Boom bei der Wiesenweihe: knapp 670 Jungvögel in Bayern

Stark gefährdeter Greifvogel profitiert von guten Feldmauszahlen – Ehrenamtliche Vogelschützer*innen für 2024 gesucht

Die Wiesenweihe befindet sich wieder auf dem Höhenflug: Der LBV verzeichnet bayernweit stabile Zahlen des zierlichen Greifvogels. 669 Jungvögel von ungefähr 250 Brutpaaren sind dieses Jahr nach jetzigem Erfassungsstand ausgeflogen. *

Wiesenweihe im Feld mit fünf Jungvögeln im Dunenkleid | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Die in den 1990er Jahren fast ausgestorbene Wiesenweihe hat dank der Naturschutzarbeit des LBV wieder stabile Bestandszahlen.

Wir freuen uns sehr, dass wieder deutlich mehr Paare als im Vorjahr in den bayerischen Agrarflächen gebrütet haben. Für diesen Aufschwung sind hauptsächlich die guten Feldmausbestände verantwortlich, denn die Vögel finden so genug Nahrung für die Aufzucht ihrer Jungen. Die in den 1990er Jahren fast ausgestorbene Wiesenweihe hat dank der Naturschutzarbeit des LBV wieder stabile Bestandszahlen. Das Artenhilfsprogramm Wiesenweihe, das der LBV im Auftrag des Bayerischen Landesamt für Umwelt umsetzt, wird unterstützt durch motivierte Artenschützer*innen, Behörden – und vor allem viele Landwirt*innen.

2022 registrierten die Ehrenamtlichen mit 264 flüggen Jungvögeln und 156 Brutpaaren noch einen drastischen Rückgang der Brutzahlen des stark gefährdeten Greifvogels. Schwankungen in den Brutzahlen sind bei der Wiesenweihe grundsätzlich normal, da die Feldmausbestände ebenfalls natürlichen Schwankungen unterliegen. Doch normalerweise erholen sich die Populationen nur schrittweise über ein paar Jahre hinweg. Deshalb kam der rapide Anstieg der Brutzahlen im Vergleich zum Vorjahr für die Projektverantwortlichen 2023 völlig unerwartet.

Auch die milden Temperaturen und wenig Regen im Mai ermöglichten den Wiesenweihen, bereits frühzeitig Nester zu bauen und ihre Eier abzulegen. Je früher die Brut beginnt, desto eher werden die Jungvögel flügge, teilweise noch vor der Ernte der Agrarflächen. Um zu verhindern, dass Maschinen die Nester bei der Feldbearbeitung versehentlich zerstören, markieren Ehrenamtliche in enger Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben die einzelnen Brutplätze. Ein intensiver Austausch mit der Landwirtschaft ist daher auch weiterhin ein Grundpfeiler im bayerischen Wiesenweihen-Programm.

Überwinterung in Südafrika

Inzwischen sind die bayerischen Wiesenweihen mit den diesjährigen Jungvögeln in den weit entfernten Überwinterungsquartiere in Westafrika angekommen. Südlich der Sahara verbringen sie den Winter und machen sich im nächsten Frühjahr wieder auf den Weg zurück nach Bayern. Die erfreulich hohe Anzahl an flüggen Jungvögeln verdanken wir vor allem dem großartigen Einsatz unserer ehrenamtlich Engagierten, die während der Saison unzählige Stunden mit der Suche und dem Schutz der Nester verbracht haben.

Um weiterhin möglichst alle Nester aufzuspüren und zu schützen, benötigt der LBV für kommendes Jahr weitere ehrenamtliche Helfer*innen.

Aktiv werden für die Wiesenweihe

Mitmachen können alle, die sich vor allem in den Agrarregionen um Uffenheim, südlich und nordöstlich von Würzburg, Schweinfurt, des östlichen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld von Ende April bis Anfang August mindestens einen Tag pro Woche engagieren möchten. Dafür sollten ein eigenes Auto und bestenfalls auch ein eigenes Fernglas vorhanden sein. Alle Interessierten können sich unverbindlich melden unter . Das LBV-Wiesenweihen-Team erklärt den Teilnehmenden die Schutzarbeiten ausführlich und steht ihnen auch während der laufenden Saison unterstützend zur Seite.

* Die Zahlen wurden aktualisiert, da in erster Version Populationszahlen der Wiesenweihen in Gebieten Baden-Württembergs in direkter Nähe zu Mainfranken mitangegeben wurden.

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© Dr. Olaf Broders

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