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Besenderte Brachvögel auf gefährlicher Rückreise

LBV-Brachvögel mit Mini-Sendern kehren aus Portugal zurück nach Bayern – Flugroute jetzt im Internet live mitverfolgen

Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt auch die neue Saison im Satellitentelemetrie-Projekt des LBV für den Großen Brachvogel. Derzeit befinden sich zwar noch sechs mit Mini-Sendern ausgestattete Vögel in ihren afrikanischen, portugiesischen und französischen Überwinterungsgebieten. Die Artenschützer*innen des LBV rechnen jedoch jeden Tag damit, dass die bedrohten Wiesenbrüter nun in den Freistaat zurückkehren.

Drei Große Brachvögel auf einer Wiese | © Andreas Hartl © Andreas Hartl
Die ersten Brachvögel kehren bald aus ihren Überwinterungsgebieten zurück

Die ersten bayerischen Brachvögel sind bereits wieder in den Freistaat zurückgekehrt

Sieben Große Brachvögel am Himmel | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Die Rückreise nach Deutschland bedeutet für die Vögel große Anstrengung

In den vergangenen Monaten war es ruhig in den Überwinterungsgebieten der Vögel in Portugal, Marokko und Frankreich.

Doch die ersten bayerischen Brachvögel sind bereits wieder in den Freistaat zurückgekehrt und so erwarten die Artenschützer*innen des LBV in den kommenden Tagen auch die Ankunft zweier besenderter Altvögel mit den Namen „Flughafenvogel, Nume 14“ und „Sophie“.

„Die Anstrengungen, die die Vögel dabei auf ihrer Rückreise von Portugal in die Brutgebiete auf sich nehmen, sind enorm. Teilweise überfliegen sie hohe Gebirge und Meeresabschnitte. Dabei erreichen sie nicht selten Höhen von über 2.000 Metern“, erklärt die LBV-Projektleiterin. Zusätzlich erschweren Wetterphänomene wie starker Wind, Gewitter oder Regen den Flug der Vögel.

„Die Großen Brachvögel versuchen diesen Schlechtwetterfronten zwar zu entgehen, indem sie ihre Flughöhe anpassen oder Ausweichmanöver vornehmen, doch beim Flug über ein Gebirge gibt es oft kein Entrinnen“, sagt Verena Auernhammer.

Gefahren während einer Zwischenrast

Großer Brachvogel steht in einer Wiese und hat einen GPS-Sender auf dem Rücken und einen weißen Ring mit der Nummer T042 am Bein | © Günther von Lossow © Günther von Lossow
Großer Brachvogel mit GPS-Sender auf dem Rücken

Während einer Zwischenrast lauern den Brachvögeln stets weitere Gefahren durch Fressfeinde wie Fuchs und Marder. Durch die anstrengende, lange Reise können sie nicht so schnell fliehen und können so zu leichter Beute werden. Auch der illegale Abschuss von Zugvögeln ist eine weitere Gefahrenquelle auf dem Rückflug.

„Leider mussten wir im vergangenen Jahr miterleben, wie unser langbegleiteter Brachvogel ‚Schnepfingerin‘ auf halber Strecke in Spanien gewildert wurde. Das ist bedauerlicherweise kein Einzelfall. Immer wieder werden Vögel während des Zuges illegal gefangen oder geschossen“, berichtet Auernhammer.

Einige im vergangenen Jahr im Freistaat geschlüpfte Jungvögel wurden für ihre Reise in die Wintergebiete ebenfalls mit GPS-Sendern ausgestattet. Allerdings kehren sie jetzt noch nicht in die bayerischen Brutgebiete zurück.

„Die Großen Brachvögel werden erst ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr geschlechtsreif. Sie nutzen nun die Zeit dort, um sich vollends zu entwickeln, bevor sie sich in ihrem dritten Frühjahr den Gefahren des Rückflugs und dem Ernst des Lebens stellen“, sagt die LBV-Expertin. Auch hier liefert die Satellitentelemetrie aktuell wertvolle Daten, wie sich die Vögel in ihren Überwinterungsgebieten bewegen.

Weitere Besenderungen 2021 geplant

In diesem Jahr will der LBV in den bayerischen Brutgebieten weitere elf Große Brachvögel mit Satellitensendern ausgestatten.

„Durch unsere verstärkten und innovativen Schutzmaßnahmen im Brutgebiet stehen die Chancen sehr gut, weitere besenderte Vögel im kommenden Herbst in den Süden fliegen zu lassen“, sagt Verena Auernhammer.

„Es ist einfach eine Freude zu sehen, wie sich die Brachvögel entwickeln und sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen“, so Auernhammer weiter.

Hintergrundinformationen zum Satellitentelemetrie-Projekt

Der Große Brachvogel ist im Freistaat vom Ausstreben bedroht.

Sein bayerischer Brutbestand beläuft sich mittlerweile nur noch auf unter 500 Brutpaare. In dem seit 2017 laufenden Satellitentelemetrie-Projekt für den Großen Brachvogel stattet der LBV Vögel mit GPS-Sendern aus, um wichtige Erkenntnisse über Zugrouten, das Verhalten in Überwinterungs- und Brutgebieten sowie den Verbleib der Brachvögel zu gewinnen.

Zusätzlich sorgt der LBV auch vor Ort in Bayern mit konkreten Schutzmaßnahmen für den Erhalt dieser bedrohten Vogelart.

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