BN und LBV begrüßen das neue bayerische Artenschutzzentrum

Ein Schritt in die richtige Richtung

Der bayerische Umweltminister Marcel Huber hat heute die Einrichtung eines neuen Artenschutzzentrums in Augsburg bekanntgegeben. Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN) betont: „In Zeiten eines dramatischen Artenrückgangs braucht Bayern dringend mehr Fachkompetenz für die biologische Vielfalt und entschlossenes Handeln im Flächenschutz und einer ökologischeren Agrarförderpolitik“.

Kiebitz steht in niedrigem Wasser | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Der Kiebitz ist auf der Roten Liste schon Kategorie 2 und damit stark gefährdet

Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV fordert: „Dieses Zentrum muss ein Modell der Zusammenarbeit zwischen Fachinstitution und ehrenamtlichen Artenspezialisten werden, wie es bei der Erfassung von Vögeln bereits der Fall ist. Ohne solche Kooperationen ist auch künftig die angestrebte Erfassung von Bayerns Artenvielfalt nicht möglich“.

Schwergewicht soll auf Umsetzung von konkreten Hilfsmaßnahmen für bedrohte Arten liegen

Das neue in Augsburg angesiedelte Artenschutzzentrum soll mit 50 Mitarbeitern Veränderungen in Bayerns Tier-und Pflanzenwelt erfassen, Daten zu den bei uns vorkommenden etwa 48.000 Tier- und 6.000 Pflanzenarten erheben und anwendungsorientierte Forschung betreiben.

BN und LBV fordern aber, dass ein Schwergewicht auf die Umsetzung von konkreten Hilfsmaßnahmen für bedrohte Arten wie Feldlerche, Kiebitz oder Gelbbauchunke gelegt wird, da die zentralen Rückgangsursachen seit Jahrzehnten bekannt sind.

Zugleich mahnen BN und LBV die überfällige Personalaufstockung bei den Naturschutzbehörden auf der Landkreisebene an, ohne die ein Umsteuern vor Ort beim Artensterben nicht möglich wäre.

Mit dem neuen Artenschutzzentrum findet Bayern endlich Anschluss an andere Länder wie die Schweiz („Biodiversitäts-Monitoring Schweiz“), wo derartige Forschungszentren zur Artenvielfalt schon seit Jahrzehnten bestehen.

von Nicole Friedrich | lbv.de,

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