nicht bereits als Schutzgebiete ausgewiesene Flächen beinhalten. Dabei muss die Auswahl ausschließlich nach fachlichen Kriterien erfolgen. „Deshalb darf der Steigerwald nicht von vorneherein ausgeschlossen werden. Für einen Nationalpark käme aber auch der Spessart in Frage, der fachlich vergleichbar gut geeignet wäre“, so Norbert Schäffer. „Nur so erfüllen wir unsere Hausaufgaben zum Schutz der Laubwälder.“

Auch Positionspapiere zu Themen Wald und Jagd verabschiedet

Das Publikum stimmt bei der Delegiertenversammlung 2016 ab | | © Ralph Sturm
Die Delegierten stimmen mit einem eindeutigen "Ja"

Mit der Suche nach einem 3. Nationalpark wird in Bayern erstmals seit langem wieder über Großschutzgebiete gesprochen. „Bayern muss wieder den Mut haben, Vorreiter im Naturschutz zu werden, denn das ist verloren gegangen“, forderte der LBV-Vorsitzende deshalb. „Große Schutzgebiete sind ein Weg.“ Mit der Verabschiedung eines Positionspapiers zum Thema „Wald“ machten sich die LBV-Delegierten unter anderem stark für mehr ungenutzte Waldflächen, Artenschutz im Wald durch Horstschutzzonen und Erhalt von Biotopbäumen sowie eine Beschränkung der Erschließung durch weitere Wegen, die meist zu mehr Störungen durch Freizeitaktivitäten führen.

Indem die Delegierten ein weiteres Positionspapier zum Thema „Jagd“ verabschiedeten, stellt der LBV zukünftig unter anderem die Beschränkung der Jagd auf Arten mit einem guten Erhaltungszustand, die generelle Verwendung bleifreier Munition sowie die Ausweisung großflächiger Ruhezonen ohne Wasservogeljagd in den Mittelpunkt.

LBV-Strategie 2020: Konkrete Ziele mit praktischen Maßnahmen erreichen

Alf Pille hält einen Vortrag auf der Delegiertenversammlung 2016 | © Ralph Sturm © Ralph Sturm
Alf Pille stellt die LBV-Strategie vor

Alle Forderungen der Positionspapiere finden sich auch in der „LBV-Strategie 2020“ wieder. Diese wurde innerhalb der vergangenen 18 Monate in einem demokratischen Beteiligungsprozess über alle Verbandsebenen hinweg erarbeitet. Mit dieser Strategie setzt sich der LBV bis 2020 konkrete Ziele, die mit handfesten, praktischen Maßnahmen erreicht werden sollen. „Dementsprechend bildet diese Strategie die Ausgangsbasis für die Planung sämtlicher LBV-Aktivitäten in den kommenden Jahren. Und wir werden ihre Umsetzung vorantreiben, beobachten und sie laufend weiterentwickeln“, so der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer. Die LBV-Delegierten verabschiedeten die erste Verbandsstrategie mit großer Mehrheit.

Zur LBV-Delegiertenversammlung
Die Delegiertenversammlung ist das Parlament des LBV und tagt einmal jährlich. 72 Kreisgruppen entsenden gewählte Vertreter, welche die große Linie des Verbands diskutieren und inhaltliche Schwerpunkte setzen.

von Christine Riel | lbv.de,

Zurück

Alle Nachrichten zum Naturschutz in Bayern

Newsletter